STUDIEN & UMFRAGEN6. Aug. 2014

Studie: FinTechs greifen Banken und Versicherer an

Quelle: g_peshkova/bigstock.com
Quelle: g_peshkova/bigstock.com
Kundenfreundlich, preisgünstig und transparent – so wollen IT-Start-ups mit Online-Finanzdienstleistungen immer mehr Bank- und Vericherungskunden erobern. Welche FinTechs ernstzunehmende Herausforderer sind, wollen die Berater von Horváth & Partners in ihrer aktuelle Marktanalyse zeigen. Die Berater geben darin zudem Handlungsempfehlungen, wie Banken und Versicherer auf die neuen Player am Markt reagieren können.

Durch Angebote wie die von nutmeg oder ayondo wird zum Beispiel komplexe Vermögensverwaltung mit nur wenigen Klicks individualisiert und online abschließbar. CurrencyFair und TransferWise bieten mit Währungstransfers eine altbekannte Leistung an – jedoch zu deutlich niedrigeren Preisen. Und mit Mint bearbeitet der Kunde all seine Konten auf einer zentralen Plattform. Im Online-Banking brechen damit neue Zeiten an.

FinTechs bieten keine vollkommen neuen Produkte und Dienstleistungen an, sondern grenzen sich von klassischen Banken und Finanzdienstleistern in erster Linie durch eine spürbar höhere Kundenorientierung ab“
Dr. Ingo Kipker, Studienleiter und Partner Horváth & Partners

Die Top 12 Fin­Techs nach Horváth & Partners 

Für die Analyse betrachteten die Banken-Experten von Horváth & Partners fünfzig Geschäftsmodelle von Start-ups im Finanzsektor. Anhand der Kriterien Benutzerfreundlichkeit, Massentauglichkeit und Auswirkung auf klassische Finanzdienstleister ermittelten sie die Top 12 FinTechs:

 nutmeg.co.uk, GB und ayondo.de, D (Vermögensverwaltung)
 marketinvoice.com, GB (Factoring)
 lendingclub.com, USA (Peer-to-Peer-Kredite)
 kreditech.com, D (Kreditvergabe)
 kickstarter.com, USA und seedmatch.de, D (Projekt-, Unternehmensfinanzierung)
 borro.com, GB (Onlinepfandhaus)
 currencyfair.com, IRL und transferwise.com, GB (Währungstransfer)
 mint.com, USA (Kontenmanagement)
 pixelpin.co.uk, GB (Online-Authentifizierung)
 photopay.net, GB (Überweisungen)
 friendsurance.de, D (Versicherungen)

Angriff auf die Geschäftsmodelle

Quelle: Horvath Partners
Quelle: Horvath Partners
Seit der Finanzkrise sind viele Kunden skeptisch gegenüber klassischen Banken. „Mit transparenten Preismodellen und einer einfachen Darstellung ihrer Leistungen schaffen FinTechs dort Vertrauen, wo es zuletzt fehlte“, so Kipker. „Weil sie Nischenanbieter bzw. Monoliner sind, können sie ihre Leistung gezielter optimieren als eher breit aufgestellte Banken und sind so bemerkenswert kundenfreundlich. Und dank vollautomatisierter Prozesse sind sie obendrein schneller als jeder Bankberater.“ Kreditech analysiert zum Beispiel alle online verfügbaren Daten eines Kreditantragstellers, um seine Bonität zu überprüfen und ein persönliches Kreditangebot zu erstellen. Dies geschieht in weniger als einer Minute.

Chance oder Bedrohung für traditionelle Anbieter?

Wie Banken und Versicherer sich vor den neuen Angreifern wappnen können? Indem sie von deren Stärken lernen. „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für Banken und Versicherer, das eigene Geschäftsmodell sowie die Kundenorientierung zu überprüfen“, betont Kipker. Und auch bei den internen Abläufen lohnt sich ein Blick auf die jungen Wilden. Denn wer Prozesse automatisiert, gewinnt mehr Zeit für den persönlichen Kundenkontakt – und dieser ist nach wie vor ein wichtiges Argument für die klassischen Anbieter.

Die Marktanalyse finden Sie hier zum Download.

Sie finden diesen Artikel im Internet auf der Website:
http://www.it-finanzmagazin.de/?p=2133
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