Von Krypto zu Infrastruktur: Stablecoins killen Korrespondenzbank-Latenz
Schwerpunkt: Digitaler Euro & Krypto Assets. . Lange Zeit wurden Stablecoins vor allem als „Begleiterscheinung“ der Kryptoindustrie betrachtet. Ihre Hauptfunktion bestand darin, Liquidität aus Krypto Geschäften effizient und kostengünstig “zu parken”. Heute spielt sich jedoch ein grundlegender Wandel ab: Stablecoins entwickeln sich zunehmend von einem Krypto Produkt zu einem Kernbestandteil der Zahlungsinfrastruktur der Zukunft. [speaker-prosody pitch=“high“]von Doktor Jonas Groß, Geschäftsführer Etonec und Co Gründer & Advisor der Digital Euro Association & Jonathan Knoll, Mitgründer und Geschäftsführer der Etonec.[/speaker-prosody]. Die Gründe dafür liegen neben neuartigen technischen Möglichkeiten auch in strukturellen Schwächen bestehender Finanzsysteme. [ -]. . Der internationale Zahlungsverkehr basiert bis heute auf komplexen Korrespondenzbank Netzwerken, die über Jahrzehnte gewachsen sind. Grenzüberschreitende Transaktionen benötigen häufig eine große Anzahl an Intermediären, verursachen hohe Kosten, sind häufig intransparent und binden erhebliche Liquidität. Gleichzeitig erwarten Unternehmen und Verbraucher längst Geschwindigkeit. Sie fragen sich: “Wenn ich in Sekundenschnelle ein Foto oder Dokument an eine beliebige Person rund um den Globus schicken kann, warum dauert es dann so lange, Geld von A nach B zu senden?”. Genau hier setzen Stablecoins an. Sie ermöglichen die Übertragung von Geld rund um die Uhr, nahezu in Echtzeit und unabhängig von bestehenden Zahlungssystemen. Dadurch entstehen neue Möglichkeiten für internationale Zahlungen, Treasury Management und Liquiditätssteuerung. Statt Kapital über verschiedene Bankkonten und Jurisdiktionen hinweg vorzuhalten, können Unternehmen künftig auf programmierbare digitale Währungsinfrastrukturen zurückgreifen, die Transaktionen und Settlement deutlich effizienter gestalten und automatisieren können.[speaker-prosody pitch=“medium“]Ein Kernvorteil liegt daran, dass Stablecoins auf so genannter Distributed Ledgers – häufig auch Blockchains genannt – basieren.“[/speaker-prosody]Wird zum Beispiel ein digitaler Vermögenswert, wie eine Anleihe, Aktie oder Geldmarktfonds, über die Blockchain übertragen, braucht es für die effiziente Abwicklung auch ein blockchain basiertes Geld, das diese Geschäfte “Zug um Zug” und in Echtzeit ermöglicht. Hier kommen Stablecoins ins Spiel. [speaker-prosody pitch=“low“]Stablecoins und deren Entwicklung![/speaker-prosody]. . Diese Entwicklung erklärt auch, warum die Diskussion rund um Stablecoins heute anders geführt wird als noch vor wenigen Jahren. Während sich die Debatte lange um fehlende Regulierung drehte, steht inzwischen eine andere Frage im Mittelpunkt: Wie lassen sich Stablecoins in bestehende Finanzsysteme integrieren?. Regulatorische Klarheit ist in Europa nun gegeben – und in den USA wohl bald. Mit der Markets in Crypto Assets (MiCA) Verordnung in Europa sowie neuen regulatorischen Initiativen in den USA – Stichwort CLARITY und GENIUS Acts – entsteht gerade erstmals ein belastbarer Rahmen für die Emission und Nutzung regulierter Stablecoins. Transparenz, Reservehaltung, Risikomanagement und Compliance werden zunehmend standardisiert. Damit verändert sich auch die Wahrnehmung institutioneller Marktteilnehmer.[speaker-prosody pitch=“medium“]Stablecoins werden nicht länger als Krypto Produkt betrachtet, sondern zunehmend als potenzielle Infrastrukturkomponente moderner Finanzmärkte.“[/speaker-prosody]Diese Entwicklung lässt sich bereits an den Aktivitäten großer Finanzakteure beobachten. Banken, Zahlungsdienstleister, Vermögensverwalter und Kapitalmarktinfrastrukturen investieren zunehmend in Blockchain basierte Settlement- und Tokenisierungslösungen. Gleichzeitig wächst die Bedeutung tokenisierter Real World Assets. Geldmarktfonds, Anleihen und andere Finanzinstrumente werden zunehmend digital abgebildet und auf Blockchain Netzwerken handelbar gemacht. Und für die Zahlungsabwicklung sind wie erwähnt blockchain basierte Zahlungsmöglichkeiten wie Stablecoins von großem Vorteil. . Besonders interessant ist die Entwicklung im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz. Während heutige Zahlungssysteme für menschliche Nutzer konzipiert wurden, könnten künftig autonome Software Agenten selbstständig wirtschaftliche Entscheidungen treffen, Dienstleistungen beziehen oder digitale Ressourcen erwerben. Für solche “Agentic Payments” sind traditionelle Zahlungsinfrastrukturen nur begrenzt geeignet. Stablecoins schaffen hier neue Möglichkeiten. Stablecoins ermöglichen automatisierte Zahlungen in Echtzeit, unterstützen Mikropayments – auch durch Agenten – und sind 24 Stunden an 7 Tagen verfügbar. Wir sind der Überzeugung, dass wir erst am Beginn einer Ära von Agentic Commerce und Agentic Payments stehen. Einer Ära, in der Agenten neue Rolle übernehmen – und eben auch autonom Zahlungen tätigen werden. Große Zahlungsdienstleister wie Stripe, Worldline, Checkout.com, etc. investieren heute massiv in diesen Bereich – und haben entsprechende Lösungen vorgestellt. Allerdings stoßen bestehende Zahlungsinfrastrukturen hier an ihre Grenzen. Stablecoins ermöglichen es zum Beispiel eben auch einen Agenten relativ effizient mit einem “Konto” auszustatten und ohne Intermediäre an der digitalen Ökonomie teilzuhaben. [speaker-prosody pitch=“low“]Zukunft des Finanzsystems: Weder rein traditionell noch rein „krypto native“![/speaker-prosody]. . Derzeit wird deutlich, dass die Zukunft des Finanzsystems weder rein traditionell noch rein „krypto native“ sein wird. Stattdessen entsteht schrittweise ein hybrides Finanzökosystem, in dem regulierte Finanzinstitute und öffentliche Blockchain Infrastrukturen, auf denen Stablecoins “sitzen”, zusammenwachsen. Die Transformation liegt dabei nicht in der Verdrängung bestehender Systeme, sondern in deren Modernisierung. Wie bei erfolgreichen Infrastrukturtechnologien üblich, könnte der Erfolg von Stablecoins gerade darin bestehen, für Endnutzer unsichtbar zu werden, sodass Endnutzer gar nicht wüssten, dass Stablecoins in eine Zahlung involviert sind. Nutzer werden künftig nicht darüber nachdenken, welche Technologie im Hintergrund arbeitet. Ähnlich wie beim Internet oder beim E Mail Verkehr heute. Sie werden lediglich erwarten, dass Geld weltweit zügig, sicher und effizient transferiert werden kann. Genau darin könnte sich die langfristige Bedeutung von Stablecoins zeigen: nicht als Alternative zum bestehenden Finanzsystem, sondern als dessen nächste Evolutionsstufe. [speaker-prosody pitch=“high“]Sie hörten einen Beitrag von “ Doktor Jonas Groß / Jonathan Knoll, beide Etonec/dk“[/speaker-prosody]
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Lange Zeit wurden Stablecoins vor allem als „Begleiterscheinung“ der Kryptoindustrie betrachtet. Ihre Hauptfunktion bestand darin, Liquidität aus Krypto-Geschäften effizient und kostengünstig “zu parken”. Heute spielt sich jedoch ein grundlegender Wandel ab: Stablecoins entwickeln sich zunehmend von einem Krypto-Produkt zu einem Kernbestandteil der Zahlungsinfrastruktur der Zukunft.
von Dr. Jonas Groß, Geschäftsführer Etonec und Co-Gründer & Advisor der Digital Euro Association & Jonathan Knoll, Mitgründer und Geschäftsführer der Etonec
Die Gründe dafür liegen neben neuartigen technischen Möglichkeiten auch in strukturellen Schwächen bestehender Finanzsysteme.
Dr. Jonas Groß, Geschäftsführer Etonec und Co-Gründer & Advisor der Digital Euro AssociationEtonec
Der internationale Zahlungsverkehr basiert bis heute auf komplexen Korrespondenzbank-Netzwerken, die über Jahrzehnte gewachsen sind. Grenzüberschreitende Transaktionen benötigen häufig eine große Anzahl an Intermediären, verursachen hohe Kosten, sind häufig intransparent und binden erhebliche Liquidität.
Gleichzeitig erwarten Unternehmen und Verbraucher längst Geschwindigkeit. Sie fragen sich: “Wenn ich in Sekundenschnelle ein Foto oder Dokument an eine beliebige Person rund um den Globus schicken kann, warum dauert es dann so lange, Geld von A nach B zu senden?”
Genau hier setzen Stablecoins an. Sie ermöglichen die Übertragung von Geld rund um die Uhr, nahezu in Echtzeit und unabhängig von bestehenden Zahlungssystemen. Dadurch entstehen neue Möglichkeiten für internationale Zahlungen, Treasury-Management und Liquiditätssteuerung.
Statt Kapital über verschiedene Bankkonten und Jurisdiktionen hinweg vorzuhalten, können Unternehmen künftig auf programmierbare digitale Währungsinfrastrukturen zurückgreifen, die Transaktionen und Settlement deutlich effizienter gestalten und automatisieren können.
Ein Kernvorteil liegt daran, dass Stablecoins auf so genannter Distributed Ledgers – häufig auch Blockchains genannt – basieren.“
Wird zum Beispiel ein digitaler Vermögenswert, wie eine Anleihe, Aktie oder Geldmarktfonds, über die Blockchain übertragen, braucht es für die effiziente Abwicklung auch ein blockchain-basiertes Geld, das diese Geschäfte “Zug um Zug” und in Echtzeit ermöglicht. Hier kommen Stablecoins ins Spiel.
Stablecoins und deren Entwicklung
Autor Dr. Jonas Groß , Etonec
Dr. Jonas Groß ist Geschäftsführer der Etonec (Webseite), und Co-Gründer & Advisor der Digital Euro Association. In seinen Funktionen unterstützt Jonas Unternehmen und Zentralbanken dabei, die Potentiale digitaler Währungen und Identitäten auszuschöpfen, um wertsteigernde Lösungen zu entwickeln. Zusätzlich ist Jonas Co-Host des Podcasts „Bitcoin, Fiat, & Rock’n‘ Roll“.
Diese Entwicklung erklärt auch, warum die Diskussion rund um Stablecoins heute anders geführt wird als noch vor wenigen Jahren. Während sich die Debatte lange um fehlende Regulierung drehte, steht inzwischen eine andere Frage im Mittelpunkt: Wie lassen sich Stablecoins in bestehende Finanzsysteme integrieren?
Regulatorische Klarheit ist in Europa nun gegeben – und in den USA wohl bald. Mit der Markets in Crypto-Assets (MiCA) Verordnung in Europa sowie neuen regulatorischen Initiativen in den USA – Stichwort CLARITY und GENIUS Acts – entsteht gerade erstmals ein belastbarer Rahmen für die Emission und Nutzung regulierter Stablecoins. Transparenz, Reservehaltung, Risikomanagement und Compliance werden zunehmend standardisiert. Damit verändert sich auch die Wahrnehmung institutioneller Marktteilnehmer.
Stablecoins werden nicht länger als Krypto-Produkt betrachtet, sondern zunehmend als potenzielle Infrastrukturkomponente moderner Finanzmärkte.“
Diese Entwicklung lässt sich bereits an den Aktivitäten großer Finanzakteure beobachten. Banken, Zahlungsdienstleister, Vermögensverwalter und Kapitalmarktinfrastrukturen investieren zunehmend in Blockchain-basierte Settlement- und Tokenisierungslösungen. Gleichzeitig wächst die Bedeutung tokenisierter Real-World Assets. Geldmarktfonds, Anleihen und andere Finanzinstrumente werden zunehmend digital abgebildet und auf Blockchain-Netzwerken handelbar gemacht. Und für die Zahlungsabwicklung sind wie erwähnt blockchain-basierte Zahlungsmöglichkeiten wie Stablecoins von großem Vorteil.
Autor Jonathan Knoll , Etonec
Jonathan Knoll ist Mitgründer und Geschäftsführer Etonec (Webseite), einem 2018 gegründeten Beratungs- und Prototyping-Unternehmen, das auf digitales Geld, digitale Identitäten und den Zahlungsverkehr spezialisiert ist. Zuvor war er ein früher Mitarbeiter der Libra / Diem Association, dem von Facebook initiierten Stablecoin-Projekt. Vor dieser Zeit war er bei PayPal tätig, wo er die strategischen Partnerschaften mit Großbanken und Finanzinstituten verantwortete.
Besonders interessant ist die Entwicklung im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz. Während heutige Zahlungssysteme für menschliche Nutzer konzipiert wurden, könnten künftig autonome Software-Agenten selbstständig wirtschaftliche Entscheidungen treffen, Dienstleistungen beziehen oder digitale Ressourcen erwerben. Für solche “Agentic Payments” sind traditionelle Zahlungsinfrastrukturen nur begrenzt geeignet.
Stablecoins schaffen hier neue Möglichkeiten. Stablecoins ermöglichen automatisierte Zahlungen in Echtzeit, unterstützen Mikropayments – auch durch Agenten – und sind 24/7 verfügbar. Wir sind der Überzeugung, dass wir erst am Beginn einer Ära von Agentic Commerce und Agentic Payments stehen. Einer Ära, in der Agenten neue Rolle übernehmen – und eben auch autonom Zahlungen tätigen werden. Große Zahlungsdienstleister wie Stripe, Worldline, Checkout.com, etc. investieren heute massiv in diesen Bereich – und haben entsprechende Lösungen vorgestellt. Allerdings stoßen bestehende Zahlungsinfrastrukturen hier an ihre Grenzen. Stablecoins ermöglichen es z.B. eben auch einen Agenten relativ effizient mit einem “Konto” auszustatten und ohne Intermediäre an der digitalen Ökonomie teilzuhaben.
Zukunft des Finanzsystems: Weder rein traditionell noch rein „krypto-native“
Derzeit wird deutlich, dass die Zukunft des Finanzsystems weder rein traditionell noch rein „krypto-native“ sein wird. Stattdessen entsteht schrittweise ein hybrides Finanzökosystem, in dem regulierte Finanzinstitute und öffentliche Blockchain-Infrastrukturen, auf denen Stablecoins “sitzen”, zusammenwachsen.
Die Transformation liegt dabei nicht in der Verdrängung bestehender Systeme, sondern in deren Modernisierung. Wie bei erfolgreichen Infrastrukturtechnologien üblich, könnte der Erfolg von Stablecoins gerade darin bestehen, für Endnutzer unsichtbar zu werden, sodass Endnutzer gar nicht wüssten, dass Stablecoins in eine Zahlung involviert sind. Nutzer werden künftig nicht darüber nachdenken, welche Technologie im Hintergrund arbeitet. Ähnlich wie beim Internet oder beim E-Mail-Verkehr heute. Sie werden lediglich erwarten, dass Geld weltweit zügig, sicher und effizient transferiert werden kann.
Genau darin könnte sich die langfristige Bedeutung von Stablecoins zeigen: nicht als Alternative zum bestehenden Finanzsystem, sondern als dessen nächste Evolutionsstufe. Dr. Jonas Groß / Jonathan Knoll, beide Etonec/dk
Sie finden diesen Artikel im Internet auf der Website: https://itfm.link/245995
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