ANWENDUNG13. Januar 2026

Auftakttreffen: Was die Deutsche Kreditwirtschaft 2026 vorhat

Die Führungspersönlichkeiten der Deutschen Kreditwirtschaft stehen in einem modernen Raum mit großen Fenstern. Sie präsentieren sich in formeller Kleidung und wirken konzentriert. Im Hintergrund ist eine städtische Landschaft sichtbar.
Die Deutsche Kreditwirtschaft, Marius Schwarz

Die Spitzen der fünf Bankenverbände der Deutschen Kreditwirtschaft (DK) haben sich bei ihrem Jahresauftakt auf die Schwerpunkte für das gemeinsame Arbeitsprogramm 2026 verständigt. Demnach geht es unter anderem darum, den Regulierungsrahmen wettbewerbsfähiger zu gestalten sowie die digitale und finanzielle Souveränität Europas zu stärken.

Ein weiteres Ergebnis: Die DK will sich dafür einsetzen, die Kapitalmärkte so zu aktivieren, dass sie besser zur Finanzierung von Wachstum und Transformation beitragen können. Die Verständigung über das gemeinsame Arbeitsprogramm der Deutschen Kreditwirtschaft erfolgte im Rahmen eines Auftakttreffens der fünf Verbandspräsidenten im Hause des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) in Berlin. Am Treffen beteiligt waren neben der BVR-Präsidentin Marija Kolak:

  • Christian Sewing, Bundesverband deutscher Banken (BdB)
  • Ulrich Reuter, Deutscher Sparkassen- und Giroverband (DSGV)
  • Thomas Groß, Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB)
  • Gero Bergmann, Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp)
Marija Kolak, Präsidentin des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR)
Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR)

Europa kann wirtschaftliche Stärke nur behaupten, wenn Stabilität, Wettbewerbsfähigkeit und Investitionsfähigkeit zusammenwirken. Eine leistungsfähige Kreditwirtschaft ist dafür unverzichtbar. Banken und Sparkassen finanzieren Immobilien, die deutsche Wirtschaft sowie die öffentliche Hand und Infrastruktur.“

Marija Kolak, Präsidentin des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken

Sie würden damit Transformation ermöglichen und Arbeitsplätze und Wohlstand sichern, so Kolak weiter. Die drei Schwerpunkte spiegelten zentrale Herausforderungen des europäischen Finanzstandortes wider. Es gelte erstens, die Finanzmarktregulierung weiterzuentwickeln.

Dies solle durch die Adressierung relevanter Risiken geschehen, ohne durch unnötige Komplexität Kapital zu binden oder das derzeitige Kapitalniveau weiter zu erhöhen und so Geschäftsmodelle zu lähmen. Die DK sprach sich dafür aus, eine bessere und einfachere Regulierung sowie Proportionalität stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Damit solle die Leistungsfähigkeit der Institute gesichert werden.

Sichere Infrastrukturen, resiliente Datenräume und faire Regeln

Zweitens wolle die Deutsche Kreditwirtschaft zur digitalen und finanziellen Souveränität Europas beitragen. Mittel dafür seien sichere Infrastrukturen, resiliente Datenräume und faire Regeln für Wettbewerb, Haftung und Zugänge.

Drittens sollten die europäischen Kapitalmärkte gestärkt werden, um Sparen, Investieren und Vorsorgen besser miteinander verbinden zu können.

Die digitale und finanzielle Souveränität Europas seien strategische Voraussetzungen für die wirtschaftliche Stärke unseres Kontinents geworden, betont die DK. Für den europäischen Zahlungsverkehr stünde mit der EPI beziehungsweise dem Bezahlsystem wero bereits ein privatwirtschaftliches Instrument zur Verfügung, das europäische Souveränität in diesem Bereich stärke.

Digitaler Euro soll privatwirtschaftliche Lösungen ergänzen

Ein digitaler Euro könne ein weiterer Baustein für mehr Resilienz sein, betont Marija Kolak. Dieser müsse sich in die bestehende europäische Infrastruktur integrieren. Europa entscheide nicht nur über ein neues Zahlungsmittel, sondern über wirtschaftliche Handlungsfähigkeit. Entscheidend sei deshalb die Ausgestaltung. Der digitale Euro dürfe privatwirtschaftliche Lösungen nicht ersetzen, sondern müsse sie ergänzen.

Mit ihrem Arbeitsprogramm bringt die Deutsche Kreditwirtschaft (Website) laut eigener Aussage die Perspektive der gesamten deutschen Kreditwirtschaft in den politischen und regulatorischen Prozess ein und setzt Impulse für einen leistungsfähigen Finanzstandort.dw

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