Digitale Kreditprozesse unter CCD2:
Warum digitale Bonitätsprüfungen unverzichtbar werden
Im E-Commerce ist es normal geworden, dass Kundinnen und Kunden einen Kauf in Raten abschließen oder per Buy Now Pay Later (BNPL) bezahlen. Oft geschieht das mit wenigen Klicks direkt im Checkout des Online-Shops. Bei einigen Banken sieht die Kreditstrecke jedoch noch anders aus. Dokumente werden manuell geprüft, Einkommensnachweise in Papierform eingereicht, Entscheidungen dauern. Genau diese Schere wird zunehmend zum Problem, weil sich die Erwartungshaltung über alle Kreditarten hinweg angleicht. Digital, schnell und transparent gilt heute bei Kunden als Standard.

finAPI

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Die CCD2 macht deutlich: Kreditvergabe darf künftig nicht nur schnell sein, sondern muss vor allem belastbar sein. Wer Kreditentscheidungen digitalisiert, braucht Verfahren, die reale Zahlungsfähigkeit abbilden und sich nicht allein auf historische Annahmen stützen.“
Peter Hiekmann, VP Sales bei finAPI
Dass es sich dabei nicht nur um eine juristische Debatte handelt, zeigt auch die Risikoseite. Der SCHUFA Risiko- und Kreditkompass 2025 verweist auf wachsende Verschuldungsrisiken und macht deutlich, dass gerade bei kurzfristigen Raten- und Zahlungsaufschubmodellen bestimmte Zielgruppen anfälliger für Überforderung sind. Für Anbieter bedeutet das: Wer digitale Kreditmodelle skaliert, muss auch die Risikologik präziser und nachvollziehbarer gestalten.
Kontodaten zeigen Bonität im Hier und Jetzt
Klassische Bonitätslogiken arbeiten häufig mit stark verdichteten Kennzahlen, die zeitlich hinterherlaufen. Scorebasierte Auskünfte oder historische Merkmale bilden die aktuelle finanzielle Situation nicht oder nur eingeschränkt ab. Für CCD2-konforme Prozesse reicht das perspektivisch nicht immer aus, da die Richtlinie stärker auf die tatsächliche finanzielle Leistungsfähigkeit abstellt.
Kontobasierte („access-to-account”) Bonitätsprüfungen setzen genau an diesem Punkt an. Sie ermöglichen eine automatisierte Analyse von Einnahmen, Ausgaben, regelmäßigen Verpflichtungen und Risikofaktoren auf Basis aktueller Kontodaten. Voraussetzung ist stets die ausdrückliche Einwilligung der Nutzer. Für Kreditgeber entstehen dadurch fundiertere Entscheidungsgrundlagen. Für Kreditnehmer erhöht sich die Fairness, da die eigene finanzielle Situation besser berücksichtigt wird.
Open Banking als technische Basis, Engineering als eigentliche Herausforderung
Technisch ist der Zugriff auf Kontodaten über Open Banking etabliert. Die eigentlichen Herausforderungen liegen in der Umsetzung. Entscheidungslogiken müssen versioniert, testbar und auditierbar sein. Compliance-Abteilungen müssen nachvollziehen können, wie eine Entscheidung zustande gekommen ist. IT-Teams wiederum müssen Anpassungen vornehmen können, ohne jedes Mal produktive Risiken einzugehen.

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Digitale Kreditprozesse scheitern selten an der Idee. Entscheidend ist die Umsetzung unter regulatorischen Bedingungen. Neue Entscheidungslogiken müssen sicher entwickelt, getestet und weiterentwickelt werden können, ohne mit produktiven Daten zu arbeiten.“
Sven Wackermann, Head of Product Management bei finAPI
Belastbare Digitalisierung statt reiner Beschleunigung
Die nächste Stufe der Kreditdigitalisierung ist nicht die noch schnellere Strecke, sondern die verlässlichere. CCD2, steigende Risikosensitivität und die Gewöhnung an digitale Nutzererlebnisse wirken in dieselbe Richtung. Kreditentscheidungen müssen in kurzer Zeit möglich sein, gleichzeitig aber erklärbar, belastbar und fair bleiben. Kontobasierte Bonitätsprüfungen liefern dafür eine zeitgemäße Datengrundlage.
Der KreditCheck analysiert Einnahmen, Ausgaben und mögliche Risikofaktoren als Entscheidungsgrundlage. Für Bau- und Immobilienkredite werden zusätzlich die gewünschte Monatsrate sowie wegfallende Mietkosten berücksichtigt. So lässt sich die tatsächliche Leistbarkeit realistisch und nachvollziehbar bewerten.
Die Demo-Widgets finden Interessierte auf finapi.io