Revolut warnt vor „Tele-Scam“-Trend: Telegram entwickelt sich zur dynamischsten Betrugsquelle

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Trotz der Telegram-Dynamik dominieren die Plattformen von Meta weiterhin das Gesamtbild. Facebook, Instagram und WhatsApp stehen zusammen für 44 Prozent aller weltweit gemeldeten Betrugsfälle – und halten diese Position bereits im vierten Berichtsjahr in Folge. Parallel dazu gewinnt TikTok an Bedeutung. Zwar ist das absolute Volumen im Vergleich noch geringer, doch der prozentuale Anteil an Betrugsfällen hat sich im Jahresvergleich versechsfacht.
Kaufbetrug: Milliardenumsätze durch betrügerische Anzeigen

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Inhaltlich bleibt Kaufbetrug die häufigste Betrugsart. Weltweit entfallen 57 Prozent aller gemeldeten Fälle im Jahr 2025 auf entsprechende Modelle. In Deutschland liegt der Anteil bei 49 Prozent. Gleichzeitig verzeichnen Job-Scams das stärkste Wachstum. Die Zahl entsprechender Fälle hat sich 2025 nahezu verdreifacht und macht inzwischen 22 Prozent aller global gemeldeten Betrugsfälle aus. Die Kombination aus wirtschaftlicher Unsicherheit, Remote-Arbeitsversprechen und digitaler Direktansprache erweist sich als besonders anfällig für Täuschungsmodelle.
Die Ergebnisse decken sich mit aktuellen branchenweiten Analysen zu den finanziellen Anreizen innerhalb des Plattformökosystems. Eine Studie von Juniper Research kommt zu dem Schluss, dass Social-Media-Unternehmen allein im Jahr 2025 rund 4,4 Milliarden Euro Umsatz mit betrügerischen Werbeanzeigen erzielt haben, die sich an europäische Nutzer richteten. Damit rückt auch die Frage nach regulatorischer Mitverantwortung und Plattform-Governance erneut in den Fokus der Debatte um digitale Finanzkriminalität.
Woody Malouf, Head of Financial Crime bei Revolut, betont die zunehmende Geschwindigkeit, mit der sich kriminelle Taktiken an neue digitale Umfelder anpassen.
Der rasante Anstieg von Betrugsfällen über Telegram zeigt, wie schnell sich kriminelle Taktiken anpassen. Revolut verarbeitet Milliarden von Datenpunkten, um diesen Trends voraus zu sein, aber das digitale Ökosystem ist nur so stark wie sein schwächstes Glied. Der Schutz der Nutzer muss eine gemeinsame Priorität der gesamten Branche sein – einschließlich der Plattformen, auf denen diese Scams gestartet werden.“
Woody Malouf, Head of Financial Crime bei Revolut

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Nach eigenen Angaben arbeitet fast ein Drittel der Revolut-Belegschaft im Bereich Prävention von Finanzkriminalität. In den vergangenen sechs Monaten habe das Unternehmen vier neue Sicherheitsinitiativen gestartet, darunter einen KI-gestützten Chatbot zur Betrugswarnung, standortbasierte Transaktionsschutzmechanismen, In-App-Funktionen zur Identifikation potenzieller Betrugsanrufe sowie einen internationalen FinCrime Summit mit Regulierungs- und Strafverfolgungsbehörden. Die Ergebnisse des Berichts basieren auf anonymisierten Plattformdaten aus dem Zeitraum vom 1. Januar 2025 bis 31. Dezember 2025. Berücksichtigt wurden alle Betrugsfälle, die Revolut gemeldet wurden. Das Unternehmen weist darauf hin, dass erfahrungsgemäß ein Teil der Betrugsfälle nicht angezeigt wird und die tatsächliche Dunkelziffer entsprechend höher liegen dürfte.
Mit dem vierten „Consumer Security and Financial Crime Report“ (kostenloser Download hier) unterstreicht Revolut die zunehmende Verlagerung von Finanzkriminalität in geschlossene digitale Räume – und verschärft zugleich den Druck auf Plattformbetreiber, Prävention und Moderation technologisch wie organisatorisch neu zu denken.tw
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