STUDIEN & UMFRAGEN18. Mai 2026

Personalisierung, Automatisierung und KI: Trends, die deutsche Vermögensverwalter umtreiben

Die aktuellen „Wealth Insights 2025“ liefern wieder wertvolle Aufschlüsse über die Branche und zeigen, was Vermögens­verwaltungs­experten in Deutschland bewegt – wie auch in anderen Ländern Europas, in Asien und den USA. Initiator der jährlichen Befragung unter Wealth Management Professionals und Anlegern aus insgesamt 15 Ländern ist die Avaloq Gruppe, ein internationaler Anbieter von Front-to-Back-Software und -Services für Banken und Vermögensverwalter.

 von Dr. Hendrik Lemelson, Geschäftsführer Avaloq 

Die Grafik illustriert die wünschenswerten Bereiche für stärker automatisierte Systeme und Prozesse im Wealth Management. An oberster Stelle steht das vereinfachte Onboarding neuer Klienten mit 71%. Diese Trends sind Teil der "Wealth Insights 2025".
Wünschenswerte Bereiche für stärker automatisierte Systeme und Prozesse Avaloq

Die Umfrage unter den vermögenden Anlegern in Deutschland zeigt, dass ihnen eine klare Kommunikation wichtig ist (90 %), dass sie auf schnelle Antworten ihres Beraters Wert legen (77 %) und dass sie erwarten, dass ihnen ihr Berater neue Produkte vorschlägt, die ihren persönlichen Bedürfnissen entsprechen (71 %). Die Kunden zugleich schneller und personalisierter zu betreuen, stellt die Wealth Manager vor eine Herausforderung. Befragt, was sie daran hindere, ihre Beratungstätigkeit stärker zu personalisieren, führen die deutschen Vermögensverwalter an erster Stelle den Zeitmangel an: Er ist für 53 % der wichtigste Hinderungsgrund. Die Schwierigkeit, personalisierte Angebote zu skalieren, ist für 48 % ein Problem. An dritter Stelle – mit 43 % – folgen die Herausforderungen, kosteneffiziente Lösungen auch für kleinere Portfolios anzubieten. Diese Zahlen deuten darauf hin, dass viele Wealth Manager ihre Beratung dann stärker personalisieren würden, wenn dies ohne zusätzlichen Zeitaufwand möglich wäre und wenn skalierbare Lösungen verfügbar wären.

Die Grafik illustriert die Hindernisfaktoren zur Personalisierung im Wealth Management. Zeitmangel, Skalierung personalisierter Angebote und unzureichende interne Zusammenarbeit sind zentrale Herausforderungen. Diese Erkenntnisse sind relevant für die Diskussion um „Wealth Insights 2025“.
Hindernisfaktoren zur Personalisierung Avaloq
Unter diesen Voraussetzungen ließe sich die individuelle Anlageberatung auch für kleinere Portfolios nutzbar machen. Damit käme die viel beschworene Demokratisierung des Wealth Managements einen entscheidenden Schritt näher: Kundengruppen mit kleineren Vermögen, die bisher nicht wirtschaftlich adressierbar waren, könnten erschlossen werden. Der naheliegende Hebel für mehr Personalisierung bei gleichzeitiger Zeit- und Kosteneffizienz liegt in der automatisierten Unterstützung der Berater durch geeignete Technologie.

Die Automatisierungs- und Entlastungswünsche von Beratern

Autor: Dr. Hendrik Lemelson, Avaloq
Dr. Hendrik Lemelson, Geschäftsführer der Avaloq Sourcing und Head of Market Germany, präsentiert Einblicke in die Trends der Personalisierung und Automatisierung im Wealth Management, im Kontext von „Wealth Insights 2025“.Dr. Hendrik Lemelson ist Geschäfts­führer der Avaloq Sourcing (Website), zudem Head of Market Germany bei Avaloq sowie Head of Region Europe für die Avaloq Banking Operations. Avaloq ist ein Anbieter von digitalen Banking-Lösungen. Tätig ist Dr. Lemelson an den Avaloq-Standorten in Zürich und Berlin. Seine Promotion zum Dr. rer. nat. im Bereich Informatik hat er an der Universität Mannheim absolviert.
In welchen Bereichen wünschen sich deutsche Wealth Management Professionals für die Zukunft am dringendsten Entlastung durch stärker automatisierte Systeme und Prozesse? Die meistgenannte Antwort ist das vereinfachte oder automatisierte Onboarding neuer Klienten: Eine starke oder zumindest eine gewisse Entlastung versprechen sich davon 71 %. Automatisierte Vorschläge zu klientenrelevanten Chancen und Risiken würden insgesamt 68 % der Berater begrüßen – wobei 43 % sich davon sogar eine starke Verbesserung der eigenen Effizienz versprechen. 65 % sehen erweiterte Datenanalyse-Funktionen als effizientitätssteigernd an. 62 % halten es für hilfreich, relevante Inhouse-Research-Inhalte den Klienten zeigen und mit ihnen teilen zu können.

Und insgesamt 60 % empfänden ein automatisiertes Portfolio-Monitoring als grundsätzlich entlastend – wobei sich 40 % davon sogar einen deutlichen Effizienzgewinn versprechen. Die deutschen Berater erwarten von stärkerer Automatisierung und Systemunterstützung also klare Vorteile in ihrem Alltag. Es liegt nahe, dass ein Mehr an Automatisierung bei vielen dieser Berateraufgaben nicht zuletzt durch ein Mehr an KI-Unterstützung zu erzielen sein wird.

KI wird akzeptierter Bestandteil der Beraterarbeit

Die Grafik illustriert die Meinungen von vermögenden Anlegern zur zukünftigen Rolle der künstlichen Intelligenz in ihrer Arbeit. 83% der Befragten stimmen der Aussage zu, dass KI ein wesentlicher Bestandteil ihrer Tätigkeit sein wird. (Wealth Insights 2025)
Aussage: Künstliche Intelligenz wird in Zukunft ein wesentlicher Bestandteil meiner Arbeit sein Avaloq

Die gute Nachricht in Sachen künstlicher Intelligenz in Banking und Wealth Management: Eine große Mehrheit der vermögenden Anleger in Deutschland steht der KI-Nutzung grundsätzlich positiv gegenüber. Allerdings ziehen die Anleger einen hybriden KI-Einsatz, der die Berater unterstützt, statt ihr Know-how zu ersetzen, einer vollständigen KI-Basierung der Beratungstätigkeiten vor. Bei der Analyse der Portfolioperformance wären beispielsweise 53 % der Anleger mit einem hybriden und 25 % mit einem ausschließlichen KI-Einsatz einverstanden. Und 49 % der Anleger können sich Investmentvorschläge vorstellen, für die ihre Berater durch KI unterstützt werden – 18 % wären sogar bereit, hier ganz auf eine KI zu vertrauen.

Gleichzeitig geht eine große und weiter wachsende Mehrheit von 83 % der deutschen Berater davon aus, dass KI in Zukunft ein fester, integraler Bestandteil ihres Arbeitsalltags sein wird (Vorjahr: 72 %). Gegenteiliger Meinung sind nur noch 5 % der Vermögensverwalter (Vorjahr: 6 %). Europaweit betrachtet sind die Zahlen sehr ähnlich. Als integrales Werkzeug ihrer zukünftigen Arbeit sehen KI hier 84 % (Vorjahr: 81 %) – vom Gegenteil gehen nur 4 % aus. Eine sehr große Mehrheit der deutschen Berater – 73 % – zeigt sich zudem überzeugt, dass KI der Wealth Management Branche nutzen wird. An der Wealth Management Branche ist der gesamtgesellschaftliche Trend zu KI also nicht vorbeigegangen. KI ist inzwischen im Bewusstsein und wohl auch im Alltag von Vermögensberatern und ihren Kunden angekommen.

Über die Studie

Das Bild präsentiert die Publikation "Avaloq Wealth Insights 2025", die zentrale Ergebnisse einer Befragung von Anlegern und Vermögensverwaltungsexperten aus verschiedenen Regionen umfasst. Die Darstellung vermittelt Professionalität und Expertise im Finanzsektor.
Ein Klick auf das Bild bringt Sie zum Studien-Download.Avaloq

Ava­loq hat für die Um­fra­ge im Fe­bru­ar und März 2025 3.851 An­le­ger und 456 Ver­mö­gens­­ver­wal­tungs­­ex­per­ten in 15 Län­dern in­ter­viewt: in Deutsch­land, der Schweiz, dem Ver­ei­nig­ten Kö­nig­reich, Bel­gi­en, den Nie­der­lan­den, Lu­xem­burg, Ita­li­en, den Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­ten, Ja­pan, Thai­land, Ma­lay­sia, Viet­nam, Hong­kong, Sin­ga­pur und den USA. 1.571 der be­frag­ten An­le­ger und 216 der in­ter­view­ten Wealth Ma­nage­ment Pro­fes­sio­nals stam­men aus Eu­ro­pa. Von den be­frag­ten In­ves­to­ren in Eu­ro­pa ge­hö­ren 60 % dem Aff­lu­ent-Seg­ment an, mit ei­nem An­la­ge­ver­mö­gen zwi­schen USD 250.000 und USD 1 Mio. (Deutsch­land: 57 %), 36 % in Eu­ro­pa zäh­len zum High-Net-Worth-(HNW)-Seg­ment mit An­la­gen zwi­schen USD 1 Mio. und USD 30 Mio. (Deutsch­land: 38 %), und 4 % der be­frag­ten Eu­ro­pä­er sind dem Ul­tra-High-Net-Worth-(UHNW)-Seg­ment mit In­vest­ments von mehr als USD 30 Mio. zu­zu­rech­nen (Deutsch­land: 5 %).

Die Studie kann hier nach Abgabe der Kontaktdaten heruntergeladen werden.Dr. Hendrik Lemelson, Avaloq

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