Abbyy: Versicherer setzen im Schadensmanagement verstärkt auf KI und Automatisierung

ChatGPT
Im Mittelpunkt steht die End-to-End-Automatisierung des Schadenmanagements – von der ersten Schadensmeldung (First Notice of Loss, FNOL) bis zur abschließenden Regulierung. Laut Abbyy kombinieren moderne Plattformen dafür verschiedene KI-Lösungen, die Dokumente verarbeiten, Daten extrahieren, Inhalte klassifizieren und Workflows in Echtzeit steuern können. Eine zentrale Rolle spielt dabei Intelligent Document Processing. IDP-Lösungen lesen strukturierte und unstrukturierte Inhalte aus E-Mails, Formularen, PDFs, Rechnungen oder handschriftlichen Dokumenten aus und leiten die Daten automatisiert an nachgelagerte Systeme weiter. Ergänzend kommen OCR-Technologien, Natural Language Processing (NLP), Machine Learning und Computer Vision zum Einsatz. Während NLP und LLMs unstrukturierte Texte analysieren, verarbeitet Computer Vision beispielsweise Fahrzeugfotos oder Kilometerstandbilder innerhalb des Schadensprozesses.
Nach Einschätzung von Abbyy liegt der vorrangige Nutzen automatisierter Schadensbearbeitung in der Beschleunigung manueller Abläufe. Tätigkeiten wie Dateneingabe, Einstufung von Dokumenten oder die Bearbeitung eingehender Korrespondenz könnten weitgehend automatisiert werden. Dadurch verkürzten sich Bearbeitungszeiten und Fehlerquoten bei der Datenerfassung. Gleichzeitig sollen Versicherer steigende Schadenvolumina besser bewältigen können, ohne Personal im gleichen Umfang auszubauen. Auch die Skalierbarkeit bei Lastspitzen – etwa als Ergebnis aus Naturkatastrophen – wird als wichtiger Vorteil genannt. Ergänzend sieht Abbyy Potenziale bei der Betrugserkennung und Compliance-Überwachung. KI-gestützte Analysen und Process Mining könnten Anomalien erkennen, Prozesse überwachen und Engpässe in Echtzeit sichtbar machen.
Einsatzfelder von Kranken- bis Kfz-Versicherung
Als typische Einsatzbereiche nennt Abbyy die Kranken-, Kfz-, Lebens- sowie Schaden- und Unfallversicherung. In der Krankenversicherung können IDP-Systeme medizinische Rechnungen und Versicherungsformulare automatisiert auslesen und klassifizieren. Im Kfz-Bereich werden unter anderem Unfallberichte, Angebote für Kosten für Fahrzeuge und Fahrzeugbilder verarbeitet. Darüber hinaus lassen sich laut dem Anbieter auch Kundenkorrespondenz, Identitätsnachweise oder Policenverwaltung automatisieren. E-Mails, Chatbot-Anfragen, Webformulare und gescannte Briefe könnten automatisch digitalisiert und an die zuständigen Systeme oder Teams weitergeleitet werden.
Für die Auswahl geeigneter Plattformen empfiehlt Abbyy insbesondere integrierte IDP-Funktionen, KI-gestützte Dokumentenverarbeitung sowie eine hohe Integrationsfähigkeit in bestehende Kernversicherungssysteme, BPM-Tools und RPA-Plattformen. Auch Low-Code- und No-Code-Funktionen gewinnen demnach an Bedeutung, um Fachbereiche stärker in die Prozessanpassung einzubinden. Zudem verweist das Unternehmen auf die wachsende Bedeutung von Echtzeit-Analysen. Versicherer benötigten zunehmend Transparenz über laufende Schadensprozesse, um Fristen, Engpässe und Abweichungen kontinuierlich überwachen zu können. Moderne Plattformen müssten deshalb nicht nur einzelne Aufgaben automatisieren, sondern vollständige Workflows orchestrieren und skalierbar abbilden.tw
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