ANWENDUNG16. Juni 2026

Banking-IT im Umbruch: Ohne KI-Strategie droht Banken der Bedeutungsverlust

Digital Banking Onboarding KYC-Prozess
ReeveAI

Künstliche Intelligenz wird das Banking in den kommenden Jahren grundlegend verändern. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie „Strategic options for banks in 2030“ von Roland Berger. Demnach geht es für Kreditinstitute künftig nicht mehr nur darum, KI zur Effizienzsteigerung einzusetzen. Vielmehr müsse die Technologie zum Ausgangspunkt einer strategischen Neuausrichtung werden, da sich Wertschöpfung, Kundenbeziehungen und Geschäftsmodelle grundlegend verschieben.

Aus Sicht der Unternehmensberatung verlagern sich Finanzdienstleistungen zunehmend in digitale Plattformen, KI-Assistenten und vernetzte Ökosysteme. Banking werde künftig nicht mehr primär über klassische Kanäle wie Filialen oder Online-Banking-Portale stattfinden, sondern direkt in digitale Arbeitsabläufe und Plattformen integriert sein. Damit verliere das traditionelle Universalbank-Modell an Bedeutung und die IT werde zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Insbesondere Institute, die als digitaler Kundenagent oder Infrastrukturanbieter agieren wollen, benötigen laut Studie eine moderne Cloud-Architektur, leistungsfähige Datenplattformen, API-basierte Services sowie KI-gestützte Echtzeitentscheidungen. Für diese Strategien sei eine „sehr hohe IT-Readiness“ unverzichtbar.

Wie stark der technologische Wandel bereits Fahrt aufgenommen hat, zeigt auch ein Blick auf die weltweiten Investitionen in KI. Laut der in der Studie enthaltenen Auswertung stiegen die globalen Unternehmensinvestitionen von 14,57 Milliarden US-Dollar im Jahr 2013 auf 252,23 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024. Ihren bisherigen Höchststand erreichten sie 2021 mit 360,73 Milliarden US-Dollar. Diese Entwicklung verdeutlicht den enormen Innovationsdruck, dem auch Banken und deren IT-Landschaften ausgesetzt sind.

Vier strategische Rollen für Banken

Roland Berger Analyse_AI_Strategic options for banks in 2030 - 4er Schema
Roland Berger

Roland Berger identifiziert vier mögliche Positionierungen für Banken im Jahr 2030: als digitaler Agent für den Kunden, als spezialisierter Anbieter von Finanzierungsprodukten, als Infrastrukturprovider für Dritte oder als Nischenanbieter für nicht-digitale Kundengruppen. Welche Rolle ein Institut einnimmt, entscheidet maßgeblich über die Anforderungen an Technologie, Datenmanagement und IT-Architektur.

Künstliche Intelligenz dreht sich längst nicht mehr nur um Anwendungsfälle und Effizienz – sie ist zu einer existenziellen Frage für Banken geworden.“

Marcus Hartmann, Senior Partner, Roland Berger

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass Banken ihre aktuellen Digitalisierungs- und KI-Initiativen konsequent an einem langfristigen Zielbild ausrichten müssen. Entscheidend sei nicht allein der Einsatz neuer Technologien, sondern die Frage, welche Rolle ein Institut künftig in einem von KI geprägten Finanzökosystem einnehmen will. Die zentrale Botschaft der Analyse: Wer auch noch 2030 relevant bleiben will, muss seine heutigen Digital- und KI-Initiativen konsequent auf ein klares strategisches Zielbild ausrichten. Denn KI verändert nicht nur Werkzeuge und Prozesse – sie ordnet neu, wo im Banking künftig Wert entsteht und wer diesen Wert abschöpft.

Die ausführliche Studie in englischer Sprache findet sich hier zum kostenlosen Download.tw

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