PRODUKTE2. Februar 2026

Vermögensverwaltung  ohne Medienbruch: Flatex digitalisiert Kontoeröffnung für Kinderdepots

Sinisa Botas / Bigstock

Mit der Einführung einer vollständig digitalen Kontoeröffnungsstrecke für Kinderdepots beseitigt der Neobroker Flatex einen bislang zentralen Medienbruch im deutschen Wertpapiergeschäft. Eltern können Depots für minderjährige Kinder künftig vollständig online eröffnen, ohne physische Dokumente wie Geburtsurkunden postalisch einreichen zu müssen. Der neue Prozess adressiert ein strukturelles Problem vieler Finanzinstitute, bei denen regulatorische Anforderungen bis heute zu kostenintensiven papierbasierten Sonderprozessen führen – insbesondere bei Konten für Minderjährige.

Aus IT- und Prozessperspektive markiert die Neuerung einen relevanten Entwicklungsschritt. Denn während digitale Identifizierungsverfahren, automatisierte KYC-Prüfungen und elektronische Signaturen im Standardgeschäft mit Erwachsenen weitgehend etabliert sind, gelten Kinderdepots häufig als Sonderfall. Und wer bereits einmal ein solches Depot für den Nachwuchs eröffnet hat, weiß um die Schwierigkeiten und Hürden.

Die rechtliche Vertretung durch Erziehungsberechtigte, zusätzliche Nachweispflichten und erhöhte Anforderungen an Dokumentation und Archivierung haben dazu geführt, dass viele Anbieter weiterhin auf hybride oder vollständig analoge Abläufe setzen. Diese verlängern Kontoeröffnungen oft um mehrere Tage oder Wochen und wirken insbesondere bei langfristigen Sparprodukten als Einstiegshürde. Flatex adressiert diese Herausforderung durch eine vollständig integrierte digitale Antragsstrecke, die sowohl Identitätsprüfung als auch Nachweisführung und Freigabeprozesse elektronisch abbilden soll. Damit wird der gesamte Lebenszyklus der Kontoeröffnung – von der Antragstellung über die regulatorische Prüfung bis zur finalen Freischaltung – in bestehende IT-Systeme integriert. Für Kunden entfällt nicht nur der manuelle Versand sensibler Dokumente, sondern auch die Unsicherheit über Bearbeitungsstände und Durchlaufzeiten.

Digitalisierung regulatorischer Sonderfälle als IT-Herausforderung

Aus technologischer Sicht stellt die Digitalisierung von Kinderdepots weniger eine Frontend- als vielmehr eine Backend- und Prozessfrage dar. Kern des neuen Verfahrens ist die elektronische Abbildung sämtlicher Nachweis- und Genehmigungsschritte innerhalb der bestehenden Plattformarchitektur. Digitale Dokumentenverarbeitung, automatisierte Plausibilitätsprüfungen sowie revisionssichere Archivierung ersetzen manuelle Sichtprüfungen und papierbasierte Abläufe. Damit wird nicht nur die Kontoeröffnung beschleunigt, sondern auch die Fehleranfälligkeit in der Bearbeitung reduziert.

Flatex bietet Kinderdepots seit rund 20 Jahren an und zählt damit zu den erfahrensten Anbietern in diesem Segment. Diese langjährige Marktpräsenz ist insbesondere aus IT-Sicht relevant, da Kinderdepots typischerweise auf sehr lange Laufzeiten ausgelegt sind. Systeme und Prozesse müssen nicht nur initial funktionieren, sondern über Jahrzehnte hinweg stabil, wartbar und regulatorisch anpassungsfähig bleiben. Die Digitalisierung der Kontoeröffnung baut auf dieser bestehenden Infrastruktur auf. Sie zeigt, dass sich auch historisch gewachsene Produktbereiche durch schrittweise Modernisierung in eine zeitgemäße Plattformlogik überführen lassen, ohne bestehende Sicherheits- und Compliance-Standards zu kompromittieren.

Der Vermögensaufbau für Kinder ist ein langfristiges Projekt, das Stabilität und Verlässlichkeit erfordert. Mit der digitalen Kontoeröffnung reduzieren wir administrative Hürden. Familien können mit dem Vermögensaufbau für den Nachwuchs nun schneller beginnen – ein Vorteil, der sich über Jahrzehnte substanziell auswirken kann.“

Tobias Spreiter, Head of Business Development bei Flatex

Relevanz effizienter Onboarding-Prozesse

Parallel zur technologischen Weiterentwicklung gewinnt ja das Thema frühzeitiger Vermögensaufbau auch politisch an Aufmerksamkeit. Diskussionen um eine Reform der Altersvorsorge, darunter Konzepte wie die sogenannte Frühstart-Rente, rücken langfristige Sparmodelle stärker in den Fokus der öffentlichen Debatte. Aus ökonomischer Perspektive entfalten langfristige Sparpläne ihren größten Effekt durch einen möglichst frühen Einstieg. Effiziente, niedrigschwellige Onboarding-Prozesse werden damit zu einem relevanten Erfolgsfaktor – sowohl für Anbieter als auch für Kunden.

Im Wettbewerbsumfeld setzen viele Anbieter ihre Digitalisierungsinitiativen primär bei Handelsfunktionen, Apps oder neuen Produktfeatures an. Die Digitalisierung der Kontoeröffnung für Kinderdepots verdeutlicht hingegen, dass erhebliche Effizienzgewinne auch in der Modernisierung regulatorisch geprägter Kernprozesse liegen. Verkürzte Bearbeitungszeiten, geringerer manueller Aufwand und konsistente Datenflüsse wirken sich nicht nur auf die Kundenerfahrung aus, sondern auch auf operative Kosten und Skalierbarkeit. Gerade bei standardisierten Sparprodukten mit langen Laufzeiten können solche Prozessverbesserungen einen nachhaltigen strukturellen Vorteil darstellen.

Die vollständig digitale Kontoeröffnung für Kinderdepots zeigt exemplarisch, dass technologische Innovation im Finanzsektor nicht ausschließlich in neuen Produkten oder Benutzeroberflächen stattfindet. Entscheidend ist vielmehr die konsequente Modernisierung komplexer, regulatorisch geprägter Prozesse im Kern der Wertschöpfung.tw

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