FINTECH16. Februar 2026

Boerse Stuttgart Digital und Tradias planen Zusammenschluss zu europäischem Krypto-Infrastrukturanbieter

ReeveAI

Die beiden Krypto-Infrastrukturanbieter Boerse Stuttgart Digital und Tradias planen einen Zusammenschluss. Ziel ist der Aufbau eines voll regulierten europäischen Anbieters für Dienstleistungen rund um digitale Assets. Die neue Einheit soll unter dem Dach der Boerse Stuttgart Group entstehen und sämtliche zentralen Leistungen von Brokerage über Handel und Verwahrung bis hin zu Staking und tokenisierten Vermögenswerten abdecken. Vorbehaltlich des Abschlusses der Verhandlungen sowie der Zustimmung der zuständigen Aufsichtsbehörden wird der Vollzug in der zweiten Jahreshälfte 2026 angestrebt.

Mit dem geplanten Zusammenschluss reagieren die beteiligten Häuser auf die zunehmende Institutionalisierung des Kryptomarkts in Europa. Während der eine Partner das nach eigenen Angaben größte Kryptogeschäft innerhalb europäischer Börsengruppen betreibt, bringt der andere seine Spezialisierung auf Handel und Market-Making ein. Gemeinsam soll ein integrierter „One-Stop-Shop“ entstehen, der sich insbesondere an Banken, Broker und andere Finanzinstitute richtet, die ihren Kunden einen regulierten Zugang zu Kryptowerten ermöglichen oder selbst in diesem Markt aktiv werden wollen. Die kombinierte Organisation wird rund 300 Mitarbeiter beschäftigen. Vorgesehen ist ein gemeinsames Management-Team mit Hauptsitzen in Frankfurt und Stuttgart.

Boerse Stuttgart

Die bisherigen Aktivitäten ergänzen sich vor allem auf der Kundenseite. Zum institutionellen Netzwerk zählen unter anderem Intesa Sanpaolo sowie die deutschen Institute DZ Bank und DekaBank, die Kryptoangebote für große Teile des genossenschaftlichen und öffentlich-rechtlichen Bankensektors bereitstellen. Auf der Handels- und Liquiditätsseite bestehen Verbindungen zu Online-Brokern wie flatexDEGIRO und Trade Republic sowie zu Infrastrukturdienstleistern wie dwpbank. Diese Kombination aus regulierter Marktinfrastruktur und Handelskompetenz gilt als zentraler Baustein, um skalierbare Angebote für institutionelle Kunden in Europa bereitzustellen.

Regulierte Krypto-Infrastruktur „Made in Europe“

Nach Angaben der beteiligten Unternehmen soll durch die Bündelung der Aktivitäten eine Plattform entstehen, die den regulatorischen Anforderungen des europäischen Marktes vollständig entspricht und Finanzinstituten eine rechtssichere Integration digitaler Assets ermöglicht. Der Schritt ist zugleich Ausdruck einer fortschreitenden Konsolidierung im europäischen Kryptosektor, der sich zunehmend von fragmentierten Einzellösungen hin zu integrierten, stark regulierten Infrastrukturanbietern entwickelt.

Matthias Voelkel, CEO der Börse Stuttgart Group
Börse Stuttgart Group

Mit dem geplanten Zusammenschluss von Boerse Stuttgart Digital und Tradias treibt die Boerse Stuttgart Group die Entwicklung und Konsolidierung des europäischen Kryptomarkts voran. Als zuverlässiger und vertrauenswürdiger Krypto-Infrastrukturpartner werden wir künftig eine Vielzahl großer Finanzinstitute in Europa betreuen. Damit wollen wir die Weichen für weiteres Wachstum stellen und unsere europäische Führungsposition im Digital- und Kryptogeschäft ausbauen.“

Matthias Voelkel, CEO der Boerse Stuttgart Group

Mit dem Vorhaben positioniert sich die Gruppe im Wettbewerb um institutionelle Krypto-Infrastruktur in Europa. Während internationale Anbieter bislang häufig den Markt dominieren, setzen europäische Akteure verstärkt auf regulierungskonforme Modelle und Kooperationen mit etablierten Banken. Der geplante Zusammenschluss kann daher als Signal gewertet werden, dass sich der Markt für digitale Assets zunehmend in Richtung regulierter Finanzmarktstrukturen entwickelt – mit klassischen Börsenorganisationen als zentralen Integratoren.

Wir haben in den vergangenen Jahren eine starke Wachstumsdynamik aufgebaut. Mit dem Zusammenschluss mit Boerse Stuttgart Digital gehen wir nun den nächsten konsequenten Schritt in unserer Unternehmensentwicklung.“

Christopher Beck, Founder der Tradiastw

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