SAVEDO IM INTERVIEW23. Apr. 2015

Savedo bringt Zugang zu ausländischen Banken – Service soll den Unterschied machen

Christian Tiessen, geschäftsführer SavedoMaxThrelfallPhoto
Christian Tiessen, Geschäftsführer SavedoMaxThrelfallPhoto

Savedo ist ein Online-Marktplatz für hoch­ver­zins­liche europäische Festgeldanlagen und will damit sonst komplizierte ausländische Anlagen ermöglichen oder vereinfachen, denn: Kunden mussten bisher häufig persönlich bei der fremden Bank vorsprechen. Diese Barrieren hat Savedo abgeschafft. Wir haben mit Christian Tiessen, dem Geschäftsführer von Savedo gesprochen.

Herr Tiessen, warum verwendet Savedo im Logo und auf der Website eigentlich die Geno-Farben und deren Anmutung?

Wir haben uns für die Farben Orange und Blau entschieden, weil sie uns sehr gut gefallen. Wenn der Kunde durch Logo und Farbgebung einen positiven Eindruck von uns bekommt, freut uns das. Wir wollen aber eigentlich mit der Qualität unserer Produkte überzeugen und nicht mit Farben.

Was unterscheidet Savedo von anderen Anbietern wie zum Beispiel WeltSparen?

Seit vergangener Woche können auch Sparer in Österreich unsere Angebote nutzen. Savedo ist damit der erste und bislang einzige Online-Marktplatz für europaweite Festgelder in Österreich. Mit der Handelsblatt-Gruppe und der deutschen biw Bank für Investments und Wertpapiere AG haben wir zudem zwei sehr starke Partner. Management, Kundenservice und Technologieentwicklung sind bei uns unter einem Dach vereint. Dadurch können wir schnell auf die Bedürfnisse der Kunden und Veränderungen am Markt reagieren. Bis auf das Online Banking machen wir alles selbst und sind dadurch sehr flexibel.

Für wie groß schätzen Sie den Markt für digitale Festgeldkonten ein?

Österreicher gehören zusammen mit den Deutschen zu den Sparweltmeistern. Doch fällt das Sparen im derzeitigen Zinstief immer schwerer. Wir bieten mit unserer Plattform einen sicheren und einfachen Weg zu besseren Zinsen. In Österreich leben 8,5 Millionen Menschen, in Deutschland gut 81 Millionen – unser derzeitiger Markt hat damit rund 90 Millionen potenzielle Kunden.

Wie verhält es sich mit der Einlagensicherung, d.h. wie sind die Gelder garantiert – vor allem im Ausland?

Nach Richtlinien der Europäischen Union sind alle EU-Mitgliedsstaaten verpflichtet, nationale Einlagensicherungsfonds aufzubauen, die im Falle einer Bankinsolvenz das Geld der Kunden garantieren. Diese Garantie gilt allerdings nur bis zu einem Betrag von 100.000 Euro pro Kunde und Bank – deshalb haben wir bei unseren Festgeldern die Höchstanlagesumme auch auf 100.000 Euro begrenzt.

Was ist, wenn das Vermögen der Bank im Pleite-Fall nicht zur Einlagensicherung ausreicht? Ist das für jedes Land und jede Bank klar geregelt? Kann der jeweilige Staat in jedem Fall in die Bresche springen, und wenn ja, bis zu welchem Betrag?

Alle Banken, die Mitglied im jeweiligen nationalen Einlagensicherungsfonds sind, zahlen einen Beitrag in den Fonds ein – dazu sind sie nach Vorgaben der EU verpflichtet. Zusätzlich zahlen in der Regel auch die Regierungen in den Fonds ein. Gerät eine Bank in finanzielle Schieflage und droht Pleite zu gehen, dann greift der Fonds. Selbst wenn eine Bank die Spareinlagen ihrer ausländischen Kunden komplett verbrannt hat, bekommen diese ihr Erspartes (bis maximal 100.000 Euro) aus dem Fonds zurück. Man kann auch sagen: Wenn eine Bank Mist baut, dann müssen die anderen Banken und der Staat dafür haften. Einen solchen Fall gab es im vergangenen Jahr in Bulgarien: Hier musste eine Bank Insolvenz anmelden, dann griff die Einlagensicherung, die Kunden bekamen ihr Erspartes zurück, und weil das finanzielle Volumen des Fonds nicht ausreichte, um alle Sparer zu entschädigen, hat der bulgarische Staat entsprechend weiteres Geld in den Fonds eingezahlt.

Wer ist Ihre Partnerbank in Deutschland?

Wir sind selbst keine Bank, sondern agieren als Vermittler zwischen privaten Sparern und Banken aus unseren Nachbarländern. Alle Geldtransaktionen, also die Einzahlung auf ein Festgeldkonto im EU-Ausland sowie die Auszahlung nach Ende der Laufzeit, werden über das Online Banking-Angebot unserer deutschen Partnerbank, der biw Bank für Investments und Wertpapiere AG, abgewickelt. Die biw AG ist Mitglied im Bundesverband deutscher Banken e.V. und beschäftigt rund 120 Mitarbeitern an drei deutschen Standorten sowie in Wien.

Wie finanziert sich Savedo?

Wir verstehen uns in erster Linie als moderner Finanzdienstleister für private Sparer. Unser Online-Marktplatz ist zugleich aber auch eine Plattform für europäische Banken, über die sie ihre Produkte, unterstütz durch unseren deutschsprachigen Kundenservice, in Österreich und Deutschland anbieten können. Dafür erhalten wir von den Banken entsprechende Provisionen. Für die Kunden ist unser Service aber kostenlos.

Welche Investoren stehen hinter Savedo?

Zu unseren Investoren gehören neben dem FinTech-Inkubator FinLeap auch Point Nine Capital, DvH Ventures sowie weitere Business Angels aus dem Start-up- und Bankenumfeld.

Warum benutzt Savedo noch das alte PostIdent-Verfahren und nicht etwas modernes, wie zum Beispiel IDnow?

Bald werden sich unsere Kunden auch bequem per VideoIdent identifizieren können. Die Identifizierung per Ident.Brief wird aber weiterhin möglich bleiben. Der Kunde soll selbst entscheiden, welches Verfahren er nutzen möchte.

Wie ist die Idee entstanden?

Warum sollten sich Sparer mit den mickrigen Zinsen in Österreich oder Deutschland zufrieden geben, wenn bei unseren Nachbarn viel bessere Renditen erzielt werden können? Eine Antwort auf diese Frage konnten wir bis heute nicht finden. Aus der bescheidenen Sparsituation entstand also das Ziel, eine moderne Plattform für Finanzprodukte aufzubauen, die hohe Zinsen aus ganz Europa nach Österreich bzw. Deutschland bringt.

Welche Bank-Erfahrung haben Sie bzw. Savedo-Mitarbeiter?

In unseren Büros in Berlin arbeitet aktuell ein 30-köpfiges Team aus internationalen Finanz- und Online-Experten. Für unsere Kunden die besten Sparprodukte in ganz Europa zugänglich zu machen, ist das eine Ziel, das wir täglich verfolgen. Hierfür haben wir Finanzexperten, die vor ihrer Zeit bei Savedo jahrelange Berufserfahrung im klassischen Bankgeschäft gesammelt haben. Nur die besten Produkte anzubieten, reicht natürlich nicht. Ebenso wichtig ist für uns, eine moderne Online-Plattform aufzubauen bzw. weiterzuentwickeln, die den Kunden einfach und sicher die Anlage in Festgelder ermöglicht. Hierfür braucht es kreative IT-Experten, die schnell Lösungen für technische Hürden entwickeln – und die wir natürlich auch haben.

Wie stehen Sie zu Banken? Sind Sie ein Banking-Herausforderer?

Wir nehmen den Wettbewerb mit den klassischen Banken gerne an. Was das Angebot an lukrativen Sparprodukten betrifft, sehen wir uns derzeit weit voraus. Daneben investieren auch die Banken seit Jahren enorme Summen in die Digitalisierung ihrer Dienstleistungen. Nur bringt das wenig, wenn die angebotenen Produkte keine Gewinne versprechen.

Was sind aus Ihrer Sicht die interessantesten Themen im Banking der nächsten Jahre?

Digitalisierung, Digitalisierung, Digitalisierung.

Wie wird Savedo in fünf Jahren aussehen? Was werden Sie – realistisch – erreicht haben?

Wir sind zuversichtlich, in den nächsten Jahren zum sichersten und größten Online-Marktplatz für Sparprodukte aufzusteigen. Momentan sind unsere Angebote nur für Sparer in Österreich und Deutschland erreichbar, das soll sich schnell ändern. Die Erweiterung unserer Produkte sowie eine weitere Internationalisierung haben hohe Priorität.

Herr Tiessen, vielen Dank.rk

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