STUDIE: „NEXT GENERATION BANKING“4. Dez. 2015

Sparda Bank: Die Banken geraten zunehmend unter Druck – aber es ist noch nicht zu spät zu handeln

Sparda Bank Hamburg
Sparda Bank Hamburg

Mit der Studie „Next Generation Banking“ hat die Sparda-Bank Hamburg, gemeinsam mit dem CFin – Research Center for Financial Services, eine umfassende Untersuchung über die Entwicklungen des Finanz­dienst­leistungs­sektors bis zum Jahr 2025 vorgelegt. Grundlage der Studie ist eine Befragung von 116 Vorständen und Führungskräften aus dem Banken- und Nichtbanken-Sektor (FinTechs).

Die traditionelle Rolle der Banken als Finanzintermediär wird durch den tiefgreifenden Strukturwandel als Folge der Digitalisierung sowie den Eintritt neuer branchenfremder Wettbewerber – den FinTechs – zunehmend gefährdet. Die FinTechs zeichnen sich dabei vor allem durch benutzerfreundliche Technologien und innovative Ideen aus und setzen damit das traditionelle Geschäftsmodell der Banken stark unter Druck.

2016: Die Herausforderungen für Banken

Durch die zunehmende Digitalisierung haben etablierte Anbieter in den letzten Jahren zunehmend Konkurrenz bekommen.Sparda Bank Hamburg
Durch die zunehmende Digitalisierung haben etablierte Anbieter in den letzten Jahren zunehmend Konkurrenz bekommen.Sparda Bank Hamburg

Neben den Auswirkungen des durch die Digitalisierung getriebenen Strukturwandels im Finanzdienstleistungssektor, stehen die Banken in den kommenden Jahren vor einer Reihe weiterer, bedeutender Herausforderungen.

So sehen 99% der Studienteilnehmer den Kostendruck und die sinkenden Erträge als zukünftig größte Herausforderungen an, gefolgt von der Umsetzung regulatorischer Vorgaben (93%) sowie den Auswirkungen der anhaltenden Niedrigzinsphase (90%). Diese Themen werden aktuell sogar wichtiger als die Bedrohung durch neue Wettbewerber (80%) erachtet.

 

Sparda Bank Hamburg
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Das Internet bringt traditionelle Geschäftsmodelle der Finanzdienstleister ins Wanken.
Nichts bleibt so wie es ist. Schnelles, strategiegeleitetes Handeln ist geboten“

Dr. Heinz Wings, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Sparda-Bank Hamburg eG

Reaktionen der Banken auf das veränderte Umfeld

Als Reaktion auf diese Veränderungen rechnen 97% der Studienteilnehmer mit einem Cost Cutting in Form von Filialschließungen und Umstrukturierungen sowie einer Vielzahl an Fusionen (88%). Von diesen Entwicklungen werden vor allem die Volksbanken und Raiffeisenbanken sowie die Sparkassen, die über ein flächendeckendes Filialnetz verfügen, betroffen sein.

Geschäftsfelder im PrivatkundensegmentSteinbeis-Hochschule Berlin
Geschäftsfelder im PrivatkundensegmentSteinbeis-Hochschule Berlin
Als wesentlicher Schlüsseltrend wird vor allem die Digitalisierung der Vertriebswege, Bankprodukte und Geschäftsprozesse gesehen. Dabei steht vor allem das Thema Vernetzung im Vordergrund. 93% der Studienteilnehmer halten es für sehr wahrscheinlich, dass sich bis zum Jahr 2025 mobile Endgeräte mit sozialen Medien vernetzen, wodurch sich neue Kundenkontaktpunkte sowie digitale Möglichkeiten zur individuellen Angebotsgestaltung ergeben.

 Trotz der fortschreitenden Digitalisierung geht die Mehrheit der Studienteilnehmer jedoch nicht davon aus, dass sich digitale Währungen, wie zum Beispiel Bitcoin, etablieren werden, wobei Banken und Nichtbanken dabei eine unterschiedliche Meinung vertreten.

Die befragten Banken-Vertreter glauben noch weit überwiegend (87%) bezüglich des Bargeldes an seine ungeschmälerte Zukunft. Etwa die Hälfte der Nichtbanken-Studienteilnehmer gibt aber schon digitalen Parallel-Währungen eine Chance.

Die Alterspyramide und letztlich das damit verknüpfte Kunden-Zahlungsverhalten werden künftig die Wahrheit zeigen“

Dr. Heinz Wings, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Sparda-Bank Hamburg eG

Schwächen der Banken im Vergleich zu den neuen Wettbewerbern.Sparda Bank Hamburg
Schwächen der Banken im Vergleich zu den neuen Wettbewerbern.Sparda Bank Hamburg

Strukturveränderungen im Wettbewerb

Daneben entstehen durch die hohe Marktdynamik deutliche Veränderungen in den Markt- und Wettbewerbsstrukturen. Profiteure dieser Entwicklungen sind vor allem IT-Konzerne und Start-ups, welche ihre Marktanteile zu Lasten der Banken in den kommenden Jahren stark ausbauen werden.

Als größte Wettbewerber werden dabei von 92% der Studienteilnehmer vor allem große Internetkonzerne wie Google und Apple gesehen, die Zugriff auf die Daten des Kunden haben möchten. Daneben werden Zahlungsverkehrsanbieter bzw. -provider (90%) sowie Start-ups (71%) als kommende Herausforderer gesehen.

Um in diesem Umfeld bestehen zu können, ist es notwendig, dass sich die Banken ihrer Stärken in Form von Vertrauen und qualifiziertem Personal bewusst werden und diese in den Mittelpunkt ihrer Strategie stellen.

Schlüsseltrends im Banking bis 2025

Sparda Bank Hamburg
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Der Askpekt: Innovationstempo

Auf den Punkt gebracht: Das Innovationstempo spielt eine elementare Rolle beim Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit. Banken müssen zwar nicht zum Innovationsführer werden (73%), jedoch sollten die Prozesse flexibler gestaltet werden, um zeitnah auf entsprechend neue Entwicklungen reagieren zu können. Hierzu kann es für Banken nützlich sein, die Impulse aus anderen Branchen bei der Angebotsgestaltung zu nutzen. Vor allem der Handel (86%) sowie Telekommunikationsunternehmen (63%) werden von den Studienteilnehmern als besonders geeignet erachtet.

Banken werden für die Entwicklung und Erweiterung neuer Geschäftsmodelle zukünftig mit anderen Branchen kooperieren müssen, um langfristig am Markt zu bestehen“

Zusätzlich ist eine Anpassung der Vertriebswege erforderlich. Zwar wird nach Meinung der Studienteilnehmer die Filiale weiterhin ihre Berechtigung haben, insbesondere bei komplexen Beratungsthemen, jedoch sind 71% der Meinung, dass die Bedeutung der Filiale bis 2025 in den Hintergrund geraten und durch den Vertrieb über Smartphones (97%) und das Internet (97%) verdrängt wird.

„Für den Erfolg der Banken wird es zukünftig von zentraler Bedeutung sein, auf allen Kanälen präsent zu sein“, so Prof. Dr. Jens Kleine, Mitautor der Studie.

Die Studien-Ergebnisse können als Auszug (hier „At a Glance“) und „Komplette Studie“ hier heruntergelanden werden.

Sie finden diesen Artikel im Internet auf der Website:
http://www.it-finanzmagazin.de/?p=23584
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