STUDIEN & UMFRAGEN11. Feb. 2016

Die Bank der Zukunft: Drei von fünf Bankkunden glauben an das Ende der Bankfiliale

YouGov
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FinTechs pro­pagier­ten den dra­mati­sche Wandel der Bankenbran­che. Das wird auch von den Bankkun­den erwartet, sagt YouGov, denn: 62 Pro­zent glau­ben, dass es in zehn Jah­ren kaum noch Bankfi­lia­len ge­ben wird. Eben­falls rund die Hälfte (55 Pro­zent) der Bankkun­den nimmt an, dass neue Be­zahl­sys­te­me von In­tern­etun­ternehmen Kredit- und EC-Kar­ten ver­drän­gen wer­den. Dies ist das Ergebnis des Highlight-The­mas „Markt­poten­zi­al von FinTechs“ aus der Studie „Kun­denmoni­tor Banken“ (9.300 ­Eu­ro)  des in­ternatio­na­len Marktfor­schungs- und Be­ra­tungs­in­sti­tuts YouGov, für die 1.756 Bank­ent­schei­der- und Mit­ent­schei­der im Dezember 2015 be­fragt wur­den.

Bekanntheit der alternativen Zahlungssysteme bei den VerbrauchernYouGov
Bekanntheit der alternativen Zahlungssysteme bei den Verbrauchern. ClickandBuy stellt allerdings den Betrieb ein.YouGov
Geht es um die Bekanntheit von Online- oder Mobile-Bezahlsystemen außerhalb der klas­si­schen Bankenwelt, bildet PayPal (89 Pro­zent ge­stützte Bekannt­heit) mit ei­nem großen Vor­sprung die Spit­ze. “SOFORTÜberweisung” (53 Pro­zent), gi­ropay (39 Pro­zent), Click­an­dBuy (34 Pro­zent) und Amazon Payments (33 Pro­zent) gehören eben­falls zu den Top 5 der bekann­tes­ten Bezahlsysteme – Click­an­dBuy stellt sei­nen Bezahldienst allerdings En­de April ein. Derzeit noch we­ni­ger bekannt seien die Bezahlsysteme von Goog­le (Goog­le Wallet, 14 Pro­zent) und Apple (Apple Pay, 14 Pro­zent).

Auch in Sa­chen Vertrau­en bezüglich ei­nes innovativen Bezahlsystems läge PayPal mit 56 Pro­zent an der Spit­ze. PayPal pro­fitiert hierbei von der übe­raus domi­nan­ten Markt­stellung im Be­reich Zahlungs­verkehr. Auch Amazon trau­en viele Personen (38 Pro­zent) ei­ne at­traktive Lösung zu. Die Sparkas­sen wür­den als klas­si­sche Fi­li­al­bank mit 32 Pro­zent die Top 3 ab­run­den,
ge­stützt von ih­rer starken Markt­reich­weite.

Nutzungsbereitschaft vor allem für Interneteinkäufe hoch

Zur Zahlung im öffentlichen Nahverkehr (24 Prozent) oder für Supermarkteinkäufe (23 Prozent) sind Online- und Mobile-Bezahlsysteme für rund jeden Vierten vorstellbar. Innerhalb der Familie oder unter Freunden können sich nur wenige Bezahlsysteme via E-Mail, SMS oder App vorstellen: Lediglich elf Prozent können es sich bei der Begleichung von Schulden unter Freunden vorstellen, gerade einmal sechs Prozent beim Taschengeld für Kinder.

Banken und Sparkassen haben die höchste Kompetenz

Wenn es jedoch darum geht, nicht nur für gelegentliche Zahlungsvorgänge innovative Anbieter aus der FinTech-Branche zu nutzen, sondern eine Bankverbindung bei einem Internetunternehmen wie Google oder Apple regelmäßig zu nutzen, sieht die Situation anders aus.

Auch wenn hier Vorteile beim Preis-Leistungs-Verhältnis gesehen werden, wird den Studienergebnissen zufolge klassischen Banken und Sparkassen immer noch eine größere Kompetenz in anderen Bereichen wie z. B. einer individuellen, bedarfsgerechten Beratung und insbesondere der Datensicherheit zugesprochen.“

Andre Soldwedel, Consultant in der Finanzmarktforschung bei YouGov

Diese Vorzüge könnten sich Banken zum Beispiel durch den ganzheitlichen Beratungsansatz zu Nutze machen, um ihre Kunden nachhaltig an sich zu binden. Neben Online- und Mobile-Bezahlsystemen würden in der Studie auch die Produktbereiche Vergleichsportale von Finanzprodukten, Geldanlagen und Kredite aus Perspektive des Endkunden analysiert. Neben der aktuellen Bekanntheit und Nutzung stehen unter anderem die Chancen und Barrieren der jeweiligen Technologie im Vordergrund.

Die Studie kostet 9.300 Euro – weitere Teaser zur Studie finden Sie hier. Leider ist Studie derzeit noch nicht verfügbar.

Sie finden diesen Artikel im Internet auf der Website:
http://www.it-finanzmagazin.de/?p=26504
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