KARRIERE17. Jul. 2015

Jobprofile: Drei Thesen zur Zukunft der Bankfiliale

BVR/Bernd Lammel
BVR/Bernd Lammel

Kosten- und Digitalisierungsdruck stellen aktuelle Herausforderungen an die Filialnetze der Banken. Welche Auswirkungen hat dies auf Jobprofile und den Personalmarkt? eFinancialCareers macht Beschäftigten mit drei Thesen Mut.

These Nummer 1:
Die Filiale bleibt unerlässlich

Nach Angaben des Bundesverbands deutscher Banken sank die Zahl der Zweigstellen im Zeitraum 1997 bis heute von ehemals 63.000 auf unter 36.000. Ein Treiber dieser Entwicklung ist die fortschreitende Digitalisierung. Von den mit der Digitalisierung einhergehenden Herausforderungen sind Bankfilialen überdurchschnittlich stark betroffen. Eine aktuelle Roland Berger Studie stellt fest, dass 55 Prozent der Bankkunden künftig digitalisierte Multichannel-Filialen präferieren. These zum Thema Jobprofile und Personalmarkt: Die Filiale als Vertriebskanal und als direkter Kontaktpunkt zum Kunden bleibt unerlässlich. Dort, wo Finanzhäuser innovative Filialkonzepte umsetzen, können auch attraktive Arbeitsplätze entstehen. Ein Beispiel ist dabei die stärkere Trennung von Servicetätigkeiten und Beratungsaufgaben. Dienstleistungen, wie alltägliche Transaktionen, werden zunehmend digitalisiert. Währenddessen verlagern Filialen ihren Schwerpunkt auf die Beratung für komplexe Finanzprodukte, wodurch sich Jobprofile hier noch weiter ausdifferenzieren.

These Nummer 2: Persönliche Beratung ist nicht ersetzbar

Aktuelle Marktanalysen wie der „Retail Banking Radar“ von A.T. Kearney oder die Studie „Deutschlands Banken 2014“ von Bain & Company deuten auf zwei Entwicklungen hin: Erstens geht die Zahl der in den Filialen getätigten Transaktionen deutschlandweit zurück. In vielen Fällen in rapidem Tempo von 10 bis 15 Prozent innerhalb nur eines Jahres. Zweitens haben Filialbanken in Europa innerhalb von sechs Jahren (bis 2013) rund 250.000 Stellen abgebaut, dies entspricht rund 7% der gesamten Mitarbeiterschaft im Retail-Banking in Europa. Auch die Zahl der Berater ist Teil dieser Entwicklung. Einer DZ Bank-Studie zufolge werden von derzeit etwa 614.000 Beschäftigten im Retail Banking bis 2030 weniger als eine halbe Million angestellt sein. These zum Thema Jobprofile und Personalmarkt: Dass Mitarbeiter in einigen Bankfilialen durch Selbstbedienungsschalter und Videotechnologien abgelöst werden, ist kein Zukunftsszenario, sondern Fakt. Bei anspruchsvollen Finanzthemen, wie etwa Altersvorsorge, Baufinanzierung oder etwa Vermögensmanagement, wünschen sich Kunden aber weiterhin kompetente Berater und ein persönliches Gespräch. Chancen haben diejenigen Filialmitarbeiter, die eine hohe Versiertheit in der Beratung über mehrere Kanäle aufweisen und sich einen hohen Spezialisierungsgrad zum Beispiel als Finanzcoach für komplexe Finanzfragen angeeignet haben.

Tanja Apel-MitchelleFinancialCareers
eFinancialCareers

Darüber hinaus müssen sich Berater in Bankfilialen künftig neu fokussieren. Im Mittelpunkt steht nicht mehr der Vertrieb von Finanzprodukten, sondern die Wünsche der Kunden“

Tanja Apel-Mitchell, Director eFinancialCareers.de

These Nummer 3: Big Data ist auch ein Thema für die Bankfiliale

Um analoge sowie digitale Vertriebs- und Kommunikationskanäle erfolgreich zu integrieren, benötigen Banken valide Daten zu den individuellen Bedürfnissen und Verhaltensweisen ihrer Kunden. Vorbild sind Handelsunternehmen wie Amazon oder Zalando, die auf Basis von Einkäufen, Webseitennutzungen sowie weiterer Kundendaten treffsicher Produktempfehlungen abgeben können. Zwar ist das Konzept auf das Filialgeschäft nicht übertragbar. Aber auch Bankfilialen müssen heute in der Lage sein, Daten über Ihre Kunden entsprechend aggregieren und auswerten zu können. These zum Thema Jobprofile und Personalmarkt: Spezialisten für die Datenauswertung werden auch in Bankfilialen eine wichtige Rolle spielen. Ebenso IT- und Datenschutzexperten.

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http://www.it-finanzmagazin.de/?p=17597
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Quelle: WL BANK
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