Personalisierung, Automatisierung und KI: Trends, die deutsche Vermögensverwalter umtreiben
von Dr. Hendrik Lemelson, Geschäftsführer Avaloq

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Die Umfrage unter den vermögenden Anlegern in Deutschland zeigt, dass ihnen eine klare Kommunikation wichtig ist (90 %), dass sie auf schnelle Antworten ihres Beraters Wert legen (77 %) und dass sie erwarten, dass ihnen ihr Berater neue Produkte vorschlägt, die ihren persönlichen Bedürfnissen entsprechen (71 %). Die Kunden zugleich schneller und personalisierter zu betreuen, stellt die Wealth Manager vor eine Herausforderung. Befragt, was sie daran hindere, ihre Beratungstätigkeit stärker zu personalisieren, führen die deutschen Vermögensverwalter an erster Stelle den Zeitmangel an: Er ist für 53 % der wichtigste Hinderungsgrund. Die Schwierigkeit, personalisierte Angebote zu skalieren, ist für 48 % ein Problem. An dritter Stelle – mit 43 % – folgen die Herausforderungen, kosteneffiziente Lösungen auch für kleinere Portfolios anzubieten. Diese Zahlen deuten darauf hin, dass viele Wealth Manager ihre Beratung dann stärker personalisieren würden, wenn dies ohne zusätzlichen Zeitaufwand möglich wäre und wenn skalierbare Lösungen verfügbar wären.

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Die Automatisierungs- und Entlastungswünsche von Beratern
Dr. Hendrik Lemelson ist Geschäftsführer der Avaloq Sourcing (Website), zudem Head of Market Germany bei Avaloq sowie Head of Region Europe für die Avaloq Banking Operations. Avaloq ist ein Anbieter von digitalen Banking-Lösungen. Tätig ist Dr. Lemelson an den Avaloq-Standorten in Zürich und Berlin. Seine Promotion zum Dr. rer. nat. im Bereich Informatik hat er an der Universität Mannheim absolviert.Und insgesamt 60 % empfänden ein automatisiertes Portfolio-Monitoring als grundsätzlich entlastend – wobei sich 40 % davon sogar einen deutlichen Effizienzgewinn versprechen. Die deutschen Berater erwarten von stärkerer Automatisierung und Systemunterstützung also klare Vorteile in ihrem Alltag. Es liegt nahe, dass ein Mehr an Automatisierung bei vielen dieser Berateraufgaben nicht zuletzt durch ein Mehr an KI-Unterstützung zu erzielen sein wird.
KI wird akzeptierter Bestandteil der Beraterarbeit

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Die gute Nachricht in Sachen künstlicher Intelligenz in Banking und Wealth Management: Eine große Mehrheit der vermögenden Anleger in Deutschland steht der KI-Nutzung grundsätzlich positiv gegenüber. Allerdings ziehen die Anleger einen hybriden KI-Einsatz, der die Berater unterstützt, statt ihr Know-how zu ersetzen, einer vollständigen KI-Basierung der Beratungstätigkeiten vor. Bei der Analyse der Portfolioperformance wären beispielsweise 53 % der Anleger mit einem hybriden und 25 % mit einem ausschließlichen KI-Einsatz einverstanden. Und 49 % der Anleger können sich Investmentvorschläge vorstellen, für die ihre Berater durch KI unterstützt werden – 18 % wären sogar bereit, hier ganz auf eine KI zu vertrauen.
Gleichzeitig geht eine große und weiter wachsende Mehrheit von 83 % der deutschen Berater davon aus, dass KI in Zukunft ein fester, integraler Bestandteil ihres Arbeitsalltags sein wird (Vorjahr: 72 %). Gegenteiliger Meinung sind nur noch 5 % der Vermögensverwalter (Vorjahr: 6 %). Europaweit betrachtet sind die Zahlen sehr ähnlich. Als integrales Werkzeug ihrer zukünftigen Arbeit sehen KI hier 84 % (Vorjahr: 81 %) – vom Gegenteil gehen nur 4 % aus. Eine sehr große Mehrheit der deutschen Berater – 73 % – zeigt sich zudem überzeugt, dass KI der Wealth Management Branche nutzen wird. An der Wealth Management Branche ist der gesamtgesellschaftliche Trend zu KI also nicht vorbeigegangen. KI ist inzwischen im Bewusstsein und wohl auch im Alltag von Vermögensberatern und ihren Kunden angekommen.
Über die Studie

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Avaloq hat für die Umfrage im Februar und März 2025 3.851 Anleger und 456 Vermögensverwaltungsexperten in 15 Ländern interviewt: in Deutschland, der Schweiz, dem Vereinigten Königreich, Belgien, den Niederlanden, Luxemburg, Italien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Japan, Thailand, Malaysia, Vietnam, Hongkong, Singapur und den USA. 1.571 der befragten Anleger und 216 der interviewten Wealth Management Professionals stammen aus Europa. Von den befragten Investoren in Europa gehören 60 % dem Affluent-Segment an, mit einem Anlagevermögen zwischen USD 250.000 und USD 1 Mio. (Deutschland: 57 %), 36 % in Europa zählen zum High-Net-Worth-(HNW)-Segment mit Anlagen zwischen USD 1 Mio. und USD 30 Mio. (Deutschland: 38 %), und 4 % der befragten Europäer sind dem Ultra-High-Net-Worth-(UHNW)-Segment mit Investments von mehr als USD 30 Mio. zuzurechnen (Deutschland: 5 %).
Die Studie kann hier nach Abgabe der Kontaktdaten heruntergeladen werden.Dr. Hendrik Lemelson, Avaloq
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