STUDIEN & UMFRAGEN25. Nov. 2016

A.T. Kearney-Studie: Digital Payments wächst bis 2025 um 40% – doch Banken gehen fast leer aus

A.T. Kearny
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Für die aktuelle Studie „Cashing in on Cashless Commerce“ zu Digital Payments hat A.T. Kearney knapp 60 europäische Führungskräfte von Banken, Payment-Anbietern und Händlern befragt. Das zentrale Ergebnis der Studie: Seit 2010 gibt es ein jährliches Wachstum von sechs Prozent. A.T. Kearney erwartet daher, dass die Einnahmen im Bereich der digitalen Bezahlsysteme in den nächsten zehn Jahren von 80 auf 111 Mrd. Euro ansteigen werden. Allerdings würden die Banken davon in der Mehrzahl nicht profitieren.

Deutschland hinkt in Sachen bargeldloser Zahlung deutlich hinterher. So bezahlen die Deutschen nur 55-mal im Jahr mit der Karte – Kunden in Norwegen dagegen 400-mal jährlich.

Wachstum können Finanzdienstleister beinahe nur noch im Markt für Bezahlsysteme erwarten, wo die Digitalisierung stetig voranschreitet. Hier aber konkurrieren die Banken mit reinen Digital-Dienstleistern und Angeboten großer Onlinehändler, die oft noch näher am Kunden sind.

Nur wenn es den Banken gelingt, ihre Bezahlangebote zu digitalisieren, werden sie dem Wettbewerb mit spezialisierten Dienstleistern standhalten.

Andreas Pratz, Partner bei A.T. Kearney und Leiter des Digital Payments TeamsA.T. Kearney
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Europaweit erwarten wir, dass sich die Anzahl der Transaktionen ohne Bargeld bis 2025 auf knapp 238 Mrd. verdoppeln werden.“

Andreas Pratz, Partner A.T. Kearney, Leiter des Digital Payments Teams

„In Deutschland rechnen wir mit einem überdurchschnittlichen Wachstum der Kartenzahlungen um 7 bis 8 Prozent“, ergänzt Mischa Koller, Manager bei A.T. Kearney und Experte für den deutschen Markt.

Knackpunkt: Interchange Fee (Interbankenentgelt)

Verschiedene Entwicklungen unterstützen diesen Trend: Neben der seit diesem Jahr deutlich reduzierten Interchange Fee (Interbankenentgelt) für Debit- und Kreditkarten vereinfachen vor allem Innovationen wie kontaktloses oder mobiles Bezahlen die Nutzererfahrung. Für Kunden werden solche Systeme immer wichtiger, verlagert sich der Bezahlvorgang – beispielsweise durch Online-Shopping – doch zunehmend ins Internet. Für E- und M-Commerce können Wachstumsraten von 10 Prozent verzeichnet werden (klassischer Einzelhandel in Europa nur 2 bis 3 Prozent). Diesen Befund teilt auch ein Drittel der befragten Führungskräfte, die dem Einkauf im Internet eine Schlüsselrolle für die digitale Transformation der Payments-Funktion zusprechen.

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Alte Zahlverfahren wachsen immer langsamer

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Klassische Einnahmequellen der Banken, wie das Geschäft mit traditionellen Zahlverfahren (Überweisung, Lastschriften) oder der Ausgabe von Karten, wachsen dagegen nur langsam (um 6 Mrd. auf 59 Mrd. Euro). Das größte Wachstumspotenzial spezialisierter Zahlungsdienstleister liegt im Händlergeschäft und im Geschäft mit alternativen Zahlungsmethoden – einem Bereich, den große internationale Anbieter beherrschen. In beiden Segmenten wird eine Verdopplung des Marktvolumens von 27 auf 52 Mrd. Euro erwartet.

Der Anteil der Banken am Payments-Umsatz dürfte dagegen sinken: von zwei Dritteln Marktanteil heute auf voraussichtlich nur noch die Hälfte im Jahr 2025.“

Der Blick in die Zukunft: PSD2

Die wichtigsten Umbrüche liegen beim sogenannten „Kontozugang für Dritte“. Ab 2018 sind Drittanbieter berechtigt, Zugang zu Kontoinformationen zu bekommen und Überweisungen im Namen des Kontoinhabers zu veranlassen. 32 Prozent der befragten Payments-Experten in Banken sehen darin die entscheidende Veränderung für ihr Geschäft. Mobile Wallets (26%) und Instant Payment (21%), also eine elektronische Bezahlung in weniger als fünf Sekunden, bewerten die Studienteilnehmer als die größten externen Umbrüche, die den Markt von außen verändern werden.

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„Vernetzte Geräte werden unsere Art zu bezahlen schneller verändern, als die meisten erwarten – schon 2020 wird jeder Bürger weltweit mindestens dreieinhalb vernetzte Geräte nutzen, die Einkäufe aufgrund herausgebildeter Präferenzen tätigen und Zahlungen auslösen können“, warnt Pratz. Solch ein automatisierter Handel erfordere daher auch einen ebenso reibungslosen Zahlungsverkehr.

Banken können letztendlich nur profitieren, wenn sie es schaffen, für ihre Kunden alle Zahlungsströme zu integrieren und Transparenz und Überblick über ihre Ausgaben zu ermöglichen. Voraussetzung bleibt allerdings, dass sich alle Akteure auf eine neue Innovationswelle einlassen.“

Andreas Pratz, Partner bei A.T. Kearney und Leiter des Digital Payments Teams

Die Studie „Cashing in on Cashless Commerce“ können Sie direkt hier als PDF herunterladen.

Sie finden diesen Artikel im Internet auf der Website:
http://www.it-finanzmagazin.de/?p=40723
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