SPARKASSEN, FINTECHS & PAYDIREKT25. Feb. 2016

Sparkassen sehen FinTechs als Partner und Impulsgeber – Fahrenschon spricht Kompliment aus

DSGV Präsident Georg FahrenschonDSGV
DSGV

In seiner Rede anlässlich der Handelsblatt-Tagung „Zukunftsstrategien Sparkassen und Landesbanken“ beleuchtete DSGV Präsident Georg Fahrenschon heute unter anderem das Verhältnis zu FinTechs und das neu entstehende Verhältnis zum Sparkassen-Kunden. Dabei stellte er klar, dass sich gerade die Sparkassen um die Wünsche der Kunden kümmern müssen – und das es nicht darum gehe, sich gegen FinTechs durchzusetzen, sondern vielmehr von ihnen zu lernen und innovative Unternehmen als Partner einzubinden.

In seiner Rede anlässlich der Fachtagung in Berlin ging es im Kern darum, ob sich die klassischen Kreditinstitute gegen die allerorten aufkommenden FinTechs werden durchsetzen können. Daraufhin sprach er den FinTechs direkt ein handfestes Kompliment aus:

Es ist beeindruckend, wie viele Ideen derzeit in FinTechs geboren werden. Und es ist erfreulich, dass diese Innovationsfreude Schwung in die Gestaltung scheinbar langweiliger kreditwirtschaftlicher Anwendungen bringt. Wir können und wollen davon lernen.“

Allerdings wies er auch darauf hin, dass es ein grundlegender Unterschied sei, Innovationen zu entwickeln oder sie breitenwirksam einzusetzen. Die Erfahrung der Sparkassen wäre, dass der Markt in seiner Breite nicht so rasch reagiert, wie manche prognostizieren würden. Das gelte auch und besonders im Zahlungsverkehr.

Wir betrachten die FinTechs deshalb als Partner und Impulsgeber.“

Wichtig sei, dass die Sparkassen diese Impulse der FinTechs aufnehmen würden, um die Chancen zu nutzen – denn: „Wir [die Sparkassen, anm. d. Red] haben allerdings viel bessere Chancen als die FinTechs, solche Neuerungen mit der Kraft unserer Marke und dem uns entgegengebrachten Vertrauen breit im Markt umzusetzen“, begründete Fahrenschon.

Als Beispiel führte er die zuletzt in die Kritik geratene SparkassenApp an: Sie erhalte beste Bewertungen, wird am häufigsten in den einschlägigen Shops heruntergeladen und steht mit über 800 Mio. Kundenkontakten pro Jahr weit an der Spitze.

Aus dem Ruder gelaufen: Fahrenschon spricht von regulatorischem Wust

Auch wenn Georg Fahrenschon in seiner Rede mehrfach auf die Wichtigkeit der Regulierung hinwies – sie bereitet ihm und wohl noch vielen weiteren Bankern deutlich sorgen: „Eine mittelgroße Sparkasse muss heute allein 15 Sonderbeauftragte beschäftigen, die sich um Regulatorik kümmern. Kleine, sehr kundennahe Institute müssen inzwischen nur deshalb fusionieren, damit sie den regulatorischen Wust angemessen bewältigen können.

Die Politik sollte aufpassen, dass sie mit den regulatorischen Anforderungen nicht selbst zum größten Hindernis für Kundennähe wird.“

Sparkassen wollen für den Schutz der Kundendaten garantieren

Besondere Bedeutung legte Fahrenschon auf die Feststellung, dass der Schutz von Kundendaten bei den Sparkassen in Deutschland höchste Priorität habe. „Daten sind die Rohstoffe der Zukunft und wecken große Begehrlichkeiten. Insbesondere Zahlungsverkehrsdaten liefern ein umfassendes Bild über das Konsumverhalten der Menschen“, so Fahrenschon.

Seitenhieb auf PayPal, Apple, Google & Co.

Viele Angebote, die zunächst kostenlos erschienen, müssten, seiner Ansicht nach, mit der Preisgabe der Daten bezahlt werden. „Das Geschäftsmodell der Sparkassen ist ehrlicher: Kunden bezahlen für Kontoführung und Nutzung unserer Dienstleistungen, das ist transparent. Im Gegenzug wissen sie, dass wir ihre Daten nicht weiter verkaufen“, so Fahrenschon.

In diesem Zusammenhang biete auch paydirekt einen klaren Mehrwert. „paydirekt ist ein deutsches Bezahlverfahren mit deutschen Eigentümern. So wüssten Sparkassen-Kunden sowohl bei ihrer Sparkasse als auch bei paydirekt immer, mit wem sie es zu tun haben.“ Die technischen Vorbereitungen seien inzwischen beendet. Ab Ende April würden alle Sparkassen an das System angeschlossen.  Fahrenschon: „Der Markteintritt der Sparkassen wird die Attraktivität des neuen Bezahlverfahrens ‚made in Germany‘ sicherlich deutlich erhöhen.“ Derzeit stehe bei paydirekt die Händleransprache im Mittelpunkt.

Die vollständige Rede von Georg Fahrenschon können Sie hier als PDF herunterladen.

Sie finden diesen Artikel im Internet auf der Website:
http://www.it-finanzmagazin.de/?p=27209
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)
Loading...

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bild: ATIMA
banqtec präsentiert sich auf der ATMIA 2014

Die auf SB-Servicemanagement spezialisierte banqtec war in diesem Jahr auf der "ATM Industry Association" (ATMIA) in London vertreten (03.06.- 04.06.2014 im Lancaster Hotel in London). Die...

Schließen