EZB ZAHLUNGSVERKEHRSSTATISTIK 201416. Okt. 2015

+8,8 Prozent : 46 Prozent aller Transaktionen waren in 2014 schon Kartenzahlungen

p.lange/bigstock.com
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Die EZB hat soeben die Statistiken zum bargeldlosen Zahlungsverkehr für das Jahr 2014 veröffentlicht. Sie enthält Daten zur Nutzung von Zahlungsdienstleistungen und -terminals. Darüber hinaus werden von der EZB Stückzahl und Wert der über Zahlungssysteme abgewickelten Transaktionen ausgewiesen.

Im Jahr 2014 erhöhte sich die Gesamtzahl sämtlicher bargeldloser Zahlungsvorgänge in der EU im Vergleich zum Vorjahr um 2,8 % auf 103,2 Milliarden. Insgesamt handelte es sich bei 46 Prozent aller Transaktionen um Kartenzahlungen, 26 Prozent der Zahlungen wurden per Überweisung (etwa gleichbleibend) und nur noch 21 % per Lastschrift getätigt. Die Bedeutung beleghafter Überweisungen nahm dabei weiter ab; das Verhältnis von beleghaften zu elektronisch angewiesenen Transaktionen belief sich auf rund 1:7.

Die Anzahl der in der EU umlaufenden Karten mit Zahlungsfunktion erhöhte sich im Jahr 2014 um 0,9 % auf 766 Millionen. Bei einer EU-Gesamtbevölkerung von 509 Millionen sind dies rund 1,5 Zahlungskarten je EU-Bürger. Die Anzahl der Kartenzahlungen stieg um 8,8 % auf 47,5 Milliarden bei einem Gesamtwert von 2,4 Billionen €. Dies entspricht einem durchschnittlichen Wert von rund 50 € pro Kartenzahlung.

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2014 war ein gutes Jahr für GAA-Hersteller in Europa

Im Berichtsjahr stieg die Gesamtzahl der Geldautomaten in der EU um 12,4 Prozent auf 490.000, und die Anzahl der Zahlungsterminals (POS-Terminals) erhöhte sich um 11,1 % auf 10,1 Millionen.

Massenzahlungssysteme

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Über die Massenzahlungssysteme in der EU werden hauptsächlich eingeschränkt zeitkritische Transaktionen der breiten Öffentlichkeit mit relativ niedrigem Wert und hoher Stückzahl abgewickelt. Im Jahr 2014 gab es in der gesamten EU 42 Massenzahlungssysteme, über die im Jahresverlauf annähernd 50 Milliarden Transaktionen im Wert von 38,3 Billionen € abgewickelt wurden. 23 dieser Systeme waren im Euro-Währungsgebiet angesiedelt. Über diese Systeme  wurden im vergangenen Jahr nahezu 37 Milliarden Transaktionen (und damit 74 % des Gesamtaufkommens in der EU) mit einem Gegenwert von 27,2 Billionen € (d. h. 71 % des Gesamtwerts in der EU) abgewickelt.

Dabei war im Jahr 2014 nach wie vor ein deutlicher Trend zur Konzentration bei den Massenzahlungssystemen in der EU zu erkennen. Die vier Systeme mit der größten Anzahl an Transaktionen (CORE in Frankreich, STEP23, BACS im Vereinigten Königreich und RPS in Deutschland) verarbeiteten im Berichtsjahr dem Volumen wie auch dem Wert nach 66 % aller Transaktionen im Massenzahlungsverkehr der EU. In Abbildung 2 sind Anzahl und Wert der 2014 über Massenzahlungssysteme in der EU abgewickelten Zahlungen dargestellt.

Großbetragszahlungssysteme

Großbetragszahlungssysteme dienen in erster Linie der Abwicklung von zeitkritischen Zahlungen und Interbankenzahlungen. Einige von ihnen verarbeiten jedoch auch eine große Anzahl von Massenzahlungen. Im Jahr 2014 wurden in der EU über 14 Systeme 749 Millionen Zahlungen im Gesamtwert von 682 Billionen € abgewickelt.4 Die beiden wichtigsten Großbetragszahlungssysteme im Eurogebiet (TARGET2 und EURO1/STEP1)5 verarbeiteten im Berichtsjahr 145 Millionen Transaktionen im Wert von 541 Billionen €; dies entspricht 79 % des Gesamtwerts. In den nicht dem Euroraum angehörenden EU-Ländern ist CHAPS Sterling im Vereinigten Königreich in Bezug auf den Wert und die Anzahl der Transaktionen das größte Großbetragszahlungssystem.

Außerhalb der EU ist Continuous Linked Settlement (CLS) das bedeutendste
Großbetragszahlungssystem, das unter anderem in Euro und anderen EU-Währungen
abwickelt. Im Jahr 2014 wurden über CLS (sämtliche Währungen) 205 Millionen Transaktionen
im Wert von 1 042 Billionen € verarbeitet. Abbildung 3 zeigt die Anzahl und den Wert der 2014
über Großbetragszahlungssysteme abgewickelten Zahlungen.

Die vollständigen Daten zur Zahlungsverkehrsstatistik können auf der Website der EZB aus dem Statistical Data Warehouse (SDW) hier heruntergeladen werden.

Sie finden diesen Artikel im Internet auf der Website:
http://www.it-finanzmagazin.de/?p=20942
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