Echtzeitzahlungen in der EU: Regeln und Anforderungen

EY Luxenburg
von Vanessa Müller, Partnerin im Consulting-Bereich & Cédric Simonin, Consulting Manager, beide EY Luxemburg

EY Luxenburg
Die EU Verordnung zu Echtzeitzahlungen (Instant Payments Regulation, IPR) hat Instant Euro Überweisungen in der Europäischen Union verpflichtend eingeführt. Seit Januar 2025 müssen Zahlungsdienstleister im Euroraum Instant Payments (IP) anbieten; die übrigen EU-Mitgliedstaaten folgen schrittweise bis 2027. Die Verordnung beseitigt zentrale Hemmnisse, insbesondere durch verpflichtende Erreichbarkeit und Initiierung, Preisparität mit klassischen Überweisungen sowie einheitliche Schutzmechanismen.
Die 10-Sekunden-rund-um-die-Uhr-Regel
Seit Oktober 2025 müssen Banken und Zahlungsdienstleister in der EU gemäβ EU-Verordnung in der Lage sein, Instant Payments innerhalb von 10 Sekunden zu empfangen und zu versenden, und dies 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Noch höher setzt die IPR die Anforderungen auf Scheme-Ebene. Sie verlangt eine noch schnellere Verarbeitung, sodass Bestätigungen oder Ablehnungen deutlich vor Ablauf der gesetzlichen Frist vorliegen.
Diese Vorgaben haben viele Institutionen gezwungen, Altsysteme zu modernisieren, die operative Resilienz zu stärken und Support sowie Drittanbietermodelle neu auszurichten.“
Sanktionsprüfung
Um eine Ausführung in Echtzeit zu ermöglichen, untersagt die IPR eine transaktionsbezogene EU Sanktionsprüfung bei Instant Payments. Stattdessen müssen Banken kontinuierlich sicherstellen, dass Kunden nicht EU-Sanktionslisten unterliegen. Dies reduziert Reibungsverluste, erhöht jedoch den operativen Druck, insbesondere in Bezug auf Datenqualität und Screening Frequenz. In der Praxis setzen viele Banken daher auf automatisierte, nahezu in Echtzeit arbeitende Kontrollen.
Betrugsmanagement
Vanessa Müller ist Partnerin im Consulting-Bereich von EY Luxemburg (Webseite). Ihr Fokus liegt auf Banken, Privatbanken und Marktinfrastrukturinstitutionen. Vanessa Müller leitet zudem den Bereich ESG und nachhaltige Finanzlösungen aus strategischer, regulatorischer und operativer Sicht.Instant Überweisungen bergen ein deutlich höheres Betrugsrisiko als klassische Überweisungen. Die Regulierung unterstreicht daher die Notwendigkeit von Betrugsüberwachung in Echtzeit, stärkerer Authentifizierung und transaktionsbezogenen Risikokontrollen.
Für Institutionen mit begrenzten Fähigkeiten bedeutet dies einen erheblichen Ausbau. Jedoch sind Banken, die ihre Betrugspräventionsframeworks bereits im Zuge der Einführung von Instant Payments gestärkt haben, besser auf die strengeren Verbraucher und Betrugsanforderungen vorbereitet, die mit der kommenden Zahlungsdiensteverordnung (Payment Services Regulation) erwartet werden.
Verification of Payee (VoP)
Seit Oktober 2025 ist für europäische Zahlungen ein Verification of Payee Service verpflichtend, der die Übereinstimmung zwischen dem Namen des Zahlungsempfängers und der IBAN prüft. Die Umsetzung erfordert eine sorgfältige Integration und ist zu einem wichtigen Differenzierungsmerkmal für das Kundenerlebnis geworden, insbesondere bei hochvolumigen Retail und Corporate Zahlungen.
Cédric Simonin ist Consulting Manager im Consulting-Bereich von EY Luxemburg (Webseite). Er ist spezialisiert auf regulatorische Transformationen im Bankwesen für Finanzinstitute, die Entwicklung von Zielbetriebsmodellen und Operational Excellence. Seine Schwerpunkte liegen auf Zahlungsverkehr, KYC und Finanzkriminalität und Organisationsführung.Liquiditätsmanagement und Sammelzahlungen
Massen-Instant Payments erhöhen die operative Komplexität, da Batch Dateien aufgelöst, VoP-Prüfungen durchgeführt und Zahlungen innerhalb weniger Sekunden ausgeführt werden müssen. Gleichzeitig erfordert die kontinuierliche Abwicklung ein Umdenken im Liquiditätsmanagement. Die Abschaffung der bisherigen Obergrenze von 100.000 EUR pro Transaktion erhöht den Liquiditätsbedarf zusätzlich, ermöglicht Unternehmen jedoch hochvolumige, zeitkritische Zahlungen auszuführen.
Fazit
Die Meilensteine für Instant Payments in 2025 gehen weit über Regelkonformität hinaus. Differenzierung entsteht zunehmend durch die Qualität der Umsetzung: ein reibungsloses Kundenerlebnis bei gleichzeitiger Kontrolle in einer Echtzeitumgebung. Institutionen, die Konformität, Resilienz und Benutzerfreundlichkeit erfolgreich verbinden, sind am besten positioniert, um Europas nächste Phase der Echtzeitzahlungen anzuführen. Vanessa Müller, Cédric Simonin, EY Luxemburg /dk
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