ZUKUNFTSTECHNOLOGIEN5. Sep. 2016

IT-Zukunft bei Banken & Versicherern: Besserer Kundenservice durch SD‑WAN und IoT

Jeffrey Granvold, ‎Consulting Director, Financial Services Industry, Global Consulting Services at Verizon Enterprise SolutionsVerizon Enterprise Solutions
Jeffrey Granvold, ‎Consulting Director, Financial Services Industry, Global Consulting Services at Verizon Enterprise SolutionsVerizon Enterprise Solutions

Die Anforderungen an das Wide-Area-Network (WAN) sind mit dem Aufstieg des Internet of Things (IoT) dramatisch gestiegen. IT-Abteilungen müssen nicht nur einen gesteigerten Workload managen, sondern auch unterschiedlichste Workloads einbinden: Smart-Cards, Geldautomaten und Filialen suchen ebenso Zugang zum Netzwerk, wie mobile Geräte, Kundenbindungsprogramme oder Data-Mining-Workloads aus dem Einzelhandel. All diese Workloads ebnen dem IoT den Weg in die Welt der Finanzdienstleister. Schätzungen von IDC zufolge sollen IoT-Workloads zwischen 2014 und 2017 um 750 Prozent wachsen. So eine drastische Steigerung stellt neue Anforderungen an die Netzwerkarchitektur, die das Software-Defined Wide-Area-Network (SD-WAN) am besten bewältigt.

von Jeffrey Granvold,
Consulting Director, Verizon Enterprise Solutions

Im Gegensatz zu herkömmlichen Netzwerken verlagert das SD-WAN Steuerung und Überwachung von physischen Geräten wie Routern und Firewalls auf ein intelligentes Software-Overlay. Dieses Overlay bestimmt für einen Workload den jeweils besten Netzwerkpfad, priorisiert Traffic anhand des jeweiligen Netzwerktyps (4G, LTE, DSL, MPLS) und routet diesen dann durch Public-, als auch Private-Netzwerke. Diese Automatisierung und Flexibilität im Netzwerk führt zu mehr Effizienz im Workload-Management.

SD-WAN liefert einen neuen gedanklichen Ansatz, wie man Finanzkunden Produkte und Serviceleistungen anbieten kann.“

Darüber hinaus stellt SD-WAN eine angemessene Basis für IoT-Lösungen dar. Die IT-Abteilung einer Bank ist hiermit in der Lage, auf Basis einer IoT-Richtlinie einen Netzwerkpfad einzurichten, der über SD-WAN verschlüsselte Workloads dorthin übergibt, wo die IoT-Anwendungen abgelegt sind.

Ein hypothetisches Beispiel verdeutlicht, wie SD-WAN und IoT in einem Finanzdienstleister-Umfeld zusammenarbeiten:

Ein fiktiver Nutzer hat eine App auf seinem Smartphone, in der Fitness- und Banking-Daten gemeinsam abgespeichert werden. Nennen wir sie „BankFit“. Der Nutzer legt in ihr seine persönlichen Fitness-Ziele fest, aber auch finanzielle Ziele. In der App werden einerseits die üblichen Fitnesstracker-Daten erfasst, wie körperliche Aktivitäten oder Ernährung. Andererseits kann er darüber auch bequem seine Ersparnisse einsehen, damit einkaufen oder Bank-Transaktionen durchführen. Jetzt legt der User auf wöchentlicher oder monatlicher Basis etwa Fitness-Milestones fest. Erreicht er seine Ziele, verbessert sich nicht nur seine Gesundheit, sondern er erhält auch Banking-Belohnungen (Überweisungen vom Giro- zum Sparkonto) oder spezielle Gesundheits- oder Fitness-Angebote. Alles in allem ein ganz normales Beispiel für IoT.

Im Hintergrund sorgt nun das SD-WAN für die reibungslose Vernetzung: Die Fitnessdaten, etwa Pulswert, Schrittanzahl oder GPS, sendet die Bankfit-App an das Gateway, bei dem die Bankfit-Daten aller Nutzer nahtlos zusammenlaufen. Der im Gateway zusammenlaufende Workload-Traffic wird anhand der zentralen SD-WAN-Netzwerkrichtlinie einem spezifischen Netzwerk zugeteilt.

Anwendungs-Layer ist die „Schnittstelle“

Das SD-WAN beeinflusst allerdings sowohl den Anwendungs-Layer als auch das Netzwerk. Der Anwendungs-Layer übernimmt die komplexeste Aufgabe innerhalb des IoT-Prozesses: Er sammelt in Echtzeit die Daten der vernetzten Gerät und verarbeitet diese. Erschwerend kommt hinzu, dass nicht alle übermittelten Daten denselben Netzwerkpfad nutzen (DSL, 4G, MPLS) oder im selben Datencenter landen. Um nämlich als Belohnung für die erreichten Fitness-Ziele die Bank-Transaktion auszuführen, muss eine Remote-Anwendung die Fitness-Daten der Bankfit-App verarbeiten, während die Banking-Informationen, Anfragen und Überweisungen im System der Bank ablaufen. Die beiden Systeme senden und empfangen die Informationen deshalb asynchron über unterschiedliche Netzwerkpfade. Der Pfad hängt von den Anforderungen an Latenz oder Sicherheit der Transaktion ab. Das SD-WAN managt diesen komplexen Ablauf, nahtlos und autonom und übernimmt auch die Kontrolle von Sicherheit und Verschlüsselung – ein ausschlaggebendes Kriterium für die Einführung von IoT.

Trust-Framework für IoT

Auch wenn aktuell Standards für die Schnittfläche zwischen IoT und SDN beziehungsweise NFV definiert werden, sollten Banken in Bezug auf Datenschutz und Sicherheit selbst Sorge tragen. Die Banken werden gemeinsam mit den Normierungsgremien ein Trust-Framework für IoT errichten müssen, das dafür sorgt, dass der User die Kontrolle über den Datenschutz behält und das internationale IoT-Sicherheitsstandards für globale Interoperabilität erfüllt werden. Das IoT bietet Finanzdienstleistern und anderen Unternehmen eine Art der Sicherheit und Verschlüsselung, insbesondere bei mobilen Geräten. Denken Sie an die Einzigartigkeit eines Menschen. Indem man den User zum Sicherheits-Device mit eingebetteten Zugangsdaten macht, wird er zu seiner eigenen IP-Adresse. Dies verringert die Systemintervention beim Zugriff auf Bankensysteme und sorgt gleichzeitig für eine wesentlich höhere Sicherheitsstufe.

Im Finanzbereich verzeichnet IoT exponentielle Wachstumsraten, da die Unternehmen zunehmend Anwendungsbeispiele finden, wie sie mithilfe von IoT-Technologie den Kundenservice verbessern können.“

Autor Jeffrey Granvold
Verizon_Jeffrey_Granvold-516Jeffrey Granvold hält bei Verizon die Position Leiter der Executive Consulting Partner im Bereich Financial Services. Jeff begann seine Karriere bei Verizon im Jahr 2011 als Principle Consultant und Teamleiter für die Core Accounts bei Ve­rizon-Terre­mark Trans­for­matio­nal Services. Im Jahr 2012 über­nahm er ei­ne füh­r­en­de Vertriebs-Positi­on und managte Account-Teams für South Cen­tral USA und Fi­n. Services Or­ganisationen.
Andererseits stellt die Flut an IoT-Transaktionen enorm hohe Anforderungen an Datencenter und ausgelagerte Einrichtungen – kämen hier herkömmliche WAN-Topologien zum Einsatz, würden die Kosten explodieren.

Software-Defined-WAN ist Zukunft

Das SD-WAN ist Teil der Evolution, die derzeit bei automatischer Netzwerkintelligenz und dynamischer Steuerung stattfindet. Es bietet exakt jene Flexibilität, die für das Erreichen von Marktführerschaft so enorm wichtig ist, besonders wenn der Markt selbst sich ändert. Klar ist, dass Privatkundenbanken mit Trust-Frameworks arbeiten müssen, damit sich Datenschutzrichtlinien erstellen und durchsetzen lassen.

Durch diese Frameworks wird IoT für mehr Banking-Automatisierung interessant – in Form von tragbaren Devices, deren Sicherheitsmechanismen auf der Einzigartigkeit des Menschen basieren.

Sie finden diesen Artikel im Internet auf der Website:
http://www.it-finanzmagazin.de/?p=36015
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