„Appia“: Eurosystem stellt Roadmap für tokenisiertes Finanz-Ökosystem vor

EZB
Wie die Europäische Zentralbank (EZB) in einer Pressemitteilung betont, spiele Zentralbankgeld bei „Appia“ weiterhin eine zentrale Rolle. Ziel sei es, das Eurosystem sowie Akteure aus dem öffentlichen und privaten Sektor zusammenzubringen. Es gehe um den Aufbau integrierter und widerstandsfähiger tokenisierter Finanzmärkte in Europa.
Die Grundlage von „Appia“ bilde die Erprobungsphase des Eurosystems zu neuen Technologien für die Abwicklung von Finanzmarkttransaktionen in Zentralbankgeld im Jahr 2024. „Appia“ sei ein wichtiger Schritt, um gewonnene Erkenntnisse in eine konkrete langfristige Strategie zu überführen, betont die EZB.
Zwei Initiativen als Basis zur Bereitstellung von tokenisiertem Zentralbankgeld
Die Strategie des Eurosystems zur Bereitstellung von tokenisiertem Zentralbankgeld für Finanzmarkttransaktionen beruhe auf zwei einander ergänzenden Initiativen: „Pontes“ und „Appia“. „Pontes“ sei die Distributed-Ledger-Technologie-Lösung (DLT) des Eurosystems. Sie werde im dritten Quartal 2026 eingeführt, um die Abwicklung DLT-basierter Transaktionen in Zentralbankgeld zu ermöglichen. „Appia“ sei breiter gefasst und längerfristig ausgerichtet.
In enger Zusammenarbeit mit dem Markt werde hier untersucht, wie ein auf Tokenisierung und DLT basierendes Finanz-Ökosystem gestaltet werden könne. Das Eurosystem plane, seine Vision für dieses Ökosystem 2028 zu veröffentlichen. Die im Rahmen von „Appia“ gewonnenen Erkenntnisse dienten als Orientierung für den Markt und würden zur kontinuierlichen Weiterentwicklung des „Pontes“-Angebots beitragen.
Die EZB nennt die Ziele der Initiative:
- Förderung eines stärker integrierten, wettbewerbsfähigeren und innovativeren europäischen Ökosystems für den Zahlungsverkehr und die Wertpapierabwicklung.
- Stärkung der strategischen Autonomie und Widerstandsfähigkeit Europas.
- Gewährleistung der Bedeutung des Euro als internationale Währung auch in Zukunft.
Dies werde in enger Zusammenarbeit mit Marktteilnehmern, öffentlichen Stellen und der Wissenschaft geschehen, so die EZB.

EZB
Mit Appia bereiten wir den Weg vom heutigen Finanzsystem zu den tokenisierten Märkten von morgen, deren Fundament Zentralbankgeld bildet.“
Piero Cipollone, Mitglied des EZB-Direktoriums
„Appia“ werde verschiedene DLT-Netzwerkkonfigurationen untersuchen, die als Basisinfrastruktur für Finanzmarkt-Dienstleistungen dienen könnten. Eine gemeinsame Infrastruktur auf der Grundlage einheitlicher Standards könnte laut EZB (Website) dazu beitragen, die Fragmentierung und die Markteintrittsbarrieren zu verringern sowie den Wettbewerb und die Innovationen an den europäischen Finanzmärkten zu fördern.dw
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