Unternehmen bevorzugen deutsche Rechenzentren für ihre Cloud-Daten

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Für Rechenzentren in anderen europäischen Ländern fällt die Zustimmung deutlich geringer aus. Frankreich wird von 23 Prozent der Unternehmen bevorzugt, während es für 17 Prozent nicht infrage kommt. Einen Standort in einem der übrigen EU-Staaten präferieren 68 Prozent; lediglich 1 Prozent lehnt diesen grundsätzlich ab. Großbritannien erreicht eine Zustimmung von 14 Prozent, wird jedoch von 32 Prozent ausgeschlossen.
Noch skeptischer beurteilen die Unternehmen Standorte außerhalb Europas. Rechenzentren in den USA bevorzugen 12 Prozent, für 51 Prozent kommen sie nicht infrage. Bei Japan stehen 9 Prozent Zustimmung einer Ablehnung von 60 Prozent gegenüber. Indien wird von 5 Prozent bevorzugt und von 73 Prozent ausgeschlossen. China kommt lediglich für 1 Prozent als Standort infrage, während 94 Prozent das Land ablehnen.
Die Unternehmen wollen, dass ihre Daten in Deutschland liegen und die Cloud-Anwendungen in Deutschland ausgeführt werden. Damit die dafür notwendigen Rechenzentren entstehen können, brauchen wir international wettbewerbsfähige Strompreise, einen raschen Anschluss an das Stromnetz und schnellere Genehmigungsverfahren bei Neubauprojekten.“
Ralf Wintergerst, Präsident des Bitkom

Bitkom
Serverstandort alleine reicht nicht aus
Die Ergebnisse zeigen, so der Bitkom-Präsident, dass Unternehmen Cloud-Souveränität noch immer stark mit dem physischen Speicher- und Verarbeitungsort der Daten verbinden. Für Banken, Versicherer und andere regulierte Finanzunternehmen reicht ein deutscher Serverstandort allein allerdings nicht aus. Entscheidend sind ebenso die Rechtsordnung, der der Anbieter unterliegt, der Zugriff auf Verschlüsselungsschlüssel und Administrationssysteme, die Abhängigkeit von ausländischen Muttergesellschaften sowie Möglichkeiten für Anbieterwechsel und einen geordneten Ausstieg. Die EU-Kommission berücksichtigt in ihrem Sovereign Cloud Framework deshalb neben der Datenlokalisierung auch rechtliche, operative, technologische und lieferkettenbezogene Kriterien. Der im Juni 2026 vorgelegte Cloud and AI Development Act soll zudem den Ausbau europäischer Rechenzentrumskapazitäten beschleunigen und einen einheitlichen Rahmen zur Bewertung der Cloud- und KI-Souveränität schaffen.
Weitere Daten zur Cloud-Nutzung in Deutschland hat Bitkom im „Cloud Report 2026“ veröffentlicht. Der Bericht steht auf der Website des Verbands kostenlos zum Download bereit.tw
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