Maklermarkt-Studie: Starke Diskrepanz zwischen Eigen- und Fremdbild der Versicherer

KI, DALL-E
Ein Kernergebnis der Studie ist die Diskrepanz zwischen Selbstbild der Versicherer und Fremdbild der Vermittler. Im Bereich Tarifierung, Angebot und Antrag bewerten 75 Prozent der Versicherer ihre Leistung als „gut“ bis „ausgezeichnet“ (11 % „ausgezeichnet“). Vermittler schätzen dies laut der Studienautoren deutlich kritischer ein: Nur 36 Prozent der Makler und 35 Prozent der Mehrfachagenten vergeben das Prädikat „gut“ oder „sehr gut“. Die Bestnote „ausgezeichnet“ wurde von keinem Vermittler vergeben. Ein ähnliches Stimmungsbild zeige sich hinsichtlich der Qualität des Datenaustauschs.

Versicherungsforen Leipzig
Als Hauptursachen für die unzureichende Prozessqualität werden veraltete Technologien und langsame Entscheidungswege genannt. Während 65 Prozent der Versicherer mangelnde finanzielle und personelle Ressourcen als Hindernis anführen, sehen Makler (57 %) und Mehrfachagenten (65 %) das Hauptproblem in der Kommunikation innerhalb der Versicherungsunternehmen.
Auch in der Betreuung klaffen die Ansichten weit auseinander: 88 Prozent der Versicherer attestieren sich eine gute bis ausgezeichnete Qualität, während Makler und Mehrfachagenten diese lediglich als mittelmäßig ohne Spitzenleistungen bewerten.

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Ein weiteres Ergebnis der Studie: Jeder zweite Makler (50 %) prognostiziert eine wachsende Bedeutung von Embedded Insurance. Für Ausschließlichkeit, Direktvertrieb und Bancassurance hingegen würden Relevanzverluste erwartet.
Die befragten Makler sehen ihre eigene Rolle als Vertriebsweg der Zukunft als absolut dominant an. Auch Mehrfachagenturen sind überzeugt, dass der Maklervertrieb in den kommenden drei bis fünf Jahren den Markt bestimmen wird. Die Ära der klassischen Vollsortimenter wird enden.”
Dr. Manuela Wolf, Projektmanagerin Vertrieb der Zukunft bei den Versicherungsforen Leipzig
Kleine und mittlere Versicherer würden sich auf Nischen spezialisieren, technologische Kooperationen eingehen und Teile ihrer Wertschöpfungskette auslagern. Dieser Druck mache weitere Fusionen unumgänglich.
Im Segment der Maklerpools herrscht ein starker Konsens (über 80 %) über eine bevorstehende Konsolidierungswelle. Es wird erwartet, dass kleine Pools vom Markt verschwinden und deren angebundene Vermittler zu den Marktführern migrieren. Zudem rechnen über 80 Prozent der befragten Versicherer damit, dass sich erfolgreiche Pools durch Zukäufe verstärkt zu Maklergruppen weiterentwickeln.
Strukturvertriebe stünden indes vor personellen Herausforderungen: Über 40 Prozent der Vermittler und rund 33 Prozent der Versicherer erwarteten eine Abwanderung von Personal in Richtung der Pools. Trotz am Markt sichtbarer Zukäufe durch Akteure wie MLP glaube derzeit keine der befragten Gruppen mehrheitlich daran, dass die Transformation von Strukturvertrieben zu Maklergruppen ein flächendeckender Trend werde.

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Die Versicherungsforen Leipzig (Website) unterstützen laut eigenen Angaben die Assekuranz bei der erfolgreichen Transformation. Sie analysieren Branchentrends, bewerten die Auswirkungen auf verschiedene Unternehmensbereiche und entwickeln konkrete Handlungsempfehlungen.dw
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