EVENTS & MESSEN7. April 2017

EXEC 2017: Die FinTech-Piraten entern Berlin

Sven Korschinowski

Die FinTech-Community Deutsch­lands traf sich am 5./6. April zur EXEC in Berlin. Diesmal dabei auch Insur­Techs. Viele sprachen von einem Klassentreffen der Szene. Allerdings konnte man auch viele neue wie auch internationale Startups antreffen. Ein Höhepunkt die Kür der FinTechs des Jahres.

von Sven Korschinowski 

Autor Sven Korschinowski
Sven-Korschinowski-516Sven Korschinowski leitet als Partner den Bereich „Payment & Innovation Consulting“ bei KPMG und verantwortet die Deutschland-Aktivitäten zum Thema Mobile Payment.
Der Veranstalter der EXEC 2017, Jolly Roger lud dieses Jahr erstmals die Vertreter der FinTech-Community, der Dienstleister und der Banken nach Berlin ein. Ebenfalls Prämiere feierten die InsurTechs, die in einem parallelen Veranstaltungsstrang teilnahmen. Wie meistens in Berlin traf man sich in einer coolen Location: Die Kalkscheune in Mitte war seinerzeit als erste Berliner Maschinenfabrik ein Wegbereiter der industriellen Revolution. Technologie spielt ja auch bei den Startups der Finanzbranche die herausragende Rolle.

Drei FinTech-Banken

Viele bekannte FinTech-Größen wie Raisin, Kreditech, Ginmon, Fino oder OptioPay traten in den verschiedenen Talk-, Panel- oder Fireside Chat-Formaten auf. Klassische Banken waren dabei natürlich auch vertreten. Interessant allerdings, dass mit N26, Fintech Group und solarisBank daneben aber auch gleich drei FinTech-Banken am Start waren.

Neben dem Eintreten neuer Banken in dem Markt wird mit der Umsetzung der Payment Services Directive 2 (PSD2) perspektivisch eine nachhaltige Veränderung der finanziellen Wertschöpfungskette erwartet. Die PSD2 ermöglicht den Zugang Dritter zu den Konten der Banken („Access to Account“). Damit wird das Gestaltungsprinzip zum Angebot von Bankdienstleistungen erheblich verändert.

Rund um PSD2, API und openBanking

Sven Korschinowski

Um den Zugang technisch zu ermöglichen, gibt es eine Reihe von FinTechs wie zum Beispiel FinTec Systems, Figo oder collectAI. Diese stellten auf der EXEC ihre Ideen und Lösungen zum Anbinden von FinTechs und Banken vor. Das sogenannte APIBanking oder openBanking war sicherlich eines der Kernthemen der Konferenz. Die anderen Schlagworte wie Artificial Intelligence, Robotics, Mobile Payments, Robo Advisor/Wealth Management durften in den Vorträgen natürlich nicht fehlen.

Ein Highlight der Veranstaltung war sicherlich die Bekanntgabe des „FinTech of the year 2016“ von paymentsandbanking. Erstmals wurde der Preis geteilt in Early Stage und Later Stage. Die Jury aus Experten im Banking, Payment & StartUps und Branchenkennern kürte Figo in der Kategorie Later Stage zum Sieger.

Kontist gewinnt den Preis „FinTech des Jahres“ in der Kategorie Early Stage.Sven Korschinowski

In der Rubrik Early Stage gewann Kontist mit seiner Lösung für Selbständige. Durch automatische Kategorisierung der Kontotransaktionen weiß der Selbständige automatisch, wie viel Geld für die Umsatz- und Einkommensteuer zurückgelegt werden muss. Wer selbständig war, weiß wie schnell man bei Nichtbeachten in Liquiditätsprobleme kommen kann. Kontist ist ein Beispiel dafür, dass FinTech sich zunehmend im Bereich B2B entwickelt.

EXEC 2017

Der Logik folgend gewann den Publikumspreis der Kategorie Early Stage Bilendo, die für Unternehmen das Debitoren-Management verbessern wollen, indem sie einen automatischen Abgleich der eingehenden Zahlungen mit den versendeten Rechnungen vornehmen und das Mahnwesen in die Prozesse integrieren. Den Later Stage-Preis sicherte sich N26, die mit einem modernen Girokonto auf dem Smartphone für Furore sorgten und nun als Vollbank weitere Produkte anbieten.

EXEC Pirate Dinner

Sven Korschinowski

Den ersten Tag beschloss abends das von KPMG und Microsoft ausgerichtete EXEC Pirate Dinner. Im bekannten Restaurant Nolle mit dem historischen Ambiente der S-Bahnbögen am Bahnhof Friedrichstraße kamen rund 100 FinTechs wie InsurTechs und Banken wie Versicherer zu einem lockeren Abendessen zusammen. Auf der Startup-Seite fanden sich beispielsweise Fino, FinLeap, von den Etablierten Deutsche Bank, ARAG, Generali ein. Das Wichtige bei dem Dinner war der Austausch zu neuen Geschäftsansätzen oder Kooperationsmöglichkeiten.

Der Folgetag wurde neben den vielen guten Formaten noch einmal intensiv zum Netzwerken unter den Teilnehmern genutzt. Höhepunkt stellten die Startup-Pitches am Nachmittag dar. Sieger bei den FinTechs waren B2B Pay und ARTSTAQ. Bei den InsurTechs hatten Insly und Getsurance die Nase vorn. Nach der Siegerehrung mit stilechten Piraten-Schatzkisten löste sich bei Bier & Co. das „Klassentreffen“ auf. Damit ging eine fantastische EXEC zu Ende.Sven Korschinowski

 
Sie finden diesen Artikel im Internet auf der Website:
https://www.it-finanzmagazin.de/?p=48097
 
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (5 Stimmen, Durchschnitt: 5,00 von maximal 5)
Loading...

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Open Innovation in einem offenen FinTech-Ecosystem: Co-Innovation für Finanz­institute umsetzen

Finanzinstitute sehen sich mit den Folgen und Chancen der Digi­ta­li­sierung konfrontiert: mit neuen Technologien, neuem Kunden­verhalten und der potenziell 'disruptiven' Kraft von FinTechs. Offenheit...

Schließen