Buy now, pay later: Jeder Siebte verliert dabei den Überblick

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Immerhin 46 Prozent der Nutzer von Buy now, pay later (BNPL) gaben demnach durchschnittlich weniger als 100 Euro im Monat aus. Bei 26 Prozent waren es zwischen 101 Euro und 200 Euro und bei 17 Prozent zwischen 201 Euro und 500 Euro. Bei fünf Prozent überstiegen die Ausgaben im Mittel 500 Euro. Die Befragten kauften online demnach vor allem Kleidung und Elektronik, aber auch Haushaltswaren, Möbel und Reisen.
Teils Bequemlichkeit, teils Geldnot
Bei den Gründen stand nicht nur die spätere Zahlung im Vordergrund, sondern oft Bequemlichkeit. Bei den Nutzern von Kauf auf Rechnung oder gesammelter Monatsrechnung nannte die Hälfte dieses Motiv. 30 Prozent wollten gezielt einen Zahlungsaufschub und 16 Prozent einkaufen, obwohl sie das nötige Geld nicht hatten. Bei den Ratenzahlern fanden laut Umfrage 39 Prozent diese Zahlungsart bequem, bei 29 Prozent fehlte das nötige Geld.
Wenn das Geld bei Fälligkeit fehlt, kann es schwierig werden.“
Aus der BaFin-Studie

Kai Hartmann Photography / BaFin
Zwölf Prozent hätten Buy-now-pay-later-Schulden von mehr als 500 Euro. Manche Verbraucher hangelten sich mit Krediten durch. Zehn Prozent der BNPL-Nutzer hätten bereits Geld von Familie oder Freunden geliehen. Sieben Prozent hätten ihr Girokonto überzogen, acht Prozent nutzten eine Kreditkarte für einen Zahlungsaufschub, und vier Prozent hätten einen Kredit aufgenommen. Fünf Prozent gaben an, ihren Arbeitgeber um einen Gehaltsvorschuss gebeten zu haben.
Die Ergebnisse unterstreichen, dass Buy now, pay later längst kein Nischenphänomen mehr ist, sondern sich zu einer strukturellen Herausforderung an der Schnittstelle von Konsum, IT und Regulierung entwickelt. Gerade die starke Nutzung durch Jüngere zeigt, wie sehr digitale Zahlungsprozesse psychologische Kaufhürden senken – während Transparenz, Risikobewusstsein und technische Kontrollmechanismen oft nicht Schritt halten. Für Anbieter, Aufsicht und IT-Verantwortliche stellt sich damit zunehmend die Frage, wie Zahlungsinnovationen verantwortungsvoll gestaltet und systemische Überschuldungsrisiken frühzeitig begrenzt werden können.dpa / Einordnung tw
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