IBM, INFRASTRUKTUR/ MAINFRAME30. Jun. 2016

IT-Infrastruktur bleibt relevant für den Erfolg von Banken

Patricia Neumann, Vice President IBM Systems Hardware DACHIBM
Patricia Neumann, Vice President IBM Systems Hardware DACHIBM

2,2 Millionen Kunden, die über alle denkbaren Endgeräte die Mobile- und Webservices von ABN Amro täglich nützen, stehen nur einer Million Kunden gegenüber, die im Jahr die Filialen von ABN Amro besuchen. Johan van Hall, der COO  von ABN Amro, sieht dieses Beispiel als Beleg für den branchenerschütternden digitalen Shift in seiner Branche, der erst den Anfang von mehr Agilität und neuen Ökosystemen mit Startups repräsentiert. Ein Plädoyer für Mainframe, Kognitives Banking & Security von Patricia Neumann, IBM.

von Patricia Neumann,
Vice President IBM Systems Hardware DACH

Regulatorische Anforderungen, Niedrigzinsphasen und Wettbewerbsdruck durch neue digitale Quereinsteiger treiben alle Banken sowohl auf der Ertrags- wie auf der Kostenseite vor sich her. Woher die Erträge der Zukunft erwirtschaften, wie den ungleich schlanker aufgestellten Mitbewerbern aus dem Web gegenüber bestehen? Intelligente Banken versuchen, hier in doppelter Richtung Schritte in die Zukunft zu gehen, die ihnen sowohl auf der Kostenseite Entlastung bringen können, wie auch neue Geschäftschancen.

Künstliche Intelligenz, neuronale Netzwerke: Kognitives Banking

Ein Beispiel ist kognitives Banking, bei dem Banken versuchen, aus vorhandenen Daten kombiniert mit externen Quellen neue Informationen zu generieren, die ihnen bei der Pflege und Weiterentwicklung ihrer Kundenbeziehungen helfen können. Ein Weg dabei ist, jenseits klassischer Banktransaktionen vorherzusehen, was Kunden vielleicht als Nächstes vorhaben.

Kognitives Banking – vorhersehen, was Kunden vielleicht als Nächstes vorhaben.“

Dabei helfen Datenanalytik und Verhaltensmodelle, die Banken Einstiegspunkte für einen aktiven Kundendialog aufzeigen – oft sogar an Punkten, bevor Kunden es selbst wissen, was für sie als Nächstes in Frage kommt. Dabei bewegen sich Banken direkt an der Schwelle zum 1-1-Marketing und zum Aufbau einer Long-Term-Companionship – jeder Kunde ein Segment für sich. So lassen sich Umsätze steigern durch intelligente Multikanalstrategien und Kunden gewinnen durch angeflanschte, neue Services.

Im Zahlungsverkehr wiederum können neue Bezahlmodelle quer über alle Bezahltypen ebenfalls die Kundenerwartungen und regulatorischen Anforderungent treffen – bei geringeren Kosten. Im Risk Management dagegen stecken Optimierungspotenziale für bessere Entscheidungsfindung in ausbalancierten Informationssystemen zur Abwägung finanzieller Risiken, bei der Betrugserkennung, im Umfeld der Compliance-Anforderungen und – leider immer aktueller – bei der Bekämpfung von Cyber-Sicherheitsgefahren.

Der Mainframe – stille Boliden

Wie wir bei IBM immer wieder feststellen, hat sich der Mainframe – besser bekannt als Großrechner in der Bankenbranche erneut im Umfeld dieser neuen Herausforderungen aufs Äußerste als Infrastrukturbasis für Banksysteme bewährt. Wieso das, angesichts der Tatsache, dass diese Boliden seit Jahrzehnten ihren stillen Dienst im Keller der Bankhäuser und Hochsicherheitsrechenzentren verrichten?

Die Antwort liegt zum Teil in der Frage selbst: Mainframes stehen für extrem hohe Sicherheit. Ausfallsicherheit gleichermaßen wie Betriebssicherheit. Und sie sind ein Bollwerk für fast beliebig hohe Transaktionsmengen, Wachstumsraten und holen über Skaleneffekte ein Maximum an Wirtschaftlichkeit aus IT-Investitionen. Neun der zehn weltweit größten Finanzinstitute und weit über zwei Drittel der weltweit größten Banken setzen auf Großrechner.

Dabei ist interessant zu sehen, dass auch so manches FinTech auf der Suche nach einer leistungsfähigen Basis den Mainframe bereits als hochlukrative Lösung entdeckt hat.“

Interessant dabei ist, dass der Begriff „Legacy IT“ unter Berücksichtigung dieser Aspekte nicht mehr mit „alt und verbraucht“ assoziiert werden kann, sondern mit extrem lange optimierten und gereiften Systemen, die sprichwörtlich nichts umwirft und die ihre Wandlungsfähigkeit über Jahrzehnte bewiesen haben. Sie stehen heute für die vielseitigsten Anforderungen als solide Basis auch hinsichtlich der Datenintegrität.

Autorin Patricia Neumann
Patricia-Neumann-IBM-516Patricia Neumann leitet seit 1. Juli 2015 als Vice President das IBM Systems Hardware Sales-Team der IBM in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH).
In dieser Funktion verantwortet sie den System- und Lösungsvertrieb mit Fokus auf die IBM Smarter Infrastructure-Lösungen (Server, Storage).
Keine Frage daher, dass Mainframe-basierte Infrastrukturen auch aus Sicht von BCBS239 als ein gutes Rüstzeug dienen können. Und erneut im Zeitalter kognitiven Wirtschaftens setzt der effizienteste Hebel zur Datenanalytik dort an, wo Daten seit jeher zentral am wirtschaftlichsten vorgehalten wurden – Mainframe-nahe Datenanalytik kann Banken auch hier geschwindigkeitsmäßig Vorteile verschaffen. Die Verschmelzung hausinterner IT-Infrastrukturen mit Cloud-Lösungen war hier auch nur eine Frage der Zeit: Für den Umgang mit unstrukturierten Daten, die nicht in klassische Datenbanken passen, sind Cloud-basierte Objektspeicherlösungen ein ideales Ergänzungsmittel und damit eine der möglichen zusätzlichen Datenquellen, aus denen Banken heute ein umfassendes Kundenbild erzeugen können.

In Summe bedeutet dies, dass kognitives Banking eine Infrastruktur benötigt, die mitkommt, und die Bewältigung bisher nicht gekannter Datenmengen erst ermöglicht. Das Gesamtbild einer Bank wird daher mehr denn je von einer extrem leistungsfähigen IT-Infrastruktur geprägt sein.

Sie finden diesen Artikel im Internet auf der Website:
http://www.it-finanzmagazin.de/?p=32971
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