FINTECH16. Juni 2020

FinTechs gründen neuen Europa-Verband EFA

Mit der European FinTech Association (EFA) wollen sich europäische FinTechs stärker an der Verwirklichung des europäischen Binnenmarktes für digitale Finanzdienstleistungen beteiligen. Noch gebe es zu viele Hindernisse, die Innovation und Wachstum bremsen. Die EFA will ihre Interessen mit starker Stimme bei Politik und Regulierungsbehörden vertreten.

Der neugegründete Verband wird in Brüssel angesiedelt, in Reichweite des Europäisches Parlaments und der Europäischen Kommission. <q>NorbertOriskó / Pixabay
Der neugegründete Verband wird in Brüssel angesiedelt, in Reichweite des Europäischen Parlaments und der Europäischen Kommission. NorbertOriskó / Pixabay

 

Die Verwirklichung eines europäischen Binnenmarktes für Waren und Dienstleistungen ist eines der wichtigsten Instrumente der Europäischen Union, um kostentreibende Hemmnisse abzubauen und damit grenzübergreifenden Austausch und Wettbewerb zu fördern. Dies soll Wachstum und Innovation in der Wirtschaft fördern und den Verbrauchern günstige Preise sichern.

Klar definierte Ziele

Die europäischen FinTechs sehen noch zahlreiche Hindernisse bei der Verwirklichung eines solchen Binnenmarktes im Bereich digitaler Finanzdienstleistungen – und denen wollen sie sich mit der EFA entgegenstellen. Dazu zählen beispielsweise national unterschiedliche Regulierungsvorgaben hinsichtlich der Vermeidung von Geldwäsche, die Diskriminierung von ausländischen IBANs, Vorgaben, die nicht an digitale Prozesse und Angebote angepasst sind oder Barrieren bei der Übertragung von Lizenzen für Finanzdienstleistungen.

Diese stehen nicht nur der Entwicklung der eigenen Geschäftsmodelle entgegen, sondern auch dem Interesse der Kunden. Deshalb wollen die FinTechs mit einem neuen Verband verstärkt auf Politik und Regulierungsbehörden einwirken, um die vorhandenen Probleme zu beseitigen. Ebenso wollen sie Open-Bankin- und Open-Finance-Initiativen fördern.

Im Einklang mit Europa

Marc Roberts, Chef-Jurist von Raisin und zugleich Vorsitzender des Boards der European FinTech Association, betont die gewichtige Rolle von FinTechs für die Weiterentwicklung des Finanzsektors in Europa. Demnach lieferten FinTech-Unternehmen dringend benötigte innovative, transparente und verständliche Finanzdienstleistungsprodukte.

Dennoch würden sie bisher auf der europäischen politischen Ebene nicht ausreichend berücksichtigt. Deshalb sei es nötig gewesen, den FinTechs in Europa mit der Gründung der in Brüssel ansässigen European FinTech Association eine kraftvolle Stimme zu geben. Die EFA-Mitglieder seien der festen Überzeugung, dass Europa ein führender Standort und ein Kickstarter für das globale Wachstum von FinTech-Unternehmen sein könne.

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Raisin

„Wir setzen uns für eine angemessene und intelligente Regulierung ein, die europäische Finanzinnovationen unterstützt und gleichzeitig den Verbraucherschutz berücksichtigt. Die Digitalisierung ist eine Chance für einen besser funktionierenden Markt der Finanzdienstleistungen.“

Marc Roberts, Board-Vorsitzender der EFA

Auch Jan Ceyssens, Leiter des Referats Digitale Finanzen bei der Europäischen Kommission, begrüßte die Gründung der EFA. „Es ist ein Schlüsselelement des europäischen Aufbauplans, Europa für das digitale Zeitalter fit zu machen. Jetzt ist der richtige Moment für FinTechs, ihre Stimmen mit Blick auf Europa zu koordinieren“, so der Vertreter der EU-Generaldirektion für Finanzstabilität und Kapitalmärkte.

Querschnitt der digitalen Finanz-Services

Die im Verband organisierten Anbieter repräsentieren nach eigenen Angaben eine Vielzahl an Bank- und Finanzdienstleistungen – von Payment über Lending, Banking, Robo-Beratung, Identitätsprüfung und Investitionen bis hin zu Software-as-a-Service für den Finanzsektor. Die Website der EFA (European FinTech Association) listet momentan 21 Mitglieder auf: AcceptEasy/Serrala Solutions, Billie, Elinvar, Finleap, Funding Circle, Kantox, Kontist, Mintos, Moneyfarm, N26, Raisin, Satispay, Scalable Capital, SolarisBank, Tink, TransferWise, Truelayer, Verimi, Viafintech, Wirecard und Zalando Payments.

Vier dieser FinTechs waren selbst oder mit inzwischen übernommenen Firmen in der European Fintech Alliance engagiert, die 15 Mitglieder umfasste. Diese ebenfalls in Brüssel ansässige Lobby-Organisation wurde 2016 gegründet und hat ihre Website inzwischen deaktiviert. Weitere fünf Mitglieder waren im ebenfalls 2016 gegründeten Verband FinTechs4Europe aktiv, der insgesamt neun Partner zählte und ebenfalls von Raisin angeführt wurde. hj

 
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