ANWENDUNG4. März 2026

Sparkassen-Finanzgruppe verteidigt Spitzenplatz im Banking-App-Ranking von Capital

Eine Hand hält ein Smartphone über ein kontaktloses Zahlungsterminal. Auf dem Bildschirm der App ist ein Betrag von 8,99 € sichtbar. Diese Nutzung verdeutlicht die Funktionalität der Sparkassen-App, die im Capital-Ranking führend ist.
DSGV

Die App der Sparkassen bleibt auch 2026 die Referenz im deutschen Mobile-Banking-Markt. Im aktuellen Ranking des Wirtschaftsmagazins Capital erreicht sie 92,6 von 100 möglichen Punkten und führt damit das Feld der getesteten Banking-Anwendungen an. Bewertet wurden insgesamt mehr als 30 Apps klassischer Banken, Direktbanken und Neobanken. In die Analyse flossen Kriterien wie Funktionsumfang, Nutzerfreundlichkeit, Servicequalität sowie Sicherheits- und Authentifizierungs­verfahren ein.

Ausschlaggebend für die Spitzenposition war nach Angaben des Tests insbesondere die Kombination aus breiter Funktionalität, stabiler Performance und gut integrierten Zusatzdiensten. Neben Standardtransaktionen wie Überweisungen, Daueraufträgen oder Umsatzabfragen überzeugte die App mit erweiterten Self-Service-Funktionen, Multibanking-Fähigkeiten und einer durchgängigen Nutzerführung. Auf den vorderen Plätzen folgen die Anwendungen der genossenschaftlichen Finanzgruppe, insbesondere die App von Volksbanken Raiffeisenbanken. Sie konnte im Vergleich zum Vorjahr zulegen und punktete mit einer klar strukturierten Navigation, stabilen TAN-Verfahren sowie einem ausgebauten Serviceangebot innerhalb der App.

Ebenfalls im oberen Rankingbereich vertreten sind etablierte Direktbanken wie ING Deutschland und Deutsche Kreditbank. Beide Anbieter erzielten hohe Bewertungen bei Benutzerfreundlichkeit und digitaler Prozessführung, etwa bei Kontoeröffnung, Kartenverwaltung oder der Integration mobiler Bezahlverfahren. Die ING überzeugte zudem mit konsistentem Design und transparenter Darstellung von Transaktionsdaten, während die DKB ihre Multibanking-Funktionen weiter ausgebaut hat. Auffällig ist, dass sich die Abstände zwischen den Top-Anbietern insgesamt verringert haben. Viele klassische Institute haben in den vergangenen Jahren ihre mobilen Anwendungen substanziell modernisiert und investieren kontinuierlich in Performance-Optimierung sowie in die Vereinfachung komplexer Prozesse.

Željko Kaurin, Vorstand Digital Banking bei der Atruvia, äußert sich zur Relevanz von Funktionen in Banking-Apps. Er betont, dass der Wettbewerb nicht mehr an Features, sondern an persönlicher Nutzerrelevanz entschieden wird, wie im aktuellen Ranking von Capital.
Atruvia

Der Wettbewerb entscheidet sich nicht mehr an Features – die haben wir in der VR Banking App in großer Breite. Jetzt geht es um persönliche Relevanz: Welche Funktion braucht welche*r Nutzer*in in welchem Lebensmoment?“

Željko Kaurin, Vorstand Digital Banking bei der Atruvia

Neobanken: Starke UX, selektiver Funktionsumfang

Im Segment der rein digitalen Anbieter zeigen sich weiterhin differenzierte Ergebnisse. N26 bleibt einer der bekanntesten Vertreter unter den Neobanken und punktet mit intuitiver Bedienbarkeit, schneller Kontoeröffnung und Echtzeit-Benachrichtigungen. Funktionen wie Unterkonten („Spaces“), sofortige Kartensteuerung oder internationale Zahlungen sind integraler Bestandteil des Konzepts. Auch Revolut, bunq und Wise adressieren gezielt mobile Zielgruppen mit Multicurrency-Konten, Budget-Analyse-Tools und vergleichsweise günstigen Fremdwährungsservices. Im Testumfeld zeigte sich jedoch, dass der Funktionsumfang häufig stärker fokussiert ist als bei Universalbanken. Komplexere Bankprodukte oder umfassende Beratungsleistungen sind teilweise nur eingeschränkt verfügbar oder werden außerhalb der App abgewickelt.

Die Tabelle präsentiert die besten Banking-Apps 2026, mit der Sparkasse an der Spitze mit 92,6 Punkten. Die Bewertungen basieren auf Funktionalität und Service, wie im Ranking von Capital dargestellt.
Capital

Im direkten Vergleich mit klassischen Instituten erreichten Neobanken solide, aber nicht überragende Gesamtbewertungen. Während Benutzerführung und Design vielfach als modern gelten, spielen Service-Erreichbarkeit, regulatorische Einbindung und Produktbreite weiterhin eine Rolle bei der Gesamtbewertung.Der Vergleich macht deutlich, dass sich das mobile Banking in Deutschland funktional weiter ausdifferenziert. Zu den zentralen Merkmalen leistungsstarker Apps zählen inzwischen standardmäßig Multibanking-Optionen, mit denen Konten verschiedener Institute aggregiert werden können. Ebenso verbreitet sind Ausgabenanalysen mit automatischer Kategorisierung, Budgetplanung und grafischer Aufbereitung von Finanzdaten.

Ein weiterer Trend ist die konsequente Integration mobiler Bezahlverfahren. Neben Apple Pay und Google Pay gewinnt insbesondere European Payments Initiative mit ihrem Bezahldienst Wero an Bedeutung. Erste Institute haben die Funktion bereits direkt in ihre Banking-Apps eingebunden, wodurch Peer-to-Peer-Zahlungen innerhalb Europas ohne zusätzliche Drittanbieter möglich werden. Im Bereich Sicherheit dominieren biometrische Authentifizierungs­verfahren wie Face-ID oder Fingerabdruck, ergänzt durch app-basierte TAN-Freigaben und Echtzeit-Push-Benachrichtigungen bei Transaktionen. Gleichzeitig wird die Nutzerführung stärker personalisiert, etwa durch kontextsensitive Hinweise, individualisierte Startseiten oder proaktive Service-Meldungen.

Wettbewerb um digitale Kundenschnittstellen

Die Tabelle präsentiert die besten Banking-Apps für 2026, bewertet nach Funktionalität und Service. C24 Bank führt mit 85,1 Punkten, gefolgt von bunq und N26. Diese Ergebnisse stammen aus einer Analyse von Capital.
Capital

Der aktuelle Test unterstreicht, dass sich der Wettbewerb im Retail-Banking zunehmend an der Qualität der digitalen Kundenschnittstelle entscheidet. Mobile Apps fungieren nicht mehr nur als Transaktionskanal, sondern als zentrale Plattform für Kommunikation, Service und Produktintegration. Die Ergebnisse zeigen zudem, dass etablierte Institute ihre technologischen Rückstände gegenüber FinTechs weitgehend aufgeholt haben. Gleichzeitig bleiben Neobanken Innovationsmotoren bei Nutzererlebnis und Geschwindigkeit der Produktentwicklung. Für den deutschen Markt bedeutet dies eine weitere Konsolidierung auf hohem funktionalem Niveau – bei gleichzeitig wachsendem Differenzierungsdruck über Zusatzservices, Ökosystem-Anbindungen und digitale Zusatzservices.

Das Institut für Vermögensaufbau (IVA) hat im Auftrag von Capital insgesamt 33 Banking-Apps untersucht. Die Bewertung basiert auf mehr als 50 Kriterien in zwei Kategorien: Banking/Funktionalität und Serviceangebot. Bewertet wurden unter anderem Echtzeit-Überweisungen, Unterkonten für spezielle Sparzwecke, Supportqualität und die Kostenstruktur der Apps. Einen ausführlicheren Bericht finden Sie hier, die komplette Aufstellung findet sich in der Ausgabe Capital 3/2026.tw

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