NTT Data eröffnet AI Factory München – ein Testfeld mit Mistral an Bord, aber ohne freie Megawatt

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Die AI Factory steht im Munich 2 Data Center von NTT Global Data Centers, einem Colocation-Rechenzentrum, das seit Jahren in Betrieb ist (NOC in Prag). Europa-Chefin Anne-Sophie Lotgering versicherte zur Eröffnung: „This is absolutely not a showroom“, schließlich laufen nebenan Kundensysteme. Kunden bringen Code und Daten mit und nehmen laut Graham Clarke (Managing Director Global Private & Sovereign AI) Benchmark-Werte ihrer Workloads und eine Referenzarchitektur wieder mit, außerdem eine Zahl, was Besitz und Betrieb kosten („real data, not just slideware“).
Vier Chiphersteller, offene Gewichte

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Im RZ (114 dB, Zutritt mit Gehörschutz) arbeiten Nvidia-Blackwell-GPUs neben Beschleunigern von AMD und Intel, außerdem frühe Exemplare des Europa-Chips von Axelera aus Eindhoven. Die Racks lassen sich wahlweise über InfiniBand oder Ethernet verschalten und greifen auf 760 Terabyte Storage zu. Als Plattform dient üblicherweise Red Hat OpenShift. Für das Auslagerungsmanagement nach DORA hat die Mischung einen praktischen Nutzen, weil sich Konzentrationsrisiko und Exit-Szenario an Messwerten festmachen lassen, bevor ein Vertrag unterschrieben wird.
Gerechnet wird mit Open-Weight-Modellen, vor allem denen von Mistral. Clarke sprach von einer „very strategic relationship“. Die im August 2025 angekündigte Private AI für Finanzdienstleister bekommt damit einen Ort zum Anfassen, neun Tage nach der Eröffnung des Mistral-Hubs in München.
Digitalminister Dr. Fabian Mehring grenzte Souveränität von Autarkie ab. Ihm gehe es um Interoperabilität, also um die Möglichkeit, Daten von einem Partner zum nächsten mitzunehmen.

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Es ist keine gute Idee, wenn jemand anderes auf der Welt eine Art Kill-Switch in der Hand hält und uns aus dem Spiel nehmen kann.“
Dr. Fabian Mehring,
Bayerischer Staatsminister für Digitales
KI-Piloten scheitern an Governance und Skills
NTT Data begründet das Angebot damit, dass KI-Projekte in vielen Unternehmen nicht über die Pilotphase hinauskommen. Ein Problem, über das häufig gar nicht gesprochen werde. Dies habe eine hauseigene Kundenumfrage gezeigt.
Hängen blieben die Projekte üblicherweise in der Governance, etwa bei Risikoprüfung und Regulierung oder an der ungeklärten Frage, wohin Daten fließen und wer darauf zugreift, und es fehlten Fachleute. Europa-Chefin Lotgering ergänzte, viele Unternehmen hätten bisher einzelne, isolierte Proofs of Concept gebaut, mit Produktion sei dagegen ein durchgängiger Prozess über Abteilungsgrenzen hinweg gemeint.

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Mit KI zu experimentieren ist ziemlich einfach. Das Ganze dann durch den Risikoprozess und die Regulierung zu bringen und die Folgen für das eigene Geschäft zu verstehen, da haben wir die Schwierigkeiten gesehen.“
Graham Clarke, Managing Director Global Private & Sovereign AI, NTT Data
Bereits 95 Prozent vermietet – noch mehr Kapazität dringend notwendig
Das Gebäude selbst wird mit Grundwasser gekühlt und hängt an einer Online-USV (6.000 Batterien) sowie an MTU-Schiffsdieseln, deren Tank für mindestens 48 Stunden reicht. Allerdings seien die Colo-Flächen bereits zu 95 Prozent vermietet, hieß es beim Rundgang, zusätzliche Megawatt könne NTT am Standort also nicht anbieten. SLAs werden mit bis zu 99,99999% Verfügbarkeit (seven nines, 3 Sekunden/Jahr) angeboten. Das Unternehmen würde in München gern erweitern und gab den Wunsch gleich an das Digitalministerium weiter. Was – wiederum – die Attraktivität von München als RZ-Standort beweist.aj

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