SB & FILIALE27. Mai 2025

BKA: 18 Festnahmen im Zusammenhang mit Geldautomatensprengungen

Ein schwarzes Fahrzeug steht vor einem Geldautomaten, dessen Scheibe zerbrochen ist. Funken fliegen aus dem Automaten, während im Hintergrund ein Bildschirm mit Daten sichtbar ist. Die Szene vermittelt eine kriminelle Handlung im Zusammenhang mit Geldautomatensprengungen.
SymbolbildReveKI

Im Auftrag der Staatsanwaltschaften Osnabrück und Düsseldorf (ZeOS NRW) sind das Bundeskriminalamt (BKA), das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen (LKA NRW) und die niederländische Polizei erfolgreich gegen eine international agierende Tätergruppe vorgegangen, die insbesondere für Geldautomatensprengungen in
Deutschland verantwortlich sein soll.

Europol unterstützte die Maßnahmen. Im Verlauf mehrerer koordiniert durchgeführter Einsatztage im Rahmen sogenannter Joint Action Days im Mai 2025 wurden 5 mutmaßliche Mitglieder festgenommen. Den Beschuldigten wird unter anderem die Herbeiführung von Sprengstoffexplosionen (in Zusammenhang mit GAA-Sprengungen) und schwerer Bandendiebstahl vorgeworfen.

Es handelt sich bei den Beschuldigten um niederländische Staatsangehörige plus einen türkischen Tatverdächtigen, die aus den Regionen Utrecht und Amsterdam kommen. Die Gruppierung hatte sich auf Geldautomaten in mehreren deutschen Bundesländern fokussiert. Zudem steht sie mutmaßlich in Verbindung mit Taten in der Schweiz und Frankreich.

Ermittlungsergebnisse im Überblick

Die Vorgehensweise der Beschuldigten war professionell organisiert, technisch versiert und arbeitsteilig. Die Täter verwendeten für die Sprengung der Geldautomaten feste Explosivstoffe und verursachten Sachschäden in Millionenhöhe. Nach aktuellem Ermittlungsstand erzielten sie durch die Sprengungen Beute in Höhe von knapp 1,2 Millionen Euro.

Bevorzugt wurden leicht zugängliche Automaten mit geringer Sicherung und schnellen Fluchtmöglichkeiten gesprengt. Die Explosionen richteten nicht nur an den Automaten, sondern auch in deren Umgebung erhebliche Schäden an. Da sich viele Tatorte in Wohngebieten befanden, bestand zudem eine konkrete Gefahr für Anwohnerinnen und Anwohner. Die anschließende Flucht erfolgte mit hochmotorisierten Fahrzeugen.

Mehrmonatige Ermittlungen des internationalen “Joint Investigation Teams”

Die jetzigen Festnahmen und polizeilichen Maßnahmen sind Teil umfangreicher Ermittlungsarbeit eines sogenannten Joint Investigation Teams (JIT) bestehend aus den Staatsanwaltschaften Osnabrück und Düsseldorf (ZeOS NRW), dem Bundeskriminalamt, den Niederlanden und dem LKA Nordrhein-Westfalen unter Einbindung von Europol: Erste Festnahmen von insgesamt acht Personen erfolgten im April 2024, im November 2024 folgten weitere Zugriffe mit vier Festnahmen. Im Mai 2025 wurden im Rahmen von mehreren gemeinsam koordinierten Aktionstagen erneut insgesamt 5 Personen festgenommen, 2 davon in den heutigen Morgenstunden.

Alle Maßnahmen – mit Ausnahme einer Festnahme in Spanien – fanden in den Niederlanden statt. Die Polizeibeamten durchsuchten seit April 2024 im Zuge dieser Maßnahmen Wohnungen und beschlagnahmten über 290.000 Euro in bar, darunter auch durch Raubstopptinte gefärbte Geldscheine.

Außerdem wurde eine mutmaßlich zur Geldwäsche genutzte Krypto-Wallet im Wert von über 600.000 Euro
sichergestellt sowie umfangreiche Ausrüstung, die bei Geldautomatensprengungen eingesetzt wurde: Sprengstoff, Benzinkanister, Kfz-Kennzeichen, SIM-Karten, Geldzählmaschinen und Fahrzeuge – darunter vier, die mit mehreren Raubüberfällen in Verbindung stehen.aj

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