KURZ NOTIERT29. Feb. 2016

Underground-Economy-Foren: BKA-Schlag u.a. gegen ausgespähte Kreditkarten- und Online-Banking-Daten

igor stevanovic/bigstock.com
igor stevanovic/bigstock.com

BKA, Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt und das Bundes­kriminal­amt teilten soeben mit, dass sie einen erfolgreichen Schlag gegen Betreiber und Nutzer von Underground Economy Foren durchgeführt hätten. Dabei seien fünf Darknet-Plattformen beschlagnahmt worden. Neun Festnahmen.

Auf den fünf Plattformen seien neben Waffen und Drogen auch ausgespähte Daten (Kreditkarten- und Online-Banking-Daten und „gehackte“ Zugänge zu verschiedenen Internetdiensten) gehandelt worden. Darüber hätte die „Angebotspalette“ auch kriminelle Dienstleistungen, beispielsweise die Infektion von Computern mit Schadsoftware oder DDoS-Attacken umfasst.

Die im Zuge der Ermittlungen gewonnenen Erkenntnisse würden belegen, wie wichtig der – auf Initiative Hessens – neu geschaffene Straftatbestand der Datenhehlerei (§ 202d StGB) ist, da der Handel mit rechtswidrig erlangten Daten auf kriminellen Online-Marktplätzen weit verbreitet sei und hier bislang eine Strafbarkeitslücke bestanden habe.

Durchsuchungen in 69 Wohnungen, zwölf Bundesländern und sechs Ländern

Die internationalen Durchsuchungen und Festnahmen wurden von der Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt (Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität) und des Bundeskriminalamtes (BKA) durchgeführt. So seien die Beamten in zwölf Bundesländern und mit ausländischen Partnerdienststellen in Bosnien-Herzegowina, der Schweiz, Frankreich, den Niederlanden, Litauen und Russland in der vorigen Woche in insgesamt 69 Wohnungen und Firmenräume im In- und Ausland vorgegangen. Neun dringend Tatverdächtige wurden festgenommen. Mutmaßlicher Hauptbetreiber ist ein 27-jähriger bosnischer Staatsangehöriger. Außerdem beschlagnahmten die Ermittler Bargeld und Vermögenswerte in Höhe von ca. 150.000,00 Euro sowie zwei „Bitcoin-Tresore“.

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