ANWENDUNG15. Januar 2026

Cyber-Kriminalität bei Banken: Die Gefahr lauert im eigenen Haus

Ein Bankmitarbeiter übergibt vertrauliche Dokumente an eine Person im Auto. Die Szene deutet auf eine illegale Transaktion hin, die im Kontext von Cyber-Kriminalität und Insider-Bedrohungen innerhalb von Banken steht.
KI, DALL-E

Check Point Software Technologies, ein weltweiter Anbieter von Cyber-Sicherheitslösungen, sieht eine zunehmende Bedrohung von Banken durch Mitarbeiter im eigenen Haus. Sicherheitsforscher des Unternehmens hätten eine vermehrte Rekrutierung von Insidern durch Cyber-Kriminelle in Darknet-Foren festgestellt. Diese würden zum Teil mit hohen Geldbeträgen gelockt, um ihr Wissen preiszugeben.

Wie Check Point mitteilt, verlassen sich Cyber-Kriminelle nicht mehr ausschließlich auf Brute-Force-Angriffe, Social Engineering oder die Ausnutzung von Schwachstellen. Zugang zu Unternehmensnetzwerken, Benutzergeräten und Cloud-Umgebungen würden diese immer häufiger durch Insider in Organisationen erhalten. Die Hauptziele seien derzeit Krypto-Währungsbörsen, Banken und Cloud-Anbieter.

In Darknet-Foren würden Mitarbeiter angesprochen oder diese meldeten sich sogar freiwillig, um Zugänge sowie sensible Informationen gegen lukrative Belohnungen zu verkaufen. Dieser Trend stelle eine erhebliche Herausforderung für Sicherheitskräfte dar, betont Check Point.

„Dem endlosen Hamsterrad entkommen“: Manipulative Botschaften im Darknet

Wenn Mitarbeiter die Abwehrmaßnahmen deaktivieren, Anmeldedaten weitergeben oder privilegierte Informationen bereitstellen, werde die Abwehr eines Cyber-Angriffs exponentiell schwieriger. Die Überwachung des Deep Web und des Darknets auf Erwähnungen von Unternehmen oder gestohlene Daten sei mittlerweile ebenso wichtig geworden, wie der Einsatz fortschrittlicher Technologien zur Cyber-Prävention.

Die meisten Stellenanzeigen im Darknet seien kurz und sachlich geschrieben, weiß Check Point. Einige davon seien emotional manipulativ formuliert. So habe etwa eine Anzeige im Juli 2025 interessierte Mitarbeiter aufgefordert, „dem endlosen Hamsterrad zu entkommen“.

Cyber-Kriminelle hätten ihnen im Rahmen der Zusammenarbeit Auszahlungen im fünf- bis sechsstelligen Bereich versprochen. Andere Anzeigen richteten sich an langjährige Mitarbeiter mit Zugang zu etablierten Netzwerken.

Check Point Software Technologies

Ein erheblicher Teil der Insider-Aktivitäten ziele auf den Finanzsektor und Krypto-Unternehmen ab. In aktuellen Stellenanzeigen hätten Cyber-Kriminelle Insider bei Coinbase, Binance, Kraken und Gemini sowie bei Beratungsunternehmen wie Accenture und Genpact gesucht.

Insider bei Banken seien laut Check Point besonders wertvoll. In einem Beitrag im Darknet hätten die Sicherheitsforscher eine Vergütung für den Zugang zu Systemen der US-Notenbank oder ihrer Partnerbanken entdeckt. In einem anderen Beitrag von Cyber-Kriminalität das Anfordern von vollständigen Transaktionshistorien einer großen europäischen Bank.

Mitarbeiter handeln auch aus Gier, Rache oder ideologischen Gründen

Die Zunahme der Rekrutierung von Insidern unterstreiche eine der komplexesten Herausforderungen der modernen Cyber-Sicherheit. In Darknet-Anzeigen würden Angreifer regelmäßig mit hohen Geldbeträgen nach Insider-Komplizen suchen. Einige Mitarbeiter wiederum würden aus Gier, Rache oder ideologischen Gründen handeln.

Wie Check Point (Website) betont, beschleunige die weit verbreitete Nutzung anonymer Krypto-Währungszahlungen diesen Trend. Für Unternehmen gingen die Folgen dieser Cyber-Kriminalität über finanzielle Verluste hinaus. Sie umfassten auch Schäden bei der Reputation, Betriebsstörungen sowie behördliche Strafen.dw

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