STRATEGIEPAPIER/ WHITEPAPER13. Feb. 2016

Bain-Studie: Angelsächsische Großbanken sind besser auf verschärfte Regulierungen vorbereitet

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Ein Drit­tel aller systemrelevan­ten Großbanken welt­weit hat sein Ge­schäftsmodell be­reits vollständig an die neuen Regulierungs­vorschrif­ten an­ge­passt. Insbesonde­re Banken in Großbritanni­en, der Schweiz und den USA haben längst gehandelt und sind deutlich wei­ter als deut­sche Häu­ser. Dies s­ind Ergebnis­se der aktuel­len Studie „How banks can use stra­tegy, structure and res­ili­ence to win the regulatory endgame“ von Bain&Company.

Die aktuel­le Bain-Studie un­tersucht, inwieweit systemrelevante Banken in Eu­ropa und den USA die neuen ­Para­digmen der Regulierungs­behör­den be­reits implementiert ha­ben: Nach­haltigkeit des Ge­schäftsmodells, Wider­standsfähigkeit gegen neuerli­che Krisen und ge­ordne­te Abwicklungs­möglichkei­ten. Die Banken erfül­len pf­licht­gemäß die neuen Vorschrif­ten und sto­cken wie gefordert ihre Kapitalbasis deutlich auf. Doch im Ge­gen­satz zu angelsächsi­schen Häus­ern scheuen sie spürba­re Verände­run­gen ih­res­ Ge­schäftsmodells und ih­rer Struktur.

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Viele Banken betrachten die Umsetzung der verschärften Regulierung vor allem als Compliance-Angelegenheit und verkennen die strategische Dimension. Oft haben sie noch gar nicht realisiert, dass der Regulierer die Überprüfung der Geschäftsmodelle als Kernaufgabe versteht.“

Matthias Memminger, Studienautor  und Bain-Partner

Die Vorreiter haben sich bereits von besonders volatilen und damit kapitalintensiven Aktivitäten getrennt. Geschäftsbereiche ohne Aussicht auf nachhaltige Returns oberhalb der gestiegenen Kapitalkosten im neuen Umfeld stellten sie zur Disposition. In einzelnen Fällen kam es zum Rückzug aus ganzen Regionen und Geschäftsfeldern wie dem Handel mit Rohstoffen oder Anleihen. Damit haben diese Banken nicht nur die Forderungen der Regulierungsbehörden nach einer stärkeren Widerstandsfähigkeit gegen Krisen erfüllt, vielmehr ziehen sie daraus weitere Vorteile. „Auch wenn es kurzfristig schmerzhaft war, haben die Vorreiterbanken mit ihrem geschärften Profil langfristig einen Wettbewerbsvorteil“, so Memminger. „Und das honoriert der Kapitalmarkt.“ Der Bewertungsunterschied zwischen Banken im Euroraum und ihrer angelsächsischen Konkurrenz spräche Bände.

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Drei strategische Handlungsfelder für Banken

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Die deutschen Banken müssen handeln. Die neuen Regeln sind eine Chance, ihr Geschäft zu fokussieren und Komplexität zu reduzieren.“

Dr. Jan-Alexander Huber, Co-Autor der Studie und Bain-Partner

Drei Themen stünden, laut Bain, im Mittelpunkt:

1. Verringerung der Risiken und nachhaltige Ertragskraft: Dies lässt sich durch den Ausstieg aus besonders risikobehafteten, kapitalintensiven Geschäftsfeldern ebenso erreichen wie durch eine optimierte Kapitalallokation und die Konzentration auf profitable Geschäftsfelder mit stabilem Cashflow.

2. Stärkung der Kapitalbasis: Kapitalerhöhungen, stärkere Rücklagen sowie die Ausgabe von bail-in-fähigen Instrumenten wie CoCo-Bonds versetzen Banken in die Lage, die Forderung der Regulierer nach höheren Kapitalpuffern zu erfüllen.

3. Beschleunigte Umsetzung und Akzeptanz der neuen Vorschriften: Euro-Banken sind unter Zeitdruck, denn ab diesem Jahr greifen sowohl der einheitliche Abwicklungsmechanismus (SRM) als auch die neuen Bestimmungen zum aufsichtsrechtlichen Überprüfungs- und Bewertungsprozess (SREP). Dabei prüft die EZB quartalsweise die Banken detailliert und umfassend – auch auf die Tragfähigkeit ihres Geschäftsmodells.

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„Selbst unter der neuen Regulierung können Banken erfolgreich sein“, betont Bain-Partner Huber. „Halten sie jedoch zu lange an tradierten Geschäftsmodellen fest, laufen sie Gefahr, den Anschluss im globalen Wettbewerb zu verlieren. Die Zukunft gehört fokussierten Banken mit transparenter Struktur. Auch in Deutschland!“

Sie finden diesen Artikel im Internet auf der Website:
http://www.it-finanzmagazin.de/?p=26553
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