ZAHLUNGSVERKEHR25. Februar 2026

Zahlungsabwickler Stripe will wohl PayPal übernehmen – ganz oder in Teilen

Stripe will wohl PayPal übernehmen: Die Abbildung zeigt das Hauptgebäude von PayPal, erkennbar an dem großen, blauen Logo im Vordergrund. Die moderne Architektur und die umgebende Vegetation deuten auf eine innovative Unternehmensumgebung hin, die im Bereich des bargeldlosen Zahlungsverkehrs tätig ist, ähnlich
Paypal

Der Zahlungsdienstleister Stripe hat laut Medienberichten ein Interesse an der Übernahme von PayPal oder einzelnen Geschäftsbereichen des Unternehmens signalisiert. Die Gespräche befinden sich demnach in einem sehr frühen Stadium, und sowohl Stripe als auch PayPal wollten sich bislang nicht offiziell zu den Spekulationen äußern.

Hintergrund ist die schwierige Geschäftslage bei PayPal. Der Online-Zahlungsanbieter musste auch im vierten Quartal 2025 rückläufige Zahlungsvolumina sowie Gewinneinbußen hinnehmen und verfehlte die Umsatzerwartungen der Analysten. Das Unternehmen hat seit seinem Allzeithoch 2021 über 80 Prozent an Marktwert eingebüßt. Anfang Februar übernahm Enrique Lores, zuvor CEO von HP, die Führung bei PayPal, was die Spekulationen über mögliche strategische Schritte allerdings erst weiter befeuerte.

Für Stripe ergibt eine Übernahme aus strategischer Sicht Sinn. Das Unternehmen ist aktuell mit 159 Milliarden US-Dollar bewertet, nachdem es im Februar 2026 ein Mitarbeiter-Aktienangebot durchgeführt hatte. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einer Wertsteigerung von rund 74 Prozent. Stripe betreibt eine moderne, datengetriebene Zahlungsplattform mit globaler Infrastruktur, intelligenter Betrugserkennung und detaillierten Analysefunktionen, während PayPal traditionell stärker auf das Endkundengeschäft ausgerichtet ist.

Gemeinsames Know-how für Stablecoin-Themen

Eine Fusion würde zudem die Kompetenzen beider Unternehmen im Bereich digitaler Währungen bündeln. Stripe hat mit seiner Tochter Bridge eine B2B-Infrastruktur für Stablecoins aufgebaut, während PayPal mit dem PYUSD-Stablecoin vor allem im Consumer-Segment aktiv ist. Zusammen könnten die beiden Anbieter ein umfassendes Ökosystem von Zahlungsabwicklung über Stablecoin-Ausgabe bis hin zum globalen Checkout schaffen.

Stripe

Die PayPal-Aktie reagierte auf die Übernahmegerüchte deutlich: Nach einem Plus von knapp 6 Prozent am Montag stieg der Kurs am Dienstag weiter. Analysten betonen jedoch, dass es noch keine Garantie für eine Transaktion gibt und intensive kartellrechtliche Prüfungen wahrscheinlich wären. Stripe selbst wickelte 2025 Zahlungen im Volumen von rund 1,9 Billionen US-Dollar ab und baut seine Krypto- und Zahlungsinfrastruktur systematisch aus. Alleine in Deutschland hat PayPal 31 Millionen Endkunden, die den Zahlungsdienst regelmäßig nutzen. Ob eine Übernahme tatsächlich zustande kommt – und ob sie ganz PayPal oder nur Teile des Unternehmens betreffen würde – bleibt derzeit offen.

Die möglichen Übernahmepläne von Stripe für PayPal zeigen, wie angespannt der Kampf um die Zahlungshoheit ist. Während PayPal unter Druck steht und Marktanteile an Apple Pay und Google Pay verliert, baut Stripe seine globale Infrastruktur und Krypto-Kompetenz systematisch aus. Eine Fusion würde auch die Stablecoin-Strategien beider Unternehmen bündeln, was die digitale Euro-Integration und grenzüberschreitende Zahlungen in Europa beeinflussen könnte. Für die EU-Region bedeutet dies potenziell stärkeren Wettbewerb um digitale Zahlungsmittel wie den digitalen Euro und wachsende Abhängigkeit von US-Plattformen.tw

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