ANWENDUNG2. März 2026

Adacta analysiert Automatisierung in der Schadensbearbeitung – Versicherer haben Nachholbedarf

Ein Mann kniet neben einem beschädigten Auto und hält ein Smartphone in der Hand, auf dem Informationen zur Schadenbearbeitung angezeigt werden. Der Fokus liegt auf der Interaktion mit der digitalen Schadensregulierung in einem urbanen Umfeld.
Reeve AI

Die Automatisierung von Schadensprozessen gewinnt in der europäischen Versicherungswirtschaft weiter an strategischer Bedeutung, befindet sich jedoch vielerorts noch in einer frühen Entwicklungsphase. Zu diesem Ergebnis kommt die neue State of Claims Automation Market Study 2026, die der Softwareanbieter Adacta veröffentlicht hat. Die Marktstudie basiert auf einer Befragung von 110 Führungskräften aus Versicherungsunternehmen in fünf europäischen Regionen und untersucht Reifegrad, Investitionspläne sowie zentrale Herausforderungen bei der Automatisierung der Schadensabwicklung.

Die Analyse zeigt eine deutliche Investitionsdynamik: Rund 80 Prozent der befragten Versicherer planen, ihre Ausgaben für die Automatisierung von Schadensfällen zu erhöhen. Gleichzeitig haben bislang lediglich 17 Prozent ein fortgeschrittenes Automatisierungsniveau erreicht. Der Großteil der Unternehmen befindet sich noch in frühen Implementierungsphasen, was auf strukturelle und technologische Hürden hinweist. Eine Schlüsselrolle wird weiterhin der Künstlichen Intelligenz zugeschrieben. Trotz hoher Erwartungen setzen aktuell nur 26 Prozent der Versicherer generative KI aktiv in der Schadensbearbeitung ein oder testen entsprechende Anwendungen. Die Mehrheit verfolgt zunächst eine beobachtende oder explorative Strategie. Damit bleibt der praktische Einsatz moderner KI-Technologien bislang hinter dem strategischen Interesse der Branche zurück.

Auch bei den erzielten Effekten zeigt sich eine Diskrepanz zwischen Anspruch und Realität. Laut Studie verfehlen Versicherer ihre ursprünglich definierten Ziele in allen sieben untersuchten Nutzenkategorien – darunter Effizienzsteigerung, Kostenreduktion und Kundenzufriedenheit – teilweise um bis zu 34 Prozentpunkte. Die erwarteten Produktivitätsgewinne durch Automatisierung stellen sich vielerorts langsamer ein als geplant.

Hohe Investitionsbereitschaft, geringer Reifegrad

Als zentraler Bremsfaktor gilt weiterhin die bestehende IT-Landschaft. Mehr als die Hälfte der Befragten nennt Legacy-Systeme als größtes Hindernis für Fortschritte in der Schadensautomatisierung. Hinzu kommen Unsicherheiten hinsichtlich des Return on Investment sowie Defizite bei Datenqualität und Datenverfügbarkeit. Entsprechend hoch ist der Modernisierungsdruck: 85 Prozent der Studienteilnehmer sehen die Erneuerung ihrer Kernsysteme im Schadensmanagement als wichtigste strategische Maßnahme.

„Europäische Versicherer erkennen zunehmend den Wert der Schadensautomatisierung, und die geplanten Investitionen belegen diesen Trend“, erklärt Sebastjan Plavec, Chief Marketing Officer bei Adacta – und führt weiter aus:

Nachhaltiger Fortschritt in diesem Bereich wird jedoch nur möglich sein, wenn Versicherer ihre Kernsysteme modernisieren. Ohne eine solide technische Basis bleibt das volle Potenzial der Automatisierung unerreicht.“

Sebastjan Plavec, Chief Marketing Officer bei Adacta

Auch aus Produktsicht sieht Adacta noch erheblichen Entwicklungsbedarf. Beti Ilinčič, Claims Product Managerin bei Adacta, verweist darauf, dass insbesondere in der Schadensaufnahme und Kommunikation bereits Fortschritte sichtbar seien. Die komplexeren und arbeitsintensiveren Abschnitte der Wertschöpfungskette seien jedoch bislang nur begrenzt automatisiert und rückten nun stärker in den Fokus zukünftiger Modernisierungsinitiativen.

Der erste Teil der State of Claims Automation Market Study 2026 steht ab sofort kostenlos zur Verfügung. Der vollständige Bericht mit vertiefenden regionalen und branchenspezifischen Analysen soll im April 2026 veröffentlicht werden.tw

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