SB & FILIALE8. Jul. 2014

Bündniss gegen ATM-Kriminalität

Bild: Wincor-Nixdorf
Bild: Wincor-Nixdorf

Mit der weltweit voranschreitenden Verbreitung von Geldautomaten ist auch ein Anstieg der einschlägigen internationalen Kriminalität zu erwarten. Dieser soll künftig mit global abgestimmten Abwehr- und Sicherheitskonzepten entgegen gewirkt werden. Das ist das Ziel einer spezialisierten Industrievereinigung für sichere Geldautomaten, die jetzt von der amerikanischen Diebold und der deutschen Wincor Nixdorf AG gegründet wurde.

Die beiden Geldautomatenhersteller wollen innerhalb der neuen Branchenvereinigung „ATM Security Association“ Erkenntnisse über erkannte und mögliche Angriffsszenarien zusammenstellen und zugänglich machen, um schnell Gegenmaßnahmen zu entwickeln und weltweit umzusetzen. Zur Mitgliedschaft in der Industrievereinigung sind neben institutionellen Betreibern von Geldautomaten – vor allem Banken und IT-Dienstleistungsunternehmen – auch weitere global aktive Geldautomatenhersteller und deren Zulieferer eingeladen.

Auch in Zukunft wird der Markt für Geldautomaten weiter wachsen. Nach Prognosen des Marktforschungsunternehmens Retail Banking Research (RBR) soll die Zahl der aktuell etwa 2,6 Millionen Geldautomaten bis zum Jahr 2018 auf bis zu 3,7 Millionen Systeme weltweit ansteigen. Gleichzeitig ist zu erwarten, dass die Kriminalität an und in Verbindung mit Geldautomaten ebenfalls zunehmen dürfte.

„Kriminalität an Geldautomaten ist eine internationale Herausforderung, zumal der Bestand an Systemen weltweit nochmals deutlich zunimmt. Daher ist es an der Zeit für eine konzertierte weltweite Aktion derjenigen, die geschäftlich mit Geldautomaten zu tun haben. Sie können am besten ein Transmissionsforum für sichere Geldautomaten schaffen, da niemand schneller und direkter Gegenmaßnahmen ergreifen kann“, so Eckard Heidloff, der Vorstandsvorsitzende der Wincor Nixdorf AG.

Unsere Industrie hat mit immer neuen Technologien dazu beigetragen, dass Konsumenten Geldautomaten weltweit zu schätzen wissen. Nun geht es darum, gemeinsam und effektiv dafür zu sorgen, dass die Attraktivität dieses Vertriebskanals nicht durch kriminelle Machenschaften beeinträchtigt wird. Die heutige Ankündigung ist ein erster Schritt für eine branchenweite Initiative. Sie soll einen Beitrag dafür leisten, dass Geldautomaten eine in jeder Hinsicht sichere Option für Konsumenten bei allen Finanztransaktionen ihrer Wahl bleiben“
Andy W. Mattes, President & CEO Diebold

Die Initiative der beiden Hersteller zielt darauf ab, eine Plattform für die aktive Zusammenarbeit der Beteiligten zu schaffen, die dem bestmöglichen Schutz der Konsumenten dient und weit über reinen Informationsaustausch hinausgeht. Um dabei möglichst wirkungsvoll vorgehen und schneller Gegenmaßnahmen ergreifen zu können, sind weitere Geldautomaten-Hersteller und deren Partnerunternehmen ausdrücklich zur Mitwirkung eingeladen. Angestrebt wird darüber hinaus, dass die Vereinigung industrieweite Standards in Form technischer Übereinkünfte für sichere Geldautomaten und deren Komponenten setzt. Die Vereinigung, die nach niederländischer Rechtsform umgesetzt werden soll, stellt ihren Mitgliedern ein geschütztes und sicheres Register detaillierter Informationen rund um erkannte und potenzielle Angriffsszenarien zur Verfügung und hält zudem Empfehlungen der Industrie zur Abwehr der Bedrohungen bereithält.

Banken und andere Beteiligte an der Initiative sollen künftig auf bereitgestellte und überprüfte standardisierte Lösungen zurückgreifen können. Die Mitgliedschaft in der Vereinigung ist daher vor allem auch für all jene Geldinstitute interessant, die Geldautomaten unterschiedlicher Hersteller in ihren Netzen betreiben, denn ihnen wird die Koordination bei der Einführung von Sicherheitslösungen beträchtlich erleichtert.

Organisationen und Unternehmen, die Interesse an einer Teilnahme haben oder weitere Informationen zur Industrievereinigung wollen, können die E-Mail-Adresse information@atmsecurityassociation.com nutzen. Anmerkung der Redaktion: Allerdings scheint die zur Mailadresse gehörende Domain noch bei SEDO im Domain-Parking zu liegen. Wir empfehlen daher lieber direkt mit Diebold oder Wincor-Nixdorf Kontakt aufzunehmen. 

Sie finden diesen Artikel im Internet auf der Website:
http://www.it-finanzmagazin.de/?p=881
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