STUDIEN & UMFRAGEN24. November 2021

Traditionelle Banken sind “digital besser” als Neobanken – sagen die Kunden!

Der Finnoscore Deutschland 2022  (Finnoconsult) vergleicht deutsche Banken mit Mitbewerbern aus Europa und Nordamerika im Hinblick auf digitale Kompetenz – ausschließlich aus Sicht der Kunden und potenzieller Neukunden. Spitzenreiter in Deutschland ist in diesem Jahr die Sparda-Bank BW. Ja, richtig gehört – keine Neobank!

Finnoconsult
Laut der Studie haben einige etablierte Banken in den letzten Monaten viel Aufwand betrieben, um ihre digitale Performance zu steigern. Allen voran zu nennen sei der diesjährige Spitzenreiter, die Sparda-Bank BW, welche sich von Platz 19 auf den 1. Platz vorgekämpft hat. Auf Platz 2 und 3 im deutschen Ranking folgen die weiteren Top-Aufsteiger, die Commerzbank und die Deutsche Postbank.

In den Top 10 befinden sich fünf Sparkassen.”

Auf der anderen Seite sind einige der top platzierten Banken aus dem letzten Jahr deutlich abgerutscht. Eine mögliche Erklärung sei, dass sie sich auf ihren guten Ergebnissen zu lange ausgeruht haben. Insbesondere die Neo-Banken hätten sich in ihren Bemühungen, nach einer gelungenen Offensive zur Kundengewinnung zum komplexeren Angebotsspektrum traditioneller Banken aufzuschließen, verzettelt.

Finnoconsult
Finnoconsult

N26 – vom Spitzenplatz ins untere Mittelfeld

Letztes Jahr noch mit 6,88 Punkten auf Platz 1, verliert N26 im aktuellen Finnoscore 0,94 Punkte und muss sich mit einem Score von 5,94 auf Platz 17 einreihen. Der größte Absteiger in diesem Jahr ist rasch gewachsen und sei daher bestrebt gewesen, seine Produktangebote auszuweiten. Dies ging laut Finnoconsult deutlich zu Lasten der Übersichtlichkeit und der Preis-Transparenz, die auch aufgrund einer komplexeren Darstellung ein Stück weit verlorengegangen seien. Ein weiteres Manko: Die Chat-Funktion wurde eingestellt, was die ohnehin limitierten Möglichkeiten, mit der Bank Kontakt aufzunehmen, weiter erschwere.

Finnoconsult

Die N26 kämpft an vielen Fronten, vor allem aber mit ihrer Profitabilität. Um am Markt bestehen zu können, hat die Bank das Produktangebot weiter ausgebaut. Dadurch ist aber ein gutes Stück weit auch die Einfachheit in der Präsentation des Angebots verlorengegangen.“

Christian Berger, Geschäftsführer bei Finnoconsult

Luft nach oben gebe es aber nicht nur bei den Neobanken. Bei der Attraktivität für potenzielle Neukunden müssen zum Beispiel vor allem traditionelle Banken nachlegen. Zwar stieg in Deutschland der durchschnittliche Wert von 17 % im letzten Jahr auf nunmehr 27 %, verglichen mit dem internationalen Durchschnitt von 38 % hinken die deutschen Banken in dieser Dimension allerdings noch deutlich hinterher. Boden gut gemacht haben viele Institute in Bezug auf die Kommunikation ihrer digitalen Innovationen – entsprechende, für den Kunden sichtbare Initiativen, gehören inzwischen bei 67 % der Banken zum fixen Bestandteil des Webauftritts.

Sparda Bank BW als deutscher Sieger

Der deutsche Sieger, die Sparda-Bank BW, konnte auf einer Skala von 0 bis 10 im Vorjahresvergleich um +1,79 auf insgesamt 7,22 Punkte zulegen und punktet besonders bei der Attraktivität für potenzielle Kunden. Das gelungene Gesamtpaket mache sich auch beim Abschneiden im internationalen Vergleich bemerkbar – hier rangiert die Sparda-Bank BW auf dem 5. Platz. Spitzenreiter ist wie im Vorjahr die polnische Bank PKO Bank Polski (7,40), die unter anderem beim Online-Marketing und der Preis-Transparenz noch besser abschneidet. Polen, die Slowakei und Tschechien machen sich im Länderranking die Spitzenplatzierungen aus, als Bankengruppe sticht die Erste Group hervor mit 3 Top 5 Platzierungen im diesjährigen internationalen Ranking.

Finnoconsult

Licht und Schatten bei deutschen Großbanken

Auffallend positiv zeigt sich bei den traditionellen Banken die Deutsche Bank in den Bereichen Innovation und Nachhaltigkeit. Dort habe man viel getan, um die Internetpräsenz auf Vordermann zu bringen. Das Themas Nachhaltigkeit spiegele sich in der Banking-App wieder: Diese umfasse ein Feature, das den Kunden ihren CO2-Ausstoß anzeigt. Aus dem Finnoscore geht allerdings auch hervor, dass das Unternehmen Defizite im Bereich Loyalty & Ökosystem aufweist.

Hier fehlen klare Kundenbindungsprogramme und die Vorteile, Kunde zu sein, sind nur auf ein Kontoprodukt (BestKonto) beschränkt.”

Die DKB wiederum stehe für ein hohes Maß an Attraktivität für potenzielle Kunden, das On-Boarding kann direkt auf der Startseite beginnen. Dafür stehen nur limitierte Kontaktmöglichkeiten zur Verfügung und es fehlen Feedback- und Diskussionsmöglichkeiten für Kunden.

Geht es um Social Media & Community, gehöre die Commerzbank zu den Top-Performern: Sie punktet mit einer breiten Präsenz auf verschiedenen Social-Media-Kanälen, inkl. Business-Netzwerken. Zudem wird stets und angemessen auf App-Bewertungen der Kunden eingegangen. Nachholbedarf offenbart sich im Online-Marketing und auf der teilweise sehr langsamen Website.

Finnoconsult
Finnoconsult

Zur Methodik der Studie

Das Beratungsunternehmen Finnoconsult untersuchte insgesamt über 220 Banken, davon 71 aus dem DACH-Raum und 30 aus Deutschland, um so die Attraktivität der digitalen Serviceangebote messbar zu machen. Kunden und potenzielle Neukunden wurden zu 300 Einzelkriterien befragt, um einen differenzierten Vergleich der Geldinstitute zu ermöglichen. Zu den zwölf untersuchten Dimensionen zählen neben Website, Online-Banking, Mobile App(s), Social Media und Preistransparenz nun erstmalig auch Innovation und Nachhaltigkeitsagenda.

Die Studie wird laut Finnoconsult Ende November hier veröffentlicht.ft

 
Sie finden diesen Artikel im Internet auf der Website:
https://itfm.link/130231 
 

 

 

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.