DEUTSCHE KREDITWIRTSCHAFT18. Dez. 2014

Geplante Regeln unwirtschaftlich und keine Entlastung für Verbraucher

AndreyPopov/bigstock.com
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Die Deutsche Kreditwirtschaft nimmt mit Besorgnis zur Kenntnis, dass der europäische Regulierer bezüglich der Interchange für den Karteneinsatz nun mehr Regelungen getroffen hat, die die Wirtschaftlichkeit von Kartenzahlungen in Frage stellen: Die Deckelung soll offenbar nur 0,3 Prozent bei Kreditkartentransaktionen und 0,2 Prozent bei Debitkartentransaktionen betragen.

Ein Kommentar der Deutschen Kreditwirtschaft

Die Interchange ist eine Vergütung im Interbankenverhältnis für die Zahlungsgarantie beim Bezahlen mit der Karte. Sie wird zum Beispiel in Kreditkartensystemen angewendet und wird vom Kreditinstitut des Händlers an das Kreditinstitut des Karteninhabers gezahlt. Die vom EU Gesetzgeber geplante neue Verordnung zur Deckelung der Interbankenentgelte auf voraussichtlich 0,3 Prozent bei Kreditkartentransaktionen und 0,2 Prozent bei Debitkartentransaktionen wird erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen für die Kartenemittenten haben, ohne dass gewährleistet werden kann, dass die Kostenentlastung auf der Kartenakzeptanzseite tatsächlich beim Verbraucher ankommt.

Demgegenüber zeigt das Beispiel des girocard-Systems, dass sich marktgerechte Preise für die vom Kartenherausgeber gegenüber dem Handel erbrachte Garantieleistung effizient und zielgerichtet über den Wettbewerb bilden können. Bereits seit dem 1. November 2014 werden im girocard-System (früher ec-Karte) in einem marktorientierten Prozess alle Zahlungsgarantieentgelte bilateral zwischen den Kartenherausgebern und den Händlern ausgehandelt. Mit den neuen Regelungen ist das girocard-System damit das einzige kreditwirtschaftliche Kartenzahlungssystem in Europa, das ohne die sonst üblichen, durch das Kartensystem festgelegten Interbankenentgelte auskommt.

Das von der Deutschen Kreditwirtschaft entwickelte girocard-System ist Marktführer beim bargeldlosen Bezahlen mit Karte an elektronischen Kassen in Deutschland. Mit etwa 95 Millionen girocard-Karten wurden im Jahr 2013 rund 2,5 Milliarden Transaktionen mit einem Volumen von über 130 Milliarden Euro abgewickelt. Zu diesem Erfolg tragen die Sicherheit, die Geschwindigkeit, der gewährleistete Datenschutz und die breite Akzeptanz im Handel entscheidend bei.

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