STUDIEN & UMFRAGEN27. April 2026

Kriminalstatistik 2025: Kartenbetrug wächst weiter; Cybercrime bleibt Herausforderung

Symbolbild<q>KI-Bild</q>
SymbolbildKI-Bild

Bei Betrug (-8,4%) und Cyberkriminalität (-4,1%) sind die im Inland registrierten Fälle zwar rückläufig. Allerdings steigen die aus dem Ausland heraus begangenen Taten deutlich an (Betrug: +7,0%, Cyberkriminalität +3,0%). Im Bereich der Cyberkriminalität übersteigt die Anzahl der Auslandstaten bereits die der Inlandstaten.

Dies geht aus der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2025 hervor, die Bundesinnenminister Alexander Dobrindt, der Innenministerkonferenz-Vorsitzende Andy Grote und BKA-Präsident Holger Münch präsentiert haben.

Karten-Betrug: Weiterhin Wachstum und niedrige Aufklärungsquoten

Bei „Betrug bzw. Computerbetrug mittels rechtswidrig erlangter unbarer Zahlungsmittel“ wurden 2025 insgesamt 96.383 Fälle erfasst. Dies ist gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg um 4,8 Prozent. Die Aufklärungsquote bewegt sich weiter auf einem niedrigen Niveau und lag 2025 bei 21,1 Prozent (2024: 22,7%).

Beim Betrug/Computerbetrug mit Debitkarten ohne PIN (ec-Lastschriftverfahren) wurden im vergangenen Jahr 16.630 Fälle registriert. Dies entspricht einer Steigerung um 9,6 Prozent. Die Aufklärungsquote ist hier auf 16,5 Prozent zurückgegangen.

Bei denjenigen Taten, bei denen rechtswidrig erlangte Debitkarten mit PIN an Geldautomaten und am POS betrügerisch eingesetzt wurden, gab es in den Jahren 2022 und 2023 zunächst starke Steigerungen und 2024 dann einen Rückgang. Diese Entwicklung hat sich 2025 – nicht zuletzt dank der verstärkten Aufklärungsarbeit von Banken und Sparkassen – mit einem Minus von 6,2 Prozent weiter fortgesetzt. Die Aufklärungsquote ist mit 29,3 Prozent nahezu konstant geblieben.

Auffällig ist dabei, dass der Betrug mit Debitkarten mit PIN seit vielen Jahren deutlich höhere Fallzahlen aufweist als der Betrug mit Debitkarten ohne PIN. Die vermutlichen Gründe: Zum einen ist das Akzeptanznetz für Debitkarten mit PIN weitaus größer und zum anderen gelingt es den Tätern immer noch, an Karten und zugehörige PINs zu kommen, zum Beispiel durch Shoulder-Surfing an Geldautomaten oder POS-Terminals und anschließenden Kartendiebstahl.

Holger Münch, BKA-Präsident 
BKA

Die Datenlage zeigt ein differenziertes Bild: Die registrierte Kriminalität ist 2025 gesunken, wir sehen Rückgänge bei Gewaltkriminalität und bei der Zahl der Tatverdächtigen. Gleichzeitig verändert sich Kriminalität – sie wird digitaler, internationaler und in manchen Bereichen auch brutaler. Sicherheit ist kein Selbstläufer. Deshalb müssen wir Kriminalität früh erkennen und wirksam bekämpfen.“

Holger Münch, BKA-Präsident 

Die Fallzahlen im Bereich Cybercrime haben im vierten Jahr in Folge abgenommen. Das BKA weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass in der Statistik nur Taten erfasst werden, bei denen mindestens eine tatverdächtige Person im Inland gehandelt hat. Fälle, bei denen Schäden in Deutschland verursacht werden, der Handlungsort aber in Ausland liegt – sogenannte Auslandstaten, die insbesondere bei Cybercrime eine überdurchschnittliche Relevanz aufweisen – sind nicht enthalten. Die Auslandstaten im Bereich Cybercrime nehmen seit einigen Jahren kontinuierlich zu und lagen 2025 bei 207.888 Fällen. Gleichzeitig besteht hier nach Einschätzung des BKA ein großes Dunkelfeld, da schätzungsweise vier von fünf Straftaten nicht angezeigt werden.

Nach den Ergebnissen der Dunkelfeldstudie SKiD (Sicherheit und Kriminalität in Deutschland) war bereits jede fünfte Person Opfer von Delikten aus dem Bereich der Cyberkriminalität. Datenmissbrauch sowie Waren- und Dienstleistungsbetrug im Internet sind dabei die häufigsten Delikte, die auch im Vergleich zur vorherigen Erhebung 2020 signifikant zugenommen haben. Mit der zunehmenden Betroffenheit fürchtet mittlerweile mehr als jeder Zweite, Opfer von Betrug im Internet zu werden.

Insgesamt hat die Polizei im Jahr 2025 bundesweit rund 5,5 Millionen Straftaten registriert. Das entspricht einem Rückgang von 5,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt wurden rund 3,2 Millionen Fälle aufgeklärt. Die Aufklärungsquote liegt bei 57,9 Prozent und damit auf nahezu gleichem Niveau wie in den Vorjahren (2024: 58,0%). Weitere Ergebnisse und Erkenntnisse des BKA zu Cybercrime wird demnächst der entsprechende Lagebericht liefern.fb

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert