KOMMENTAR24. Nov. 2015

Six Payment Services: Mangel an Innovation behindert Weiterentwicklung des Kreditkartengeschäfts

Sascha Breite, SIX Payment Services SIX Payment Services
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Die Bain & Company-Studie von „Veränderung im Zahlungsverkehr: Innovationssturm bedroht Kreditkartengeschäft“ zeigt die Bedrohung der traditionellen Player in der Kreditkartenindustrie auf.  Der Studie zufolge seien fehlende Innovation der Kreditkartenindustrie der Auslöser. Einerseits boomen FinTechs, andererseits setzten große Tech-Giganten wie Google, Amazon oder Apple neue Maßstäbe was technische Raffinesse und Nutzerfreundlichkeit aktueller bargeldloser Bezahlwege anbetrifft. Hinzu kommen technologische Veränderungen, die das traditionelle Geschäftsmodell der Kreditkartenindustrie und der Banken bedrohen.

von Sascha Breite, SIX Payment Services

Lange Zeit war der Markt für Bezahlverfahren keinen großen Veränderungen unterworfen. Ausgelöst durch die Finanzkrise, die zunehmend schwankende Markentreue der Verbraucher und nicht zuletzt den technologischen Fortschritt nimmt der Innovationsdruck auf Finanzdienstleister stetig zu. Der Siegeszug mobiler Endgeräte und neuer Payment-Technologien bietet hier Chancen für eine positive Positionierung der Zahlungsdienstleister.

Laut Bain & Company steigt der weltweite Umsatz im Online-Payment von heute 15 Billionen US-Dollar auf fast 20 Billionen US-Dollar im Jahr 2020. Banken und Kreditkartenanbieter müssen sich gleichzeitig mit technologischen Neuerungen als auch Kostenoptimierungen auseinandersetzen. Auf dem Weg dorthin, werden 5 wichtige Herausforderungen für moderne Zahlungsverkehrsdienstleister genannt:

1. Sicherheit – Kreditkartenunternehmen müssen die Schnittstellen im Zahlungsverkehr im Blick behalten, um das Händlergeschäft gegen die Newcomer zu verteidigen und sich nicht lediglich auf die Standarddienstleistungen stützen zu müssen.
2. Angepasste, flexible Kundenangebote – Banken und Kreditkartenunternehmen sollten sich in zunehmendem Maße in der Kundenansprache sehr genau auf die Bedürfnisse der jeweiligen Zielgruppen einstellen.
3.  Effektive Vermarktungskanäle – Mithilfe der passenden Technologieexpertise können sich Unternehmen wettbewerbsfähig aufstellen.
4. Offenheit für neue Bezahlsysteme – Die Branche sollte sich den technischen Neuerungen gegenüber aufgeschlossen zeigen und strategische Optionen für mehrwertige Dienste schließen.
1. Nutzung vorhandener Kundendaten – Ein Bezahlvorgang lässt viele interessante Rückschlüsse über den Verbraucher zu, die Kreditkartenindustrie sollte sich dieses Wissen zunutze machen.

Was bleibt zu tun? Dienstleister für die Kartenakzeptanz im Handel sollten sich neu gegenüber ihren Kunden positionieren. Im Grunde genommen müssten sich Zahlungsverkehrsdienstleister gegenüber Händlern als Technologiepartner und -berater aufstellen. Dieser Wandel ist allerdings leichter gesagt als getan: Denn für diese veränderte Rolle sind Flexibilität und neue organisatorische Fähigkeiten vonnöten, die heute nur teilweise wenn überhaupt gegeben sein mögen. Der Schlüssel für die Zukunftsfähigkeit liegt demnach in einer gestärkten Innovationskraft und erweiterten Geschäftsmodellen neben den bewährten Prädikaten wie Sicherheit und Zuverlässigkeit. Einige Unternehmen vollziehen bereits diesen Wandel. Banken und Kreditkartenunternehmen können sich nicht einfach zurücklehnen und die Entwicklung weiter beobachten. Es ist an der Zeit, sich im Wettbewerb neu zu positionieren und sich mit den richtigen technologischen Partnern an der Seite zukunftsfähig aufstellen.

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