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Digitale Kreditprozesse unter CCD2:
Warum digitale Bonitätsprüfungen unverzichtbar werden

Im E-Commerce ist es normal geworden, dass Kundinnen und Kunden einen Kauf in Raten abschließen oder per Buy Now Pay Later (BNPL) bezahlen. Oft geschieht das mit wenigen Klicks direkt im Checkout des Online-Shops. Bei einigen Banken sieht die Kreditstrecke jedoch noch anders aus. Dokumente werden manuell geprüft, Einkommensnachweise in Papierform eingereicht, Entscheidungen dauern. Genau diese Schere wird zunehmend zum Problem, weil sich die Erwartungshaltung über alle Kreditarten hinweg angleicht. Digital, schnell und transparent gilt heute bei Kunden als Standard.

finAPI
Gleichzeitig wird Geschwindigkeit regulatorisch enger geführt. Mit der Verbraucherkreditrichtlinie CCD2 (Consumer Credit Directive 2) gewinnt die Kreditwürdigkeitsprüfung deutlich an Gewicht und wird auf Konstellationen ausgeweitet, die bislang oft als einfache Finanzierung galten. Dazu zählen BNPL sowie kleine und kurzfristige Kreditformen. Der Kern der Richtlinie ist eindeutig. Kreditentscheidungen sollen die tatsächliche Rückzahlungsfähigkeit abbilden und nicht nur eine statistische Wahrscheinlichkeit aus der Vergangenheit.

Peter Hiekmann, VP Sales, finAPI<q>finAPI
Peter Hiekmann, VP Sales, finAPIfinAPI

Die CCD2 macht deutlich: Kreditvergabe darf künftig nicht nur schnell sein, sondern muss vor allem belastbar sein. Wer Kreditentscheidungen digitalisiert, braucht Verfahren, die reale Zahlungsfähigkeit abbilden und sich nicht allein auf historische Annahmen stützen.“

Peter Hiekmann, VP Sales bei finAPI

'Wie viel Haus kann ich mir leisten?'
Mit ei­ner di­gi­ta­len Haus­halts­rech­nung er­hal­ten Im­mo­bi­li­en­käu­fer und Ei­gen­heim­bau­er ei­ne rea­lis­ti­sche Ein­schät­zung ih­res fi­nan­zi­el­len Spiel­raums. So lässt sich die Fra­ge nach der tat­säch­li­chen Leist­bar­keit fun­diert be­ant­wor­ten. Der Blo­g­ar­ti­kel von finAPI „Budgetrechner ‚effi‘: Digitale Innovation für Immobilien­käufer“ zeigt, wie Nutzer und Banken von kontobasierten Finanzanalysen profitieren.

Dass es sich dabei nicht nur um eine juristische Debatte handelt, zeigt auch die Risikoseite. Der SCHUFA Risiko- und Kreditkompass 2025 verweist auf wachsende Verschuldungsrisiken und macht deutlich, dass gerade bei kurzfristigen Raten- und Zahlungsaufschubmodellen bestimmte Zielgruppen anfälliger für Überforderung sind. Für Anbieter bedeutet das: Wer digitale Kreditmodelle skaliert, muss auch die Risikologik präziser und nachvollziehbarer gestalten.

Kontodaten zeigen Bonität im Hier und Jetzt

Klassische Bonitätslogiken arbeiten häufig mit stark verdichteten Kennzahlen, die zeitlich hinterherlaufen. Scorebasierte Auskünfte oder historische Merkmale bilden die aktuelle finanzielle Situation nicht oder nur eingeschränkt ab. Für CCD2-konforme Prozesse reicht das perspektivisch nicht immer aus, da die Richtlinie stärker auf die tatsächliche finanzielle Leistungsfähigkeit abstellt.

Kontobasierte („access-to-account”) Bonitätsprüfungen setzen genau an diesem Punkt an. Sie ermöglichen eine automatisierte Analyse von Einnahmen, Ausgaben, regelmäßigen Verpflichtungen und Risikofaktoren auf Basis aktueller Kontodaten. Voraussetzung ist stets die ausdrückliche Einwilligung der Nutzer. Für Kreditgeber entstehen dadurch fundiertere Entscheidungsgrundlagen. Für Kreditnehmer erhöht sich die Fairness, da die eigene finanzielle Situation besser berücksichtigt wird.

Digitale Kreditprüfung in der Bankpraxis
Wie sich die Kre­dit­prü­fung bei Bau- und Im­mo­bi­li­en­kre­di­ten di­gi­ta­li­sie­ren und deut­lich be­schleu­ni­gen lässt, er­fah­ren Sie in ei­nem In­ter­view mit der VR Ver­bund­bank eG. Im Mit­tel­punkt ste­hen pa­pier­lo­se Pro­zes­se, au­to­ma­ti­sier­te Bo­ni­täts­prü­fun­gen und po­si­ti­ves Kun­den­feed­back. Le­sen Sie das Interview „Digitale Kreditvergabe bei Immobilien­krediten“ im finAPI Blog.
Dieser Ansatz eignet sich nicht nur für schnelle Onlineabschlüsse im E-Commerce. Auch in beratungsintensiven Segmenten zeigt er Wirkung. In der Immobilienfinanzierung etwa verdeutlichen kontobasierte Budgetrechner wie der Budget- & Baufinanzierungsrechner “effi”, wie sich Leistbarkeit realistisch abbilden lässt, ohne sich ausschließlich auf Selbstauskünfte zu verlassen.

Open Banking als technische Basis, Engineering als eigentliche Herausforderung

Technisch ist der Zugriff auf Kontodaten über Open Banking etabliert. Die eigentlichen Herausforderungen liegen in der Umsetzung. Entscheidungslogiken müssen versioniert, testbar und auditierbar sein. Compliance-Abteilungen müssen nachvollziehen können, wie eine Entscheidung zustande gekommen ist. IT-Teams wiederum müssen Anpassungen vornehmen können, ohne jedes Mal produktive Risiken einzugehen.

Sven Wackermann, Head of Product Management bei finAPI
Sven Wackermann, Head of Product Management bei finAPIfinAPI

Digitale Kreditprozesse scheitern selten an der Idee. Entscheidend ist die Umsetzung unter regulatorischen Bedingungen. Neue Entscheidungslogiken müssen sicher entwickelt, getestet und weiterentwickelt werden können, ohne mit produktiven Daten zu arbeiten.“

Sven Wackermann, Head of Product Management bei finAPI

Belastbare Digitalisierung statt reiner Beschleunigung

Die nächste Stufe der Kreditdigitalisierung ist nicht die noch schnellere Strecke, sondern die verlässlichere. CCD2, steigende Risikosensitivität und die Gewöhnung an digitale Nutzererlebnisse wirken in dieselbe Richtung. Kreditentscheidungen müssen in kurzer Zeit möglich sein, gleichzeitig aber erklärbar, belastbar und fair bleiben. Kontobasierte Bonitätsprüfungen liefern dafür eine zeitgemäße Datengrundlage.

Demo: Digitale Bonitätsprüfung praktisch erleben
Wer CCD2-konforme Kreditprozesse nicht nur theoretisch verstehen, sondern selbst erleben möchte, kann den KreditCheck von finAPI mit realistischen Testdaten ausprobieren. finAPI stellt dafür Demo-Widgets zur Verfügung, die eine kontobasierte Bonitätsprüfung auf Basis aktueller Kontodaten ermöglichen.

Der KreditCheck analysiert Einnahmen, Ausgaben und mögliche Risikofaktoren als Entscheidungsgrundlage. Für Bau- und Immobilienkredite werden zusätzlich die gewünschte Monatsrate sowie wegfallende Mietkosten berücksichtigt. So lässt sich die tatsächliche Leistbarkeit realistisch und nachvollziehbar bewerten.

Die Demo-Widgets finden Interessierte auf finapi.io