ANWENDUNG24. März 2026

Acredia umgeht Kernsystem-Upgrade und migriert Finanzprozesse vollständig in die Public Cloud

Die Eingangstür zur Acredia Versicherung ist sichtbar, mit dem Unternehmenslogo prominent über dem Eingang. Die Fassade zeigt moderne architektonische Elemente und eine klare Beschilderung der Adresse in der Himmelpfortgasse.
Acredia

Die Acredia Versicherung hat gemeinsam mit adesso und SAP ihren kompletten Finanzbereich in weniger als zwölf Monaten in die SAP S/4HANA Public Cloud Edition migriert und die Genehmigung der Finanzmarktaufsicht FMA erhalten, die den Betrieb in der Cloud abgesegnet habe. Anpassungen des Kernsytems seien so kaum nötig gewesen.

Acredia habe sich ganz bewusst gegen ein klassisches technisches Upgrade im bestehenden System entschieden und stattdessen einen Neuanfang in der SAP S/4HANA Public Cloud gewählt. Grundlage sei ein Greenfield-Ansatz mit Fokus auf Fit-to-Standard gewesen. Die vorhandenen Prozesse seien nicht einfach übertragen, sondern im Zuge von Workshops strukturiert überprüft und an die SAP Best Practices angepasst worden.

Ein zentrales Ziel des Projekts sei der Abbau historischer Komplexität gewesen. Kontenplan, Kostenstellenstruktur und Buchungsregeln seien im Detail analysiert, zusammengeführt und auf ein praktikables, transparentes Zielmodell ausgerichtet worden. Anpassungen am Kernsystem seien weitgehend vermieden worden. Kundenspezifische Anforderungen seien vollständig im SAP-Standard realisiert, wobei nur von SAP vorgesehene Customizing-Einstellungen entsprechend angepasst wurden. Sämtliche Schnittstellen könnten ohne Zusatzentwicklungen realisiert werden. Auf diese Weise bleibe der ERP-Kern updatefähig und Acredia könne die Weiterentwicklung der SAP S/4HANA Public Cloud ohne aufwändige Upgrade-Aktivitäten nutzen.

Wir haben die Umstellung bewusst genutzt, um Komplexität nachhaltig zu reduzieren. Der Ansatz war eine radikale Vereinfachung im Sinne eines konsequenten Clean-Core-Prinzips: Kontenplan, Kostenstellenstruktur und Buchungslogiken wurden stringent reduziert und standardisiert. Dabei haben wir uns klar am ‚Fit-to-Standard‘-Ansatz orientiert. Das Ergebnis ist eine deutlich schlankere, robustere und zukunftsfähige Finanzplattform, die Transparenz, Effizienz und Skalierbarkeit nachhaltig stärkt.“

Michael Kolb, Vorstand der Acredia 

Regulatorik und Cloud: FMA-Genehmigung mit Signalwirkung für den Markt

Als Versicherungsunternehmen unterliege Acredia (Website) den Genehmigungs­anforderungen der österreichischen Finanzmarktaufsicht. Die Zusammenarbeit mit der FMA habe sich dabei als Erfolgsfaktor des Projekts erwiesen.

Mit der notwendigen Regulatorik im Blicke hätten die Partner ein tragfähiges Sicherheits‑ und Governance‑Modell entwickelt, das die Anforderungen an Datenschutz, Datensicherheit, Governance und Betriebssicherheit erfülle. Diese Entscheidung zeige, dass Public Cloud und Regulierung sehr wohl vereinbar seien – vorausgesetzt, Architektur, Prozesse und Governance würden entsprechend gestaltet.ft

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert