ANWENDUNG29. August 2025

Finanz Informatik setzt bei Rechenzentrumsmodernisierung auf Nutanix

Die Finanz Informatik (FI), zentraler IT-Dienstleister der Sparkassen-Finanzgruppe, hat mit Nutanix einen langfristigen Vertrag über den Einsatz von Virtualisierungs- und Infrastrukturtechnologien geschlossen. Wie beide Unternehmen mitteilten, wird die FI in den kommenden zwei Jahren ihre Windows- und Linux-Workloads schrittweise auf die Nutanix-Plattform migrieren. Grundlage ist der Hypervisor AHV von Nutanix, der im Rahmen einer hyperkonvergenten Architektur in den Rechenzentren der FI eingesetzt werden soll.

Das Projekt zählt zu den größten Kundenaufträgen, die Nutanix bislang in Deutschland abschließen konnte. Die Entscheidung sei auch durch die gewachsene partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen geprägt gewesen. Die FI trägt bekanntermaßen mit rund 5.000 Mitarbeitern den kompletten IT-Betrieb für 343 Sparkassen, mehrere Landesbanken, die DekaBank, Landesbausparkassen und weitere Institute des Verbundes. Über die zentrale Plattform OSPlus laufen nicht nur Kernbankprozesse, sondern auch wesentliche digitale Services für rund 50 Millionen Kundinnen und Kunden. Jährlich werden in den Systemen mehr als 200 Milliarden Transaktionen abgewickelt.

Mit der Migration auf die Nutanix-Plattform strebt die FI eine Vereinheitlichung der Virtualisierungsumgebung sowie eine höhere Betriebseffizienz an. Gleichzeitig sollen die Aspekte Sicherheit, Stabilität und Skalierbarkeit im Hinblick auf den Betrieb kritischer Infrastrukturen gestärkt werden. Nutanix ist Anbieter von Hybrid-Multicloud-Computing und bietet Unternehmen eine sichere, einzige Plattform für die Ausführung von Anwendungen und KI sowie die Verwaltung von Daten. Dieser Schritt gilt als einer der größten Infrastrukturprojekte im deutschen Finanzsektor. Für Nutanix stellt er zugleich einen der bedeutendsten Kundenaufträge in Deutschland dar.

Die Migration umfasst eine Ablösung bisheriger Virtualisierungsplattformen und deren Vereinheitlichung auf Nutanix AHV. Durch diese Standardisierung erwartet die FI eine bessere Integration von Management- und Orchestrierungsfunktionen, eine konsistente Verwaltung von Ressourcen sowie eine vereinfachte Skalierung. Hyperkonvergente Architekturen ermöglichen es, bislang separate Infrastrukturkomponenten softwarebasiert auf einer Plattform zu bündeln. Vorteile liegen in einer flexibleren Ressourcenzuteilung, einem reduzierten Administrationsaufwand sowie einer höheren Resilienz im Falle von Ausfällen. Für Betreiber kritischer Infrastrukturen wie die FI sind diese Faktoren besonders relevant.

Strategischer Kontext – hohe Relevanz für den Finanzsektor

Nach Angaben der FI spielte bei der Auswahl des Partners nicht allein die technische Leistungsfähigkeit eine Rolle. Als Betreiber kritischer Finanzinfrastruktur habe das Unternehmen besonderen Wert auf Verlässlichkeit, Sicherheit und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit gelegt. Die FI wird im Zuge der Partnerschaft dem Executive Customer Advisory Board von Nutanix beitreten, um strategische Fragestellungen der Weiterentwicklung aktiv mitzugestalten.

„Als Betreiber kritischer Infrastruktur sind für uns neben Sicherheit, Verfügbarkeit und Wirtschaftlichkeit auch die Art der Partnerschaft, die auf Vertrauen, intensivem Austausch und aktiver Mitgestaltung unsererseits basieren muss, ein wichtiges Entscheidungskriterium beim Abschluss strategischer Lieferantenverträge. Dies ist bei Nutanix der Fall und die FI freut sich darauf, dem Executive Customer Advisory Board von Nutanix beizutreten“, sagte Dr. Marcus Schröter, Leiter End-2-End Workplace und Generalbevollmächtigter der FI.

Dr. Marcus Schröter, Geschäftsbereichsleiter End-2-End Workplace, Finanz InformatikFinanz Informatik
Dr. Marcus Schröter, Geschäftsbereichsleiter End-2-End Workplace, Finanz InformatikFinanz Informatik

Die Nutanix-Plattform ist eine technologisch führende und zukunftssichere Infrastruktur- und Virtualisierungsplattform, auf der wir sowohl einen effizienten und sicheren Betrieb gewährleisten als auch unsere Innovationen vorantreiben können.“

Marcus Schröter, Leiter End-2-End Workplace und Generalbevollmächtigter der FI

Mit der Modernisierung der Infrastruktur stellt die FI die Weichen für einen langfristig stabilen und skalierbaren IT-Betrieb im Verbund der Sparkassen. Die Entscheidung für HCI kann dabei als technologische Weichenstellung gewertet werden: Weg von klassischen, mehrschichtigen Rechenzentrumsarchitekturen hin zu softwaredefinierten Plattformen, die stärker automatisierbar und flexibler erweiterbar sind. Die Vereinheitlichung auf Nutanix AHV könnte außerdem den Einsatz neuer Technologien, darunter containerbasierte Anwendungen oder KI-gestützte Analytik, erleichtern. Für den Finanzsektor eröffnet dies zusätzliche Spielräume bei der Weiterentwicklung digitaler Services.

T. Herrguth, privat via Linkedin

Die Tatsache, dass die FI, einer der größten und renommiertesten IT-Dienstleister in Deutschland, uns das Vertrauen schenkt, ist ein starkes Signal an den Markt. Gemeinsam mit dem deutschen Team bin ich sehr stolz auf diese Partnerschaft und werde hart daran arbeiten, sie zu einem herausragenden Erfolg zu machen und langfristigen Wert zu schaffen.“

Thomas Herrguth, General Manager Deutschland bei Nutanix

Mit einem Umsatz von rund 2,6 Milliarden Euro im Jahr 2024 zählt die Finanz Informatik zu den größten IT-Dienstleistern im deutschen Finanzsektor. Die nun vereinbarte Kooperation mit Nutanix ist vor diesem Hintergrund sowohl technologisch als auch strategisch von hoher Relevanz: Sie betrifft nicht nur die Modernisierung der eigenen Rechenzentren, sondern hat mittelbar Auswirkungen auf die gesamte Sparkassen-Finanzgruppe, deren digitale Infrastruktur zentral von der FI betrieben wird.tw

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