ANWENDUNG9. Januar 2026

EBA und EZB: Bericht über Betrug im Zahlungsverkehr; vor allem bei Kartenzahlungen

Der Bericht der EBA und EZB thematisiert Betrug im Zahlungsverkehr, insbesondere bei Kartenzahlungen. Die Grafik illustriert Betrugsverluste von 3,4 bis 4,2 Milliarden Euro zwischen 2022 und 2024 sowie eine Betrugsrate von 0
SymbolbildChatGPT

Die Europäische Banken­aufsichts­behörde (EBA) und die Europäische Zentralbank (EZB) haben im Dezember ihren gemeinsamen Bericht über Betrug im Zahlungsverkehr veröffentlicht. Der Bericht bezieht sich auf die halbjährlich gemeldeten Daten für den Zeitraum von 2022 bis 2024.

Insgesamt beliefen sich die betrügerischen Transaktionen auf einen Wert von rund 3,4 Milliarden Euro im Jahr 2022, 3,5 Milliarden Euro im Jahr 2023 und 4,2 Milliarden Euro im Jahr 2024. Die Steigerung von 2023 auf 2024 lag laut EZB bei 17 Prozent, so EBA (Website) und EZB (Website).

Gemessen am gesamten abgewickelten Umsatz bewegten sich die Betrugsraten allerdings im Promillebereich: Bei Überweisungen lag die Betrugsrate im zweiten Halbjahr 2024 bei 0,001 Prozent, bei Lastschriften ebenfalls bei 0,001 Prozent und bei Kartenzahlungen bei 0,031 Prozent.

Betrugsraten im Verhältnis zum gesamten Umsatz
Zahlungsart 1. Halbj. 2023 2. Halbj. 2023 1. Halbj. 2024 2. Halbj. 2024
Überweisungen 0,001% 0,001% 0,001% 0,001%
Lastschriften 0,000% 0,000% 0,001% 0,001%
Kartenzahlungen 0,033% 0,034% 0,034% 0,031%
Quelle: EBA und EZB – 2025 Report on Payment Fraud
Transaktionen mit starker Kundenauthentifizierung (SCA – Strong Customer Authentication) waren im Allgemeinen weniger anfällig für Betrug als Transaktionen, bei denen starke Kundenauthentifizierung nicht zum Einsatz kam. Dies galt insbesondere für Kartenzahlungen. So war die Betrugsrate bei Kartenzahlungen 17-mal höher, wenn der Zahlungsempfänger außerhalb der EU ansässig war, wo die SCA nicht gesetzlich vorgeschrieben ist und häufig nicht verwendet wird.

Der Bericht weist darauf hin, dass neue Betrugsarten auf dem Vormarsch sind. Diese zielen häufig auf Transaktionen ab, für die eine SCA-Ausnahmeregelung gilt, oder Nutzerinnen und Nutzer werden so manipuliert, dass sie eine betrügerische Transaktion selbst autorisieren.

Darüber hinaus geht aus dem Bericht hervor, dass sich die Verluste aus Betrugsfällen im Zahlungsverkehr je nach Zahlungsinstrument unterschiedlich verteilten und dass es in Europa erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern gab. So entfielen im Jahr 2024 rund 2,2 Milliarden Euro des Schadens auf Überweisungen (16% mehr als im Vorjahr) und 1,329 Milliarden Euro auf Zahlungen mit Karten, die in der EU ausgegeben wurden (29% mehr als im Vorjahr). Der Rest entfiel auf Lastschriften, Bargeldabhebungen und E-Geld.

Der größte Teil der betrügerischen Transaktionen entfiel in allen Berichtsperioden auf Kartenzahlungen. Im Jahr 2024 wurden 17,06 Millionen betrügerische Kartentransaktionen registriert. Dies entspricht 87 Prozent aller betrügerischen Zahlungstransaktionen. Von den betrügerischen Kartenzahlungen entfielen wiederum 83 Prozent auf Remote-Transaktionen (E-Commerce, Mail-Order/Phone-Order).

Bei Überweisungen trugen die Nutzerinnen und Nutzer 2024 rund 85 Prozent der gesamten Betrugsverluste. Dies war vor allem auf Betrugsarten zurückzuführen, bei denen sie dazu veranlasst wurden, betrügerische Transaktionen selbst auszulösen.fb

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