PPI ÜBERNIMMT RECON20. Jan. 2015

Beratungshaus PPI übernimmt Schweizer Zahlungsverkehr-IT-Anbieter Recon

PPI AG
Die PPI ist seit 30 Jahren für Banken und Versicherungen tätig. 2014 erwirtschaftete das Unternehmen (388 Mitarbeiter) 51,7 Millionen Euro Umsatz in den Geschäftsfeldern Consulting, Software-Entwicklung, Business Intelligence und Produkte. Im Markt der Banken ist PPI Spezialist für Zahlungsverkehr, Risikomanagement und Compliance. Versicherungsunternehmen bietet PPI Lösungen für die Kernprozesse der Assekuranz.
Was bedeutet es, wenn ein ein gewichtiges Beratungshaus überraschend einen Anbieter für IT-Lösungen im Zah­lungs­ver­kehr übernimmt? Die PPI hat Anfang Januar in der Schweiz die Recon zu 51 Prozent übernommen (Kundenanschreiben, PDF).  Das Unternehmen firmiert künftig als PPI Schweiz und soll weiterhin eigenständig bleiben. Vorbild sei PPI France.

Zum 1. Januar 2015 hat die auf Finanzdienstleister spezialisierte Unternehmensberatung PPI 51 Prozent der RECON-Anteile übernommen. Das Ziel ist die fachliche Unterstützung vor allem bei SEPA-, ISO 20022- und EBICS-Projekten, die im deutschen Markt zum großen Teil bereits umgesetzt sind. Aber es dürfte sich bei der Übernahme nicht nur um ein massives Beratungsprojekt handeln – das könnten PPI und Recon auch ohne Übernahme. Vielmehr ist es ein Signal: Wenn sogar ein renommiertes Beratungshaus das Risiko eingeht, die eigenen Kunden (andere IT-Anbieter) zu irritieren, um in die technische Umsetzung des Zahlungsverkehrs einzusteigen – dann kann man davon ausgehen, dass PPI sich das sehr intensiv überlegt hat und bedeutende Chancen in dem Schritt sieht.

Sprachregelung: „Partnerschaft“ statt „Übernahme“

Recon soll sämtliche Geschäfte nach der Umfirmierung in PPI Schweiz eigenständig weiterführen. Wichtige Kernmarken wie www.iso20022.ch bleiben ebenfalls erhalten. Vorbild ist die gleichberechtigte Partnerschaft, die PPI in Frankreich mit PPI France bereits erfolgreich vorlebt.

Carsten Miehling, PPI SchweizPPI
Carsten Miehling, früher Recon – jetzt PPI SchweizPPI

„Die Schweiz möchte bis 2020 die bestehende Systemvielfalt im Zahlungsverkehr vereinheitlichen und die nationalen Formate DTA/EZAG und LSV+/Debit Direct auf das SEPA-Format ISO 20022 migrieren“, sagt Carsten Miehling, der als Geschäftsführer von RECON nun PPI Schweiz vorsteht. „Die Umstellung erfordert umfassendes Branchen- und IT-Wissen, das am Markt nur schwer zu bekommen ist. Die Unternehmen suchen händeringend Fachkräfte, um alle regulatorischen Anforderungen zu erfüllen. Wir haben uns deshalb für einen Umsetzungspartner entschieden, der das erforderliche Know-how mitbringt und so zu unserer hervorragenden Positionierung am Markt beiträgt.“

Kreditinstitute unterschätzen die
Migration des Zahlungsverkehr in der Schweiz

Miehling prognostiziert erheblichen Anpassungsbedarf bei den Unternehmen. Zwar haben sich vor allem international tätige Unternehmen bereits seit geraumer Zeit mit SEPA (Single Euro Payments Area) beschäftigt. Doch die flächendeckende Einführung im Vorhaben Migration Zahlungsverkehr Schweiz bringt neue Herausforderungen mit sich, die auch viele Kreditinstitute noch unterschätzen. Beispielsweise steigen die Anforderungen an eine schnelle und zuverlässige Datenverarbeitung. Denn SEPA kodiert Transaktionen im speicherintensiven XML-Format statt wie bisher im DTA-/LSV-Format. Das allein lässt die zu verarbeitende Datenmenge um das Zwei- bis Dreifache ansteigen. Hinzu kommt der Anschluss an das neue nationale Clearing-System SIX Interbank Clearing (SIC4).

Der zu erwartende Umfang an Anpassungen, um mehr Daten in kürzerer Zeit verarbeiten zu können, ist nach Miehlings Einschätzung gewaltig. Schon heute steuern zahlreiche Systeme auf ihre Belastungsgrenze zu. Viele Banken stehen daher vor der Frage, ob die bestehende IT-Infrastruktur den künftigen Anforderungen noch gerecht wird oder erneuert werden muss. Erschwerend kommt hinzu, dass in der Schweiz die Systemumstellungen sowohl für nationale als auch internationale Transaktionen gleichzeitig umgesetzt werden müssen. Die Projekte LEON zur Abwicklung von Lastschriften auf Basis der Bill Presentment- und Payment-Lösung von SIX, sowie P2P Mobile Payments zählen ebenfalls zu den großen Themen im Schweizer Zahlungsverkehr. Dazu Miehling: „Auf die Marktteilnehmer wartet eine Fülle von Themen in den nächsten Jahren. Durch die Partnerschaft mit PPI verfügen wir über die nötigen Kapazitäten, um gemeinsam mit unseren Kunden diese Herausforderungen optimal zu bewältigen.“

 

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