Build or Partner? Wie Banken ihre Cross-Border-Infrastruktur zukunftsfähig machen

Wise
von Manuel Sandhofer, General Manager – EMEA, Wise Platform
Unser Finanzsystem wurde nicht für die Art und Weise konzipiert, wie Menschen heute leben. Menschen reisen um die Welt, arbeiten international, studieren im Ausland, bauen globale Unternehmen auf und unterstützen ihre Familien über Ländergrenzen hinweg. Geld zwischen Ländern zu bewegen ist längst keine Ausnahme mehr, sondern für die meisten von uns Teil des Alltags geworden. Dennoch ist eine digitale, internationale Zahlung noch viel zu oft langsamer, teurer und weniger transparent an als nahezu jeder andere digitale Service, den wir nutzen, einschließlich inländischer Bankgeschäfte.
Bemerkenswert ist in dieser Hinsicht nicht, dass sich aktuell etwas verändert, sondern die Geschwindigkeit, mit der es geschieht, und wie sich dadurch auch die Erwartungen wandeln.
Das Bank-Problem: Die Zahlung muss schnell gehen
Noch vor nicht allzu langer Zeit erschien es normal, zwei oder drei Tage auf eine internationale Zahlung zu warten. Diese Zeiten sind endgültig vorbei. Menschen erwarten heute, dass ihre Zahlungen in Sekundenschnelle ankommen – egal ob sie innerhalb der Stadt oder um die halbe Welt geschickt werden. Das liegt daran, dass Verbraucher und Unternehmen ihre Bank nicht mehr mit einer anderen Bank vergleichen, sondern mit der besten Erfahrung der Apps auf ihrem Smartphone. Und dort passiert viel in Echtzeit.
Menschen denken völlig zu Recht: Wenn das Abendessen in wenigen Minuten vor der Tür steht, Nachrichten in Sekundenschnelle ans andere Ende der Welt gelangen und man sein Taxi in Echtzeit verfolgen kann – warum sollte es dann Tage dauern, das eigene Geld zu überweisen? Internationale Zahlungen sollten genauso funktionieren: schnell, transparent und fair bepreist.
Die Daten spiegeln diesen Wandel der Erwartungen wider. Eine Studie von Swift ergab, dass 79 Prozent der Verbraucher erwarten, dass eine internationale Zahlung innerhalb einer Stunde oder weniger abgeschlossen ist.
Kunden „gewöhnen“ sich an Geschwindigkeit
Die Kundenerwartungen werden durch die sich ständig weiterentwickelnde Geschwindigkeit neuer Technologien befeuert. Künstliche Intelligenz beispielsweise hat sich quasi über Nacht von der Theorie zur praktischen Anwendung entwickelt. Sie beschleunigt viele Prozesse, mit denen Kunden in Berührung kommen, und erhöht ihre Erwartungen daran, was „schnell“ bedeutet. Auf der anderen Seite des Spektrums wird Betrug dank neuer Technologien immer raffinierter, und Institutionen sowie Regulierungsbehörden müssen schneller denn je mithalten.
Manuel Sandhofer ist der General Manager für EMEA und Brasilien bei Wise Platform (Webseite), der Zahlungsinfrastruktur von Wise für Banken und Großunternehmen. Er bringt mehr als 15 Jahre Erfahrung in der Fintech- und Payment-Branche mit und war vor seiner Zeit bei Wise in Führungspositionen bei Nium, Payoneer und UniCredit tätig.Die Herausforderung besteht also nicht darin, auf eine einzelne Veränderung oder eine stetige Reihe von Entwicklungen zu reagieren, sondern mit Dutzenden gleichzeitig Schritt zu halten, und das in rasantem Tempo. Für Finanzinstitute entsteht dadurch ein schwieriger Balanceakt.
In nahezu allen Organisationen konkurrieren Investitionen mit anderen Prioritäten. Verbessert man das, was Kunden heute sehen, oder modernisiert man die darunterliegende Infrastruktur? Baut man neue Fähigkeiten intern auf oder arbeitet man mit spezialisierten Partnern zusammen?
Jede Institution startet von einem anderen Punkt aus, mit unterschiedlichen Kunden und einem unterschiedlichen Produktportfolio. Deshalb geht es in diesem Moment nicht wirklich um Technologie, sondern darum, strategische Entscheidungen schneller zu treffen, um mit dem Tempo des Wandels Schritt zu halten.
Die Organisationen, die die größten Fortschritte machen, sind nicht zwangsläufig die jüngsten. Viele etablierte Institutionen modernisieren ihre grenzüberschreitende Infrastruktur, um ihren Kunden bessere Erlebnisse zu bieten.“
Was sie auszeichnet, ist ihre Bereitschaft, langjährige Annahmen zu überdenken und zu erkennen, dass Zusammenarbeit oft bessere Ergebnisse liefert, als zu versuchen, jede Herausforderung allein zu bewältigen.
Die Infrastruktur der Bank ist den Kunden egal
Kluge Institutionen wissen, dass Kunden sich nicht wirklich für die zugrundeliegende Infrastruktur interessieren. Kunden wollen, dass Zahlungen sofort und zuverlässig ankommen – genau wie ihre Textnachrichten und alles andere, was neue Technologien für sie ermöglicht haben. Doch natürlich erfordert dies komplexe Entscheidungsprozesse im Hintergrund. Ich habe aus erster Hand erlebt, wie die Wahl der richtigen Infrastruktur zum richtigen Zeitpunkt Banken dabei helfen kann, Erlebnisse zu liefern, die Kunden erwarten, ohne ihre gesamte Infrastruktur von Grund auf neu aufbauen zu müssen.
Die Institutionen, die im nächsten Jahrzehnt erfolgreich sein werden, sind diejenigen, die das Tempo des Wandels annehmen und sich am schnellsten anpassen – indem sie Entscheidungsgeschwindigkeit über Untätigkeit stellen und Partnerschaft über Isolation wählen. Manuel Sandhoder, Wise/dk
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