JAVA-EE-MIGRATION6. Mai. 2015

MLP ersetzt IBM WebSphere durch Red Hat JBoss Enterprise Application Platform

MLP
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Auslaufende Lizenzen sind immer eine Chance sich neu zu orientieren. Die nutzte MLP und migrierte gleich mehrere geschäftskritische Anwendungen, die bislang unter IBM WebSphere 6 liefen, auf die Red Hat JBoss Enterprise Application Platform. Der Grund: Entfallende Lizenzkosten und eine vollständig zertifizierte Java-EE-Plattform. Darüber hinaus, so MLP, ließen sich neue Funktionen wie Sicherheit und Transaktionsmanagement einfacher und flexibler einführen.

MLP wurde 1971 gegründet und verwaltet mittlerweile mehr als drei Millionen Kundenverträge. Die zentrale Anwendungen dafür ist die eigenentwickelte Java-EE-Applikation „Brokerpilot“. Sie lief seit 2001 auf dem Application Server IBM WebSphere. WebSphere diente auch als Laufzeitumgebung für weitere Java-EE-Anwendungen wie den Authentifizierungs-Service oder das Tool Financepilot, über das die MLP-Kunden ihre Verträge einsehen können. Der Application Server stellt darüber hinaus technische Funktionalitäten wie Sicherheit, Transaktionsmanagement, Namens- und Verzeichnisdienste bereit und sorgt für die Kommunikation zwischen den Java-EE-Komponenten. Für den Betrieb und teilweise auch die Weiterentwicklung der Anwendungen sorgt der IT-Outsourcing-Partner Hewlett-Packard Enterprise Services.

Da Ende 2012 die Lizenz und damit auch der Support für IBM WebSphere ausliefen, stand MLP vor der Entscheidung, ein Update auf die aktuelle Version des Application Server zu installieren oder auf eine neue Lösung zu setzen.

MLP

Der Wechsel des Anwendungsservers für eine komplexe, historisch gewachsene Anwendung ist keine triviale Aufgabe. Hier ist es notwendig, eine Menge Code zu überprüfen und anzupassen“

Klaus Strumberger, CIO bei MLP

Dies gilt vor allem für die komplexe Bestandsverwaltung Brokerpilot, die aus rund einer Million Lines of Code besteht. Zudem ist der Brokerpilot über Schnittstellen mit anderen wichtigen Unternehmensanwendungen wie dem ERP-System verbunden.

Darüber hinaus musste das Team den Java ClassLoader und Namenskonventionen für Enterprise JavaBeans berücksichtigen, die zur Implementierung von Transaktions-, Namens- oder Sicherheitsdiensten benötigt werden. Bei jedem Application Server lädt der Java ClassLoader die Java-Klassen in spezifischer Art und Weise. „Dadurch verändert sich auch das Packaging der Anwendung und Anpassungen sind notwendig. Gleiches gilt auch für die Namenskonventionen und die Transaktionsabwicklung bei den Enterprise JavaBeans 3, die sich von den Enterprise JavaBeans 2 unterscheiden“, so Klaus Strumberger. Und zuletzt stellte sich die Frage: Läuft der neue Applikationsserver so stabil wie der alte?

Hewlett-Packard Enterprise Services mit im Boot

Im Jahr 2012 evaluierte MLP gemeinsam mit den Beratern von Hewlett-Packard Enterprise Services die Option einer Migration auf einen Open-Source-basierten Application Server. Der Vorteil: Dadurch entfallen Lizenzgebühren und das Unternehmen erzielt eine größere Flexibilität bei der Implementierung neuer Funktionen und Dienstleistungen. Die Wahl fiel auf die Red Hat JBoss Enterprise Application Platform aufgrund der Java-EE-Zertifizierung und des vollen professionellen technischen Supports von Red Hat. „Unsere Applikationen müssen die rechtlichen Regularien der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, kurz BaFIN, erfüllen und von professionellem Enterprise-Support begleitet sein“, erklärt Strumberger. „Daher kam die reine Open-Source-Community-Version von JBoss nicht für uns infrage.“
Hewlett-Packard Enterprise Services, ein Partner von Red Hat und MLP, unterstützte MLP bei der Migration mit Consulting sowie Professional Services, einschließlich Design, Planung und Implementierung.

Schrittweise Untersuchung der einzelnen Codezeilen

MLP-Zentrale in WieslochMLP
MLP-Zentrale in WieslochMLP

„Ohne deren Support wäre die Migration unserer Anwendungen von der alten WebSphere-Umgebung auf die neue Red Hat Enterprise Application Platform nicht zeit- und budgetgerecht möglich gewesen“, berichtet Strumberger. Schließlich waren für die reibungslose Migration des Brokerpilot auf den neuen Application Server einige Anpassungen notwendig.
Am Anfang standen der Kompatibilitäts-Check der umfangreichen Bestandsverwaltung und die schrittweise Untersuchung der einzelnen Codezeilen als Voraussetzung für die korrekte Konfiguration des Brokerpilot. Wegen bestimmter Eigenschaften der Red Hat JBoss Enterprise Application Platform musste Hewlett-Packard Enterprise Services Programmcode modifizieren, Bibliotheken verschieben und neue Strukturen einführen. Die Consultants änderten zudem die Packages von Anwendungen und implementierten einen neuen Service-Layer, um die Namenskonvention von EJB 3 zu unterstützen. Damit die Transaktionen korrekt ablaufen, ergänzten sie darüber hinaus Deployment-Deskriptoren speziell für EJB 3.

Die Erfahrung: Höhere Flexibilität und erheblich niedrigere Kosten

All die Anpassungen während der sechs Monate dauernden Migrationsphase haben sich gelohnt. „Der MLP Brokerpilot läuft auf der Red Hat JBoss Enterprise Application Platform höchst zuverlässig – mit flexibleren Funktionen und zu erheblich niedrigeren Kosten, da die Lizenzzahlungen wegfallen“, betont Strumberger. „Auch für unseren IT-Dienstleister Hewlett-Packard Enterprise Services vereinfacht sich der Build-Prozess dank der neuen Funktionen von JBoss EAP.“

Nach der erfolgreichen Migration des Brokerpilot übertrug Hewlett-Packard Enterprise Services weitere zentrale Anwendungen von MLP wie den Authentifizierungs-Service und Financepilot mit Tausenden von Benutzern nach bewährten Verfahren auf Red Hat JBoss EAP 6.

Red Hat
Red Hat

Grundla­ge für die Mi­grati­on ei­ner so äußerst komple­xen, ei­gen­entwickel­ten JEE-Ap­plikationen wie Brokerpilot ist u.a. ein Spezia­listen­te­am für die Analyse, das De­si­gn und die Um­setz­ung. Mit den kompe­ten­ten und erfah­renen Exper­ten von HP En­terprise Services wa­ren die­se Vor­aus­setzun­gen im Pro­jekt zu 100% erfüllt.“

Frank Issing, Senior Partner Manager bei Red Hat

Umstieg von RISC-UNIX- auf Standard-Server mit x86e

MLP plant den Einsatz weiterer Open-Source-basierter Technologien wie die Migration von Solaris auf Red Hat Enterprise Linux für den Betrieb der Infrastruktur im Rechenzentrum. Damit tauscht MLP klassische RISC-UNIX-Systeme durch Standard-Server mit x86-Architektur aus, die hohe Prozessorleistung bei niedrigem Energiebedarf liefern. Weiterer Vorteil für MLP: Red Hat Enterprise Linux ist sehr zuverlässig und flexibel, zudem bietet es Funktionen für Sicherheitsmanagement und zentrale Verwaltung.

Das Fazit vonKlaus Strumberger, CIO bei MLP: „Geschäftskritische Anwendungen wie der MLP Brokerpilot laufen auf der Red Hat JBoss Enterprise Application Platform höchst zuverlässig – und dies mit flexibleren Funktionen und zu erheblich niedrigeren Kosten, da die Lizenzgebühren wegfallen. Durch die neuen Funktionen vereinfacht sich auch der Build-Prozess für unseren IT-Dienstleister Hewlett-Packard Enterprise Services.“aj

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