STRATEGIE3. Februar 2026

EPI, Bizum und Co: Hub für paneuropäische Zahlungslösungen kommt

Das Bild präsentiert verschiedene Logos von Zahlungslösungen, darunter EPI (European Payments Initiative), Bancomat, Bizum, SIBS und Vipps MobilePay. Diese Marken repräsentieren paneuropäische Ansätze zur Zahlungsabwicklung.
EPI (Canva)

Die europäischen Zahlungsdienstleister Bancomat, Bizum, EPI Company (EPI), SIBS sowie Vipps MobilePay haben eine Absichtserklärung unterzeichnet. Ziel der Kooperation sei es, nahtlose grenzüberschreitende Zahlungen in Europa bis 2027 zu ermöglichen.

Der Schritt markiere einen entscheidenden Schritt zur Stärkung der europäischen Zahlungssouveränität und einen Meilenstein für die strategische Autonomie Europas im Zahlungsverkehr. Da Europa stark von außereuropäischen Akteuren abhängig sei, zeige die Initiative: Europäische Banken und Zahlungsdienstleister verfügen über die notwendige Infrastruktur und Leistungsfähigkeit, um schnell eine konkrete Alternative zu schaffen.

Die Initiative umfasst 13 europäische Länder mit rund 330 Millionen Einwohnern

Die Kooperation baue auf dem Erfolg bestehender Lösungen auf und verbinde diese über einen zentralen Hub. Dadurch werde ein paneuropäisches Erlebnis für grenzüberschreitende Zahlungen geschaffen. Sie vereine Zahlungslösungen mit etwa 130 Millionen Nutzern und schaffe damit unmittelbare Mehrwerte für Verbraucher und Händler im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr.

Bei der Einführung werde die Initiative 13 europäische Länder umfassen und rund 330 Millionen Einwohner vertreten. Die Koalition sei offen für alle europäischen Länder – einschließlich der Schweiz und anderer Nicht-Euro-Märkte. Länder, die bereits eine nationale Zahlungslösung hätten, könnten direkt beitreten.

Länder ohne nationale Lösung könnten eine der im Rahmen der Initiative verfügbaren Lösungen implementieren. Die Unterzeichnung dieser Vereinbarung bestätige den erfolgreichen Abschluss der Machbarkeitsphase, betont EPI in einer Pressemeldung. Die Lösungen gingen nun in die Implementierungsphase des Projekts über.

Diese Vereinbarung zeigt, dass Europas Zahlungssouveränität keine Vision mehr ist, sondern eine Realität im Entstehen. Lösungen wie Wero existieren bereits und sind in mehreren Ländern live. Durch die Interoperabilität mit unseren Partnern legen wir den Grundstein für ein echtes europäisches Zahlungsökosystem. Wir bauen auf bestehende Lösungen auf, die bereits im Einsatz sind und denen Nutzer vertrauen.”

Martina Weimert, CEO von EPI.

Europäische Verbraucher könnten ihre bevorzugte Zahlungslösung weiterhin nutzen. Nun jedoch mit größerer europäischer Reichweite und dem gleichen Nutzererlebnis wie in ihrem Heimatland. Händler könnten künftig Zahlungen von europäischen Verbrauchern mit europäischen Lösungen akzeptieren. Damit würden sie ihre Abhängigkeit von internationalen Anbietern verringern. Ein neues Symbol neben den bestehenden Marken zeige Verbrauchern deutlich, wo ihre bevorzugte Lösung auch außerhalb ihrer bisherigen Märkte akzeptiert werde.

Roadmap der Initiative

Die Kooperation werde durch einen zentralen Hub organisiert, der von einer neu gegründeten gemeinsamen Einrichtung betrieben werde. Dieser Hub sei die technische Grundlage und ermögliche den nahtlosen Austausch von Zahlungen zwischen den verschiedenen paneuropäischen und nationalen Lösungen. Dies basiere auf europäischen Standards und Infrastrukturen sowie Echtzeit-Überweisungen. Die bestehenden Zahlungslösungen bleiben laut EPI (Website) unverändert. Ihre Marken, das gewohnte Nutzererlebnis und alle Features vollständig erhalten.

Bis Mitte 2026 wollen die Partner die zentrale Einrichtung für Interoperabilität gründen und parallel die technische Umsetzung vorbereiten sowie Machbarkeitsstudien durchführen. Alle Anwendungsfälle würden bis 2027 in einem gestuften Rollout eingeführt:

  • 2026: Einführung von Peer-to-Peer (P2P) grenzüberschreitenden Zahlungen
  • 2027: Einführung von E-Commerce- und Zahlungsterminal-Zahlungen (POS)

Diese Initiative baue auf Europas Zahlungslösungen auf. Sie schaffe ein skalierbares, souveränes europäisches Zahlungssystem, das Verbrauchern und Händlern Innovation, Benutzerfreundlichkeit und Effizienz biete.

Diese Vereinbarung ist für uns ein großer Schritt auf dem Weg zu einem einheitlichen europäischen Zahlungsnetzwerk. Ich bin überzeugt, dass wir gemeinsam alle technischen Herausforderungen meistern werden, um grenzüberschreitende Zahlungen zu ermöglichen – ob zwischen Privatpersonen, im Online-Handel oder an der Kasse.”

Fabrizio Burlando, CEO von Bancomatdw

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