MEINUNG4. Mrz. 2016

American Express: Bargeld ist ein Auslaufmodell und auch Plastikgeld wird verschwinden

Björn Hoffmeyer, American Express DeutschlandAMEX
Björn Hoffmeyer, American Express Deutschland AMEX

Die Debatte um eine Teil-Abschaffung des Bargelds hat in den vergangenen Wochen beinahe hysterische Züge angenommen. Doch ist nicht nur das Bargeld sondern auch das Plastikgeld längst ein Auslaufmodell? Davon geht Björn Hoffmeyer, Country Manager für Deutschland und Österreich bei American Express, aus. Ein Insider-Kommentar.

von Björn Hoffmeyer, Deutschland American Express

Die Ab­schaffung de­s Bargel­des in Deutsch­land ist in naher Zukunft noch kein rea­listi­sches Sze­nario. Auf mittle­re Sicht ist der Ab­schied aus fünf ­Grün­den aber nicht nur sinnvoll, sondern zwin­gend. Das Bargeld ist ein Aus­laufmodell. Und auch das Plas­tikgeld wird aus den Porte­monnaies verschwin­den. Die Zukunft der Kreditkar­te ist digi­tal – als Zahlungs­möglichkeit auf dem Smartphone.

Fünf Gründe, warum das Bargeld ein Auslaufmodell ist

1. Weil es mehr Smartphones als Zahnbürsten gibt
Es wäre absurd, das Handy nicht als Zahlungsmittel zu nutzen. Global gibt es 3,8 Milliarden Zahnbürsten, aber 4 Milliarden Smartphones. In Deutschland zahlen erst 170.000 Menschen mit ihrem Smartphone. Die Zahl soll in den kommenden Jahren auf 10 Millionen ansteigen.

2. Weil der Zug für Bargeld in Europa längst abgefahren ist
Neun Länder haben schon Obergrenzen für Cash-Zahlungen verabschiedet, der Trend in der EU geht klar zum bargeldlosen Zahlen. Dem werden wir uns nicht verwehren können – auch wenn Deutschland in Sachen bargeldloses Bezahlen gegenwärtig noch ein Entwicklungsland ist. Mit Blick auf den Bereich E-Commerce zahlen Bürger bereits jetzt wie selbstverständlich online – die Karte aus Plastik ist in der digitalen Geldbörse längst hinterlegt.

3. Weil das Verbot dem digitalen Zahlen Schub verleihen wird
Das Verbot großer Barzahlungen wird dem mobilen, digitalen Bezahlen hierzulande den überfälligen Schub geben. Innovative Methoden haben es bislang schwer, die Deutschen sind auf Bargeld fixiert. Ein Blick nach Schweden reicht, um die Vorteile und Chancen digitalen Zahlens zu erfassen.

4. Weil das digitale Bezahlen Deutschland innovativer macht
Schon jetzt gibt es zahlreiche innovative Fintechs in Deutschland. Die stärkere Umstellung auf mobiles, digitales Bezahlen wird diese Branche fördern und damit Innovationen und Arbeitsplätze.

5. Weil Bargeld teuer und intransparent ist
Die Kosten und der logistische Aufwand sind enorm – von der Druckerei über den Transport bis zur Aufbewahrung und den Betrieb von Geldautomaten. Geldwäsche, Diebstahl, Steuerhinterziehung und Schwarzarbeit – die Zahl der Delikte, die durch Bargeld ermöglicht oder zumindest erleichtert werden, ist groß.

Fünf Thesen zur Zukunft des Bezahlens

1. Die Zukunft des Bezahlens ist mobil und digital
Die Entwicklung von mobilen und kontaktlosen Bezahlverfahren hat rasant an Fahrt aufgenommen. Dadurch steigt die Anzahl der Menschen, die mit dem Smartphone bezahlen. Die Kreditkarte ist der Schlüssel für digitale Prozesse. Wenn sie auf das Smartphone kommt, wird sie damit zum zentralen Zahlungsmittel.

Björn Hoffmeyer
Bjoern-Hoffmeyer-American-Express-516Björn Hoffmeyer ist seit April 2015 Country Manager für Deutschland und Österreich bei American Express. Bereits seit 2002 ist Hoffmeyer in unterschiedlichen Führungspositionen bei dem Kreditkartenunternehmen tätig und baute unter anderem das Firmenkundengeschäft mit Business-to-Business-Lösungen für Geschäftsausgaben aus. Vor seinem Einstieg bei American Express arbeitete Hoffmeyer acht Jahre lang im Konsumgütersektor.
2. Die Kreditkarte ist das zentrale virtuelle Zahlungsmittel der Zukunft
Sie ersetzt nicht mehr nur das Bargeld, sondern wird zu der flexiblen Lösung für Zahlungen von Verbrauchern und Unternehmen – ob Bezahlen auf Reisen, Reisebuchungen, Bonusprogramme oder die umfangreichen Möglichkeiten für die Wirtschaft, etwa im Einkauf. Schon heute gibt es 2,2 Milliarden Kreditkarten, die zunehmend virtuell genutzt werden.

3. Die Kreditkarte vernetzt uns beim Bezahlen
Die Kreditkarte vernetzt Kunden mit Händlern und anderen Dienstleistungsplattformen, auf denen Waren oder Dienstleistungen eingekauft werden – schon heute. Beste Voraussetzungen für die digitale Zukunft.

4. Faktor Mensch bleibt auch digital wichtig
Auch in der digitalen Welt ist der persönliche Service nach wie vor entscheidend: Bezahlen ist eine Dienstleistung von Menschen an andere Menschen.

5. Das Kartengeschäft ist schon heute stark virtuell
Die Kreditkarte ist zum Beispiel beim Online-Shopping ein zentrales, beliebtes Zahlungsmittel – die Karte braucht dafür schon heute niemand mehr.

Die Kreditkarte hat als Anwendung auf Tablet oder Smartphone eine sichere Zukunft.“

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