STUDIEN & UMFRAGEN30. Mar. 2015

PCI DSS: 80 Prozent der Unternehmen fallen bei der Compliance durch

Verizon
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Fast 80 Prozent der Unternehmen fallen durch die Interimsbewertung ihrer PCI-Compliance und sind damit anfällig für Cyberangriffe, führt der von Verizon veröffentlichte PCI Compliance Report 2015 an. Mittlerweile werden über zwei Drittel der Einkäufe per Zahlungskarte beglichen. Der Umsatz mit Kreditkarten wird 2015 schätzungsweise 20 Billionen US-Dollar überschreiten.

In der vierten Ausgabe der Studie “PCI Compliance Report” untersucht der jährlich erscheinende Bericht von Verizon die Situation bei der Payment Card Industry Data Security Standard (PCI DSS) Compliance und den Zusammenhang mit Datenverletzungen unter anderem bei Finanzdienstleistern.

Die diesjährigen Ergebnisse zeigen, dass lediglich 29 Prozent der Unternehmen knapp ein Jahr nach ihrer letzten Prüfung noch hundertprozentig mit dem PCI DSS übereinstimmen. Wenngleich sich jährliche Compliance sowie eine laufende Pflege der Kontrollvorgaben auf niedrigem Niveau bewegen, liefert der diesjährige Bericht auch gute Nachrichten. Ihre Interim Compliance-Prüfung bestanden 2014 fast doppelt so viele Unternehmen wie 2013.

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Größter Schwachpunkt: Wartung und Pflege von Sicherheitssystemen

Die drei Schlüsselbereiche, bei denen Organisationen durchfallen, sind regelmäßiges Testen der Sicherheitssysteme sowie Wartung und Pflege von Sicherheitssystemen und Schutz von gespeicherten Daten. Simonetti erläutert: “Die Untersuchungen von Verizon zeigen eindeutig, dass bei allen untersuchten Datenverletzungen nicht ein einziges Unternehmen zum Zeitpunkt des Vorfalls vollständig die PCI-DSS-Regeln erfüllte.“

Weitere wichtige Ergebnisse des Berichts sind:
1. Zwischen 2013 und 2014 nahm die Compliance bei 11 der 12 PCI-DSS-Kontrollen zu. In anderen Worten: 60 Prozent der 2014 bewerteten Unternehmen waren konform mit den gestellten Anforderungen
2. Der durchschnittliche Zuwachs bei Compliance lag war bei 18 Prozentpunkte.
3. Der größte Sprung bei Compliance war beim Authentifizierungszugang (Anforderung 8) zu verzeichnen.
4. Testen der Sicherheitssysteme (Anforderung 11) war der einzige Bereich, in dem die Compliance zurückging – von 40 auf 33 Prozent.

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Aktuelle Sicherheitstechniken stoppen Angreifer nicht mehr

Der diesjährige Bericht lässt nach Angaben von Simonetti einen weiteren, besorgniserregenden Trend erkennen: Der Umfang und das Ausmaß der Datenverletzungen der vergangenen zwölf Monate ist der Beweis, dass aktuelle Sicherheits-Techniken die Angreifer nicht stoppen und in vielen Fällen nicht einmal behindern. PCI-DSS-Compliance muss als Bestandteil einer umfassenden Informationssicherheits- und Risikomanagement-Strategie gesehen werden. Eine PCI-DSS-Prüfung kann eklatante Sicherheitslücken aufdecken, die es zu schließen gilt. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Daten dann automatisch Cyberangriff sicher sind.

2015 PCI Compliance Report

Der diesjährige Bericht bezieht sich auf Daten aus über drei Jahren. Er enthält die Ergebnisse von PCI-Überprüfungen, durchgeführt von einem Verizon Team aus PCI Qualified Security Assessors bei Fortune-500-Unternehmen sowie bei großen multinationalen Konzernen in mehr als 30 Ländern. Im Report bietet Verizon eine eingehende Analyse der 12 PCI-Anforderungen an, unter anderem mit einem Blick auf Compliance gemäß Standard 3.0 sowie Standard 3.1, die schon bald erscheinen wird.
Der Report 2015 enthält weiter Einzelheiten, wie und in welchen Bereichen Unternehmen aus der einmal erreichten Compliance wieder herausfallen sowie einen Abschnitt zum Thema „Compliance leicht gemacht“ mit umsetzbaren Empfehlungen für Unternehmen, die PCI-compliant bleiben wollen.

Ähnlich wie die Verizon Berichtsreihe „Data Breach Investigations Report (DBIR)“ basiert der PCI Report auf der Arbeit an realen Fällen. Es ist der bislang einzige Bericht dieser Art innerhalb der Branche. Der vorliegende Bericht analysiert PCI Data Security Assessment-Daten mit Schwerpunkt Finanzdienstleistungen (30 Prozent), Einzelhandel (26 Prozent) sowie Hotels und Gaststätten (15 Prozent) auf dem amerikanischen Kontinent (55 Prozent), in Europa (23 Prozent) und der Asien-Pazifikregion (22 Prozent).

Den kompletten 2015 PCI Report können Sie kostenlos als PDF herunterladen.aj

Sie finden diesen Artikel im Internet auf der Website:
http://www.it-finanzmagazin.de/?p=12228
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