STUDIEN & UMFRAGEN27. Mai. 2016

Studie: IT Stauatlas – Warum Kernbanksysteme die Geschäftsentwicklung der Banken ausbremsen

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PPI

Private Bankhäuser kommen mit der digitalen Kundenkommunikation nicht voran: Bei Projekten zum Ausbau von Vertriebswegen sowie den digitalen Services im Online- und Mobile-Banking besteht akute Staugefahr. Das sind Ergebnisse des IT-Stauatlas 2016 der Unternehmensberatung PPI, für den Führungskräfte von Privatbanken befragt wurden.

Der IT-Stauatlas 2016 untersucht, mit welchen Projekten sich deutsche Privatbanken (ohne Sparkassen und Genossenschaftsbanken) aktuell beschäftigen und inwieweit IT-Systeme die Banken in ihrer Geschäftsentwicklung bremsen. Dabei stellte sich heraus: Beim Ausbau von Online-Services haben die befragten Banken im vergangenen Jahr nur etwa die Hälfte ihres Solls erfüllt. Beim Kundenmanagement und beim Ausbau der Vertriebswege bleiben die Projekte sogar noch dahinter zurück. Dabei steht diese Profilbildung beim Kunden in diesem Jahr weit oben auf der Agenda.

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Für die Banken geht es jetzt ans Eingemachte. Denn vom Erfolg bei der digitalen Kundenkommunikation hängt ihre Zukunft ab.“

Christian Appel, Partner bei PPI

 Vor allem die privaten Banken mit häufigem direkten Kundenkontakt wollen dieses Feld verstärkt beackern: Sechs von zehn Bankhäusern haben sich für 2016 Kundenmanagement und den Ausbau ihrer Vertriebswege auf die Fahnen geschrieben. Dafür sind enorme Umbaumaßnahmen bei den IT-Systemen erforderlich.

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Ausbau der Vertriebswege steckt im Stau

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Geplante Projekte, die sich wegen der Legacy-IT beim Kernbanksystem nicht wie gewünscht umsetzen lassen.PPI

Nur kommen die Banken aktuell bei ih­ren wichtigs­ten Pro­jek­ten nicht voran. Am stärks­ten hakt es aus­ge­rech­net bei den Banken mit häufigem Kon­takt direkt zum Kun­den, die Unzufriedenheit bei den Ver­antwortli­chen ist ver­gleichsweise groß. So ist etwa jede vier­te Privatbank unzufrieden mit dem Umsetzungs­stand beim Aus­bau der Vertriebswege. Die Häu­ser ste­cken im Stau. Bei Digi­talisierungs­projek­ten sowie der Ent­wicklung neuer Pro­dukte und Leis­tun­gen ist die Unzufriedenheit ähnlich groß. Bei ei­nem Fünf­tel der Banken hakt es beim Aus­bau der Online-Services. Die Umsetzung regulatori­scher Anforde­run­gen dagegen, die die Banken laut Studie in diesem Jahr eben­falls stark be­schäftigt, scheint gut zu lau­fen: Bei diesen Pro­jek­ten zeigt der Stauatlas weitgehend freie Fahrt.

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Neue Regularien, die der Gesetzgeber vorgibt, neue Wettbewerber wie zum Beispiel FinTechs und geänderte Kundenanforderungen – die Banken sehen sich vor einer Vielzahl neuer Herausforderungen und müssen mit entsprechend vielen Projekten jonglieren. „Die Umsetzung regulatorischer Anforderungen fordert die IT heraus und bindet Kräfte. Die Banken müssen zusehen, dass neben den Muss-Projekten noch Luft bleibt für strategische Projekte. In der Praxis ist das ein Spagat“, sagt Christian Appel, Partner bei PPI. Diesen Druck spüren besonders die privaten Banken mit direktem Kundenkontakt. Vier von fünf Häusern – und damit im Branchenvergleich überdurchschnittlich viele – sehen ihre Geschäftsentwicklung von diesen geänderten Kundenanforderungen und Wettbewerbsbedingungen beeinflusst.

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Veraltete IT behindert Zukunftsprojekte

Als Ursachen für den Projektstau verweisen die Verantwortlichen zumeist auf hohe Kosten und Budgetmangel. Auffällig ist auch, dass private Banken mit direktem Kundenkontakt besonders häufig veraltete Kernbanksysteme als Bremsklötze für Projekte ins Feld führen. Mehr als ein Drittel fühlt sich durch ihr IT-Herzstück behindert. „In diesem Bereich sind die Direkt- und Investmentbanken meist einen Schritt weiter. Die privaten Banken mit direktem Kundenkontakt müssen längst fällige strategische Fragen in ihrer IT-Architektur beantworten“, sagt Christian Appel.

Über die Studie

Im Rahmen einer CATI-Befragung (Computer Assisted Telephone Interview) wurden im Januar 2016 54 Führungskräfte in privaten Banken aus den Bereichen Organisation, IT, Business Development, Risk Management und Wertpapierservice befragt. Mit der Einbeziehung von 54 Instituten, die insgesamt eine Bilanzsumme von ca. 800 Mrd. Euro erwirtschaften, wurde rund ein Viertel der insgesamt knapp 200 deutschen Privatbanken in der Studie berücksichtigt.

Weitere Informationen zur Studie können bei PPI über das Kontaktformular angefordert werden.

Sie finden diesen Artikel im Internet auf der Website:
http://www.it-finanzmagazin.de/?p=31652
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