ANWENDUNG29. Juni 2018

Kreditversicherer Coface bietet Lösungen für neue IFRS-9-Anforderungen

Bigstock/Jakub Jirsak

Seit Januar 2018 müssen Unternehmen, die Rechnungslegung nach IFRS praktizieren, eine Prognose möglicher künftiger Ausfälle aus Lieferungen und Leistungen erstellen. Kreditversicherer Coface hat eine Lösung zur IFRS-konformen Bilanzierung von Forderungen entwickelt.

Die neuen Rechnungslegungsvorschriften IFRS 9 sind seit Januar 2018 in Kraft. Sie betreffen börsennotierte Unternehmen, die die International Financial Reporting Standards (IFRS) für ihre Jahresabschlüsse anwenden. Jetzt müssen diese Unternehmen prognostizieren, welche Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausfallen könnten. Während zuvor nur tatsächlich eingetretene Verluste betrachtet wurden, richtet sich der Blick nun in die Zukunft. Das Ziel: eine genauere und transparentere Bewertung der Risiken.

Anpassung des Berichtswesens an IFRS 9

Laut einer Kundenbefragung des internationalen Kreditversicherers Coface im ersten Quartal 2018 steht mehr als die Hälfte der von IFRS betroffenen Unternehmen in der Umstellung noch ganz am Anfang. Sie müssen Berechnungen der erwarteten Forderungsausfälle (Expected Credit Losses) in ihr Berichtswesen aufnehmen, um so eine genauere und einheitliche Bewertung ihrer Finanzrückstellungen zu erreichen. Im Endeffekt muss jede einzelne Forderung aus Lieferungen und Leistungen nach der neuen Bewertungsmethode analysiert werden.

Katarzyna Kompowska, Regional CEO Nordeuropa von Coface, warnt davor, die nötigen Anpassungen zu unterschätzen: „Die Auswirkungen sind beträchtlich, denn sie betreffen nicht nur das Rechnungswesen, sondern viele Bereiche der betrieblichen Prozesssteuerung.“ Mit IFRS 9 steige zwar der Aufwand, zugleich ergebe sich für Unternehmen aber auch die Chance, die Bewertung ihres eigenen Kreditrisikos zu verbessern.

Maßnahmen zur Reduzierung des Bilanzrisikos

Coface bietet nun eine spezielle Lösung für die Bilanzierung der Forderungen an. Die erwarteten Forderungsausfälle werden für den offenen Forderungsbestand zu einem vom Kunden vorgegebenen Datum bestimmt.

Bei der Minimierung des letztlich in die Bilanz einzustellenden Wertminderungsbetrages durch Forderungsausfälle wirkt sich zudem eine Kreditversicherung positiv aus. Durch diese wird nicht nur ein eingetretener Ausfall später erheblich reduziert, sondern in der Risikoprognose schon der zu berechnende Wert.

Einen Schritt weiter gehen Unternehmen, die ihre Forderungen verkaufen. „Denn mit Factoring gehen die Forderungen an uns über und verlassen die Bilanz des verkaufenden Unternehmens“, sagt Stefan Heinzel, Geschäftsführer der auf Factoring spezialisierten Coface Finanz GmbH. „Damit wird auch direkt das Working Capital verbessert und die Liquidität gestärkt.“

Markt-, Branchen- und Kundendaten verknüpft

Allen diesen Maßnahmen liegt eine marktgerechte Risikobewertung zugrunde. Coface nutzt dafür Bonitätsinformationen über 80 Millionen Unternehmen in über 200 Ländern und wendet in der Kreditprüfung bewährte Methoden zur Berechnung der Ausfallrisiken an. Darauf können Kunden ihr Modell für die IFRS 9-Anforderungen stützen.

Zur Einschätzung der Ausfallwahrscheinlichkeit oder der Verlustquote bei einem Ausfall analysiert Coface Informationen zum Nichtzahlungsrisiko, einschließlich Daten zur Zahlungserfahrung mit dem Kunden, zur Bonität und zur statistischen Wahrscheinlichkeit der Einbringlichkeit von Forderungen.

Coface

„Als internationaler Kreditversicherer haben wir die Voraussetzungen, Unternehmen bei der genauen Bewertung ihrer erwarteten Forderungsausfälle zu unterstützen und sie in der Umstellung ihrer Prozesse auf die Anforderungen der IFRS 9-Vorschriften zu begleiten.“

Alexander Kraus, Regional Business Director Credit Management Services

Darüber hinaus verfügt Coface über aktuelle Wirtschaftsinformationen über alle Länder und Branchen. Mit dem Modell, das unter dem Namen Coface Reserve 9 auf den Markt kommt, könnten Unternehmen schnell und genau die Risiken ihrer Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erkennen und berechnen und so ihre erwarteten Forderungsausfälle einschätzen, erklärt Alexander Kraus. hj

 
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